Lieber Lienhard,
ich möchte mich gerne bei dir für die Veröffentlichung diese Buches bedanken - und bei Olivier Keller, dass er es geschrieben hat!
Ich habe es im Sommer mit großer Begeisterung gelesen, obwohl ich mir zuerst dachte "... so ein dickes Buch!" Ich konnte es jeweils kaum erwarten Zeit zum Weiterlesen zu finden. Und immer wieder dachte ich mir: "Ja, ja genau das ist es! SO kann Lernen stattfinden. Ohne Druck und große Erwartungen. Einfach so. Im Alltag. Jeden Tag. Aus Neugier und Begeisterung." Mein Gott, wieso ändert sich da nichts!? Das Buch habt ihr ja schon 1999 herausgegeben....
Vor 2 Monaten hab ich einen Vortragsabend mit André Stern besucht, dessen Kindheit in "Denn mein Leben ist Lernen" eine wichtige Rolle spielt. Jetzt habe ich gerade sein Buch fertig gelesen und auch eines seines Vaters Arno Stern. Auch diese beiden Bücher haben mir viele Anstöße gegeben und mich andererseits entsetzt darüber, "was so üblich ist". Wenn man sich diese Erfahrungen zu Herzen nimmt, braucht man sich über die richtige Eingewöhnung im Kindergarten jedenfalls keine Gedanken mehr machen...
Hast du noch Kontakt mit Olivier Keller? Arbeitet er noch auf diesem Gebiet?
Ich danke dir für dein Engagement und schicke ganz herzliche Grüße aus Österreich,
Heidi
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Kommentare
Bildungssystem
s.u.
denn mein Leben ist Lernen
Liebe Heidi,
Ich habe das Buch von Olivier Keller vor 5 Jahren mit einem Genuss gelesen. Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch während meiner Montessoriweiterbildung bei Annebeate Huber.
Da Olivier Keller ziemlich in der Nähe von Liechtenstein aufgewachsen ist hab ich dann mit ihm per mail Kontakt aufgenommen ( das war etwa auch vor 5 Jahren), um ihn für einen Vortrag oder dergleichen zu engagieren. So wie ich es in Erinnerung habe hat von Vorträgen und Referaten zurückgezogen, was ich natürlich sehr bedauerte. Wir hätten ihn in Liechtenstein gerne für einen Vortrag begrüsst, zumal wir bei Wegbereiterinnen wie Maria Montessori, Magda Gerber, Emmi Pikler, Freinet und anderen guten Pädagogen im Gegensatz zu unserem Nachbarsland Vorarlberg immer noch tief hinten nach hinken.
Aber wenn ich grad so am Schreiben bin: Lieber Lienhard Valentin, in St. Arbogast weilst du ja regelmässig. Such den Weg doch mal nach Liechtenstein. Bei Interesse kann ich dich gerne weitervermitteln.
Liebe Grüsse - Barbara
Olivier Keller
Liebe Barbara,
danke für deine Antwort!
Die Interessen eines Menschen entwickeln und verändern sich, das verstehe ich. Und den Weg, den wir jetzt vielleicht ein Stück gehen, sind andere schon vor längerer Zeit gegangen. Deshalb ist es ja so gut, dass es Bücher gibt! Aber man wünscht sich halt auch immer reale Wegbegleiter und Mitgeher, damit es leichter ist und man sich austauschen kann. Da ich in Niederösterreich, Bezirk Mödling, zu Hause bin, ist Liechtenstein für mich auch weit weg.
Hier bei uns (Wien und Umgebung) gibt es inzwischen einige Montessori-orientierte Kindergruppen und Schulen, und man muss sich natürlich im einzelnen anschauen, was dahintersteckt. Ein bißchen habe ich das ungute Gefühl, dass manche Leute meinen, so könnte man noch früher noch mehr Leistung bei den Kindern erreichen. Der Name Emmi Pikler ist hier noch weitgehend unbekannt, und man muss schon suchen, um gut betreute Pikler-SpielRäume zu finden. Aber zu all diesen bereits irgendwie in Systeme verpackte Ansätze und Konzepte hab ich das "Denn mein Leben ist Lernen"-Buch so erfrischend anders empfunden. Einfach ganz "normale" aber bemerkenswerte Familien, die mit ihren Kindern zusammen leben wollten - ohne Systeme dazwischen. Und die Lern- und Entwicklungsprozesse konnten ungehindert ablaufen. Nicht trotzdem sondern gerade deshalb! Eine tolle Vision, wenn das für viele möglich wäre!
Liebe Grüße nach Liechtenstein,
Heidi
Olivier Keller
Liebe Heidi,
da kann ich Dir nur zustimmen - Veränderungen im Bildungssystem benötigen wohl ganz besonders viel Geduld und Beharrlichkeit. . . Olivier ist leider nicht mehr in diesem Bereich tätig - zumindest ist das mein aktueller Stand. In Österreich ist es ja noch ein wenig leichter andere Wege zu gehen als in Deutschland - auf jeden Fall können wir in den eigenen 4 Wänden damit beginnen, eine andere Beziehungskultur Wirklichkeit werden zu lassen. Das ist die Basis für alles, was dann noch folgen kann.
Es wäre spannend zu wissen, was die Geschichtsschreiber in 100 Jahren über unser Bildungssystem schreiben . . .
Herzliche Grüße,
Lienhard
Bildungssysteme in Europa
Lieber Lienhard!
Wollen wir doch für die uns nachfolgenden Generationen hoffen, dass sie über unser heutiges Schul- und Bildungssystem nur mehr verständnislos den Kopf schütteln werden!
Aber 100 Jahre sind nicht lang...
Und ich möchte gerne noch eine Frage anhