Bildung für die Welt von morgen

Lernen sich zurecht zu finden und die Zukunft zu gestalten

Bildung könnte so anders und so spannend sein. Doch wie würde sie dann aussehen? 
Riane Eisler hat eine Menge guter Ideen und Ansätze hin zu einer partnerschaftlichen Bildung, die eine grundlegende Neustrukturierung des Schulunterrichts erlauben würde – von der ersten Klasse bis zum Abitur.

Wir haben es selbst in der Hand

Wir haben es selbst in der Hand © nailiaschwarz/photocase

Wie wird die Welt für die Kinder von morgen aussehen? Wenn ich mir das strahlende Gesicht meiner zweijährigen Enkelin ansehe, ihre vor Neugier weit aufgerissenen Augen und ihre freudige Erwartung von Liebe und Lebendigkeit, dann sehe ich wunderbare Möglichkeiten. Wenn ich mir andererseits die Herausforderungen ansehe, die sie und ihre Generation erben werden, dann weiß ich, dass diese Möglichkeiten erst dann in die Praxis umgesetzt werden können, wenn die Kinder von heute und von morgen gelernt haben, ihr Leben umweltfreundlicher, gerechter und friedlicher zu gestalten.

Junge Menschen fühlen sich heute vielfach machtlos, den Verlauf ihres eigenen Lebens zu ändern, geschweige denn denjenigen der Welt, die sie umgibt. Viele Jugendliche handeln heute nach dem Motto „Erst komm ich und wieder ich und nochmals ich, und dann kommen die andern noch lange nicht“, und sie verlieren sich in dem betont materialistischen Denken, das einen großen Teil der Massenkultur durchdringt. Vergeblich suchen sie nach Sinn und Zugehörigkeit im neuesten Mode-Schnickschnack und anderen kommerziellen Verlockungen. Einige begraben ihren Schmerz und ihre Wut in Drogen, der Zugehörigkeit zu Banden oder Cliquen und anderen destruktiven Aktivitäten, wobei sie sich der Auswirkungen eines solchen Tuns auf sich selbst und andere nicht bewusst zu sein scheinen. Eine Reihe von Jugendlichen wird gewalttätig, angestachelt durch gezielt geschürten Hass und religiösen Fanatismus, oder einfach deshalb, weil heute in den Videospielen, in der Werbung, im Fernsehen und in Kinofilmen Gewalt als etwas Normales hingestellt wird oder gar als etwas, das Spaß macht. Und die große Mehrheit, unter anderem die jungen Leute, die erwarten, dass sie einen anständigen Job bekommen oder aufs College gehen werden, um später eine entsprechende Berufslaufbahn einschlagen zu können, sind unfähig zu erkennen, auf welche Weise das, was wir mit unserem Leben anfangen, durch unsere kulturellen Überzeugungen und sozialen Institutionen beeinflusst wird und im Gegenzug diese beeinflusst.

Wir brauchen eine Bildung, die Kindern nicht nur hilft sich zurecht zu finden, sondern auch ihre eigene Zukunft zu gesalten

Zu dieser Entwicklung tragen zahlreiche Faktoren bei, doch es gibt einen, der eine wichtige Rolle dabei spielen kann, jungen Menschen das Verständnis und die Fertigkeiten an die Hand zu geben, die sie benötigen, um ein erfüllendes Leben zu führen und eine tragfähigere, durch weniger Gewalt und mehr Fairness geprägte Zukunft zu schaffen: Bildung.

Seit über zweihundert Jahren haben Reformpädagogen wie Johann Heinrich Pestalozzi, Maria Montessori, John Dewey und Paolo Freire die Forderung nach einem Erziehungs- und Bildungsmodell erhoben, das uns auf demokratisches Denken statt auf Autoritarismus vorbereitet und ethische, von Mitmenschlichkeit geprägte Beziehungen fördert. Auf den Arbeiten dieser und anderer bahnbrechender Pädagogen aufbauend, gehe ich in meinem Buch Die Kinder von morgen von einem erweiterten pädagogischen Reformansatz aus, der jungen Menschen helfen kann, den beispiellosen Herausforderungen einer Welt zu begegnen, in der uns die modernen Technologien entweder zerstören können oder befreien, um unsere einzigartige menschliche Fähigkeit der Kreativität und des Mitfühlens zu nutzen. Ich nenne diesen Ansatz Partnerschaftserziehung. Damit ist ein Umgang mit Kindern gemeint, der Kindern hilft, sich nicht nur besser in unseren schwierigen Zeiten zurechtzufinden, sondern zudem eine Zukunft zu schaffen, die eher an dem orientiert ist, was ich in meiner Studie der kulturellen Evolution als Partnerschaftsmodell bezeichnet habe, als am dominatorischen bzw. Herrschaftsmodell.

Partnerschaftsmodell vs. Herrschaftsmodell

Wir alle sind mit beiden Modellen aus unserem eigenen Leben vertraut. Wir kennen den Schmerz, die Angst und die Spannung von Beziehungen, die auf Dominanz und Unterwerfung beruhen oder auf Zwang und Anpassung, auf dem Gerangel um Kontrolle, dem Versuch, zu manipulieren und zu schmeicheln, wenn wir nicht in der Lage sind, unsere eigentlichen Gefühle und Bedürfnisse zum Ausdruck zu bringen, auf dem elenden, unbeholfenen Tauziehen, um statt der eigenen Ohnmacht Momente illusorischer Macht zu erleben. Wir kennen auch die unerfüllten Sehnsüchte nach Zuwendung und Gegenseitigkeit und all das Elend und Leid, die verlorene Lebenszeit und das verlorene Potential, die aus dieser Art von Beziehungen resultieren. Die meisten von uns haben zumindest für eine begrenzte Zeit auch schon eine andere Art des Seins erlebt – eine, in der wir uns sicher und für das gesehen gefühlt haben, was wir wirklich sind; wo unsere essentielle Menschlichkeit und diejenige anderer Menschen durchscheint – und sei es nur für kurze Zeit – und unser Herz und unseren Geist erhebt und uns das angenehme Gefühl vermittelt, dass die Welt letzlich doch richtig ist, und dass wir geschätzt werden und wertvoll sind.

Doch das Partnerschafts- und das Herrschaftsmodell beschreiben nicht nur individuelle Beziehungen. Wie ich noch im Detail darlegen werde, beschreiben sie Glaubenssysteme und soziale Strukturen, die faire, demokratische, gewaltfreie und auf Mitmenschlichkeit beruhende Beziehungen entweder nähren und unterstützen – oder aber hemmen und untergraben. Ohne ein Verständnis dieser Konfigurationen und der Art von Erziehung, die jede von ihnen hervorbringt und reproduziert, verstärken wir unbewusst Strukturen und Überzeugungen, die unfaire, undemokratische, durch Gewalt und Gleichgültigkeit geprägte Beziehungen aufrechterhalten und pathologische Zustände hervorbringen, die den menschlichen Geist quälen und entstellen und heute zur Zerstörung unseres natürlichen Lebensraums beitragen.

Sobald wir einmal die kulturellen, sozialen und persönlichen Konfigurationen des Partnerschafts- und des Herrschaftsmodells verstanden haben, können wir effektivere Lehrmethoden, Materialien und Institutionen entwickeln, um so eine weniger gewaltsame, durch mehr Fairness, Demokratie und Nachhaltigkeit geprägte Zukunft herbeizuführen. Darüber hinaus können wir genauer herausstellen, welche Elemente der bestehenden pädagogischen Ansätze wir beibehalten und stärken und welche wir eliminieren möchten.

Partnerschaftserziehung

Die Partnerschaftserziehung besteht aus drei zueinander in Beziehung stehenden Kernelementen, nämlich dem Partnerschaftsprozess, dem Partnerschaftsinhalt und der Partnerschaftsstruktur.

Partnerschaftsprozess

Beim Partnerschaftsprozess geht es darum, wie wir lernen und lehren. Er beschreibt die Anwendung der Leitgedanken des Partnerschaftsmodells auf Erziehungsmethoden und -techniken. Werden die Intelligenz und die Fähigkeiten des jeweiligen Kindes als einzigartige Gaben aufgefasst, die es zu fördern und zu entwickeln gilt? Können Schüler echten Anteil am Lernstoff nehmen, so dass ihrer angeborenen Begeisterung für das Lernen kein Dämpfer aufgesetzt wird? Fungieren Lehrer vorrangig als „Austeiler von Lektionen“ und als Kontrolleure – oder verstehen sie sich als Mentoren und Moderatoren? Ist Mitmenschlichkeit ein integraler Bestandteil des Lehrens und des Lernens? Lernen junge Menschen, in Teams zusammenarbeiten, wie es in der post-industriellen Wirtschaft notwendig ist, oder sehen sie sich genötigt, ständig miteinander zu konkurrieren? Wird Schülern die Gelegenheit geboten, selbstbestimmt zu lernen und Gleichaltrige zu unterrichten? Kurz gesagt, geht es bei der Schulbildung von Kindern lediglich darum, ein „leeres Gefäß“ zu füllen, oder sind Schüler und Lehrer Partner im Abenteuer des Lernens?

Partnerschaftsinhalt

Der Partnerschaftsinhalt beschreibt, was wir lernen und lehren. Er ist der pädagogische Lehrplan. Vermittelt der Lehrplan Schülern nicht nur auf effiziente Weise Grundfertigkeiten wie das Lesen, Schreiben und Rechnen, sondern beinhaltet er auch die lebenspraktischen Fertigkeiten, mit deren Hilfe sie zu kompetenten und mitfühlenden Bürgern, Arbeitern, Eltern und Gemeindemitgliedern heranwachsen können? Sagen wir jungen Menschen, dass sie verantwortungsbewusst und freundlich sein und Gewaltverzicht üben sollen, während auf der anderen Seite der Lehrplaninhalt männliche Gewalt verherrlicht und Botschaften enthält, die weder umwelt- noch sozialverträglich sind? Spiegelt er die Naturwissenschaften auf ganzheitliche, relevante Weise wider? Schließt das, was als substantielles Wissen und als Wahrheit vermittelt wird – und zwar nicht nur als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil des Lernstoffs –, die weibliche und die männliche Hälfte der Menschheit ebenso ein wie Kinder unterschiedlicher Rassen und ethnischer Zugehörigkeit? Vermittelt er jungen Menschen den Unterschied zwischen dem Partnerschafts- und dem Herrschaftsmodell als zwei grundlegenden Möglichkeiten, und gibt er ihnen Vertrauen in die Möglichkeit, ihr Leben auf partnerschaftlichen Prinzipien aufzubauen? Oder wird diese Möglichkeit direkt und indirekt als in „der realen Welt“ nicht machbar hingestellt? Beschränkt oder erweitert das, was die jungen Menschen über das „Wesen des Menschen“ lernen, die menschlichen Möglichkeiten? Kurz gesagt, welche Sichtweise von sich selbst, von unserer Welt und unserer Rolle und Verantwortung in ihr nehmen Kinder aus ihrer Schulzeit mit?

Partnerschaftsstruktur

Bei der Partnerschaftsstruktur geht es darum, wo die Lern- und die Lehrtätigkeiten stattfinden; mit anderen Worten, welche Art von Lernumfeld wir schaffen, wenn wir uns nach dem Partnerschaftsmodell richten. Ist die Struktur einer Schule, eines Klassenzimmers und/oder einer Heimschule auf einer autoritären und streng hierarchischen Rangordnung aufgebaut, oder beruht sie auf eher demokratischen Prinzipien? Wenn sie als Organigramm dargestellt würde, würden Entscheidungen dann nur von oben nach unten fließen und Verantwortung nur in umgekehrter Richtung, oder gäbe es interaktive Feedbackschleifen? Sind Managementstrukturen flexibel, so dass Führungsqualitäten auf allen Organisationsebenen gefördert werden? Werden Möglichkeiten geboten, Eltern und andere Mitglieder der Gemeinschaft einzubeziehen? Sind Schüler, Lehrer und andere Mitarbeiter an Entscheidungsfindungsprozessen in der Schule und an der Aufstellung von Regeln beteiligt? Kurz gesagt, ist das Lernumfeld in Form von Herrschaftshierarchien (hierarchies of domination) organisiert, die letztlich auf Angst beruhen, oder besteht es aus einer Kombination von horizontalen Verbindungen und so genannten Funktionshierarchien (hierarchies of actualization), in denen Macht nicht dazu gebraucht wird, anderen Menschen ihre Macht zu nehmen, sondern vielmehr, ihnen welche zu verleihen?

Ein Curriculum für die partnerschaftliche Bildung

Wie wir sehen werden, arbeiten Lehrer auf der ganzen Welt bereits mit einigen dieser Elemente der Partnerschaftserziehung. Es stehen gute Quellen zur Verfügung, um auf Partnerschaftsprozesse und -strukturen hinzuarbeiten. Außerdem ist gutes ergänzendes Material vorhanden, um die Naturwissenschaften auf ganzheitlichere Weise zu vermitteln, um Informationen über Frauen und verschiedene Kulturen in unsere Schulen zu bringen und das Bewusstsein für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit und unsere natürliche Umgebung zu stärken.

Was jedoch bisher fehlt – und dabei so dringend notwendig ist – ist ein ganzheitliches Partnerschaftscurriculum, das den Kindern von heute und von morgen nicht nur helfen kann, einen gesunden Körper, eine gesunde Psyche, gesunde Familien, Unternehmen, Regierungen und Gemeinschaften aufzubauen, sondern das ihnen ein besseres Verständnis von unserem menschlichen Potential, unserem Platz in der Geschichte, unserer Beziehung zur Natur und unserer Verantwortung für künftige Generationen geben kann.

Was mich interessiert, sind systemische und langfristige Veränderungen im Erziehungswesen. Gewiss benötigen Schulen die bestmöglichen neuen Technologien, um Kinder auf die Zukunft vorzubereiten. Doch Schulen müssen den Schülern darüber hinaus helfen, sich mit den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen auseinander zu setzen, die sie im 21. Jahrhundert aus partnerschaftlicher Perspektive erwarten.

Integrale Bestandteile des Curriculums

In Die Kinder von morgen schlage ich ein Curriculum vor, das es jungen Menschen ermöglicht, unsere Vergangenheit und Gegenwart sowie unsere Perspektiven für die Zukunft besser zu verstehen. Es integriert das Praktische und das Theoretische ebenso wie die Natur- und die Geisteswissenschaften. Es verleiht der Naturwissenschaft Leben, indem es sie einerseits in den größeren Kontext der Geschichte unseres Planeten und der Gattung Mensch stellt und andererseits in den Kontext unseres Alltagslebens. Weil die soziale Konstruktion von Rollen und Beziehungen der männlichen und der weiblichen Hälfte der Menschheit den Ausschlag darüber gibt, ob sich das Pendel in Richtung Partnerschafts- oder in Richtung Herrschaftskonfiguration bewegt, achtet die Partnerschaftserziehung im Gegensatz zum traditionellen, männlich dominierten Lehrplan auf Gleichberechtigung der Geschlechter. Bei den Inhalten, die als substanzielles Wissen und als Wahrheit vermittelt werden, berücksichtigt sie die Geschichte, Bedürfnisse, Probleme und Aspirationen beider Menschheitshälften. Da im Partnerschaftsmodell Unterschiede nicht automatisch mit Unter- oder Überlegenheit gleichgesetzt werden, ist die Partnerschaftserziehung multikulturell. Sie geht von einer pluralistischen Perspektive aus, die Menschen aller Rassen und unterschiedlicher Herkunft einbezieht, ebenso wie die dramatische Situation der Tiere und Pflanzen auf dieser Erde, die wir gemeinsam besiedeln. Da die Partnerschaftserziehung eine systemische Herangehensweise verfolgt, ist Umwelterziehung kein nebensächliches Anhängsel, sondern ein integraler Bestandteil des Curriculums.

Durch Partnerschaftserziehung wird Schule lebendig und real

Durch die Partnerschaftserziehung werden junge Menschen etwas über die dramatische Geschichte des menschlichen Abenteuers auf der Erde erfahren, welches vor dem Hintergrund der Notwendigkeit und der Aussichten für eine umfassende kulturelle Tranformation behandelt wird. Sie werden beginnen, die Schule als einen Ort anzusehen, an dem sie forschen und Gefühle und Ideen austauschen können. Die Schule wird zu einer spannenden Gemeinschaft von Pädagogen, Schülern und Eltern werden, die durch ihre Zusammenarbeit dafür sorgen, dass jedes Kind als Individuum anerkannt und geschätzt wird und der menschliche Geist Nahrung bekommt und wachsen kann. Vor allem wird die Partnerschaftserziehung jungen Menschen helfen, eine Vision der vor ihnen liegenden Möglichkeiten zu entwerfen. Und sie werden das Verständnis und die Fähigkeiten entwickeln, um diese Vision Realität werden zu lassen.

In diesem Buch sind Materialien für die Neustrukturierung des Schulunterrichts von der ersten Klasse bis zum Abitur enthalten, die von Lehrern, Eltern und Schülern in öffentlichen Schulen, Privatschulen und zu Hause unmittelbar umgesetzt werden können. Das vorliegende Material ist außerdem so strukturiert, dass es in Universitäten und Fachhochschulen genutzt werden kann, und zwar nicht nur in pädagogischen Fakultäten und Lehrerausbildungsstätten, sondern in allen Fakultäten, die ein Interesse daran haben, ihren Unterricht so zu gestalten, dass aktuelle Bedürfnisse und Probleme angemessener berücksichtigt werden. Die Kinder von morgen kann außerdem nützlich sein für Studien- und Aktionsgruppen in der Gemeinde, die entweder ein unmittelbares Interesse an Erziehungsfragen haben oder aber mit Fragen der persönlichen Entwicklung, konstruktivem Engagement in der Gesellschaft und um-weltgerechtem Handeln befasst sind.

Ein Buch für alle, die aktive Mitschöpfer unserer Zukunft werden wollen

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Die Kinder von morgen, auch wenn der Fokus auf der Schulausbildung in der Grundschule und an weiterführenden Schulen liegt, ein Buch für all diejenigen ist, die neue Grenzen ausloten möchten und zu aktiveren Mitschöpfern unserer Zukunft werden wollen.

Ich möchte diese kurze Einführung mit einer Einladung beschließen. Und zwar möchte ich neben Eltern, Schülern, Lehrern an Grundschulen und weiterführenden Schulen, Universitätsprofessoren und anderen auch all diejenigen einladen, die für eine bessere Zukunft arbeiten, sich aktiv an der Entwicklung einer partnerschaftlich orientierten Erziehung von frühester Kindheit an zu beteiligen. Ich möchte Sie einladen, das in diesem Buch angebotene Material für Ihre eigene Lehrtätigkeit und Ihr eigenes Lernen zu verwenden und ebenso dafür, reproduzierbares Material für andere zu entwickeln. Das könnten etwa Entwürfe für einzelne Schulstunden oder ganze Unterrichtseinheiten sein, die in den laufenden Unterricht einbezogen werden können. Es könnten auch ganz neue Kurse sein, wie zum Beispiel diejenigen, die vom Zentrum für Partnerschaftsstudien in Zusammenarbeit mit einer Reihe von Schulen und Universitäten für die Verbreitung durch unsere Website, in Buchläden und auf anderen Vertriebswegen entwickelt werden. Es könnten sogar Lehrpläne für eine ganze Schule sein. Unser Ziel ist es, im Laufe der Zeit partnerschaftlich orientierte Lehrpläne für den Kindergarten bis zum Abitur und darüber hinaus zu entwickeln.

Einige der Vorschläge, die ich hier mache, werden Kontroversen auslösen. Doch ohne Kontroversen werden auch keine echten Veränderungen erzielt. Wenn eine ausreichende Zahl von Gleichgesinnten sich für die persönliche und die kollektive Transformation engagiert – wenn wir weiter zusammen voranschreiten, oder, wie Marian Wright Edelman geschrieben hat, "einen Fuß vor den anderen setzen, in der Schönheit unserer Kinder schwelgen, in der Chance, in einem Kampf zu dienen und uns zu engagieren, der einem höheren Zweck dient als uns selbst“ –, dann werden wir mit Erfolg die pädagogische Grundlage für eine sicherere, lebenswertere und liebevollere Welt für die Kinder von morgen und für nachfolgende Generationen legen können.

Erschienen in der Zeitschrift "Mit Kindern wachsen", Ausgabe:

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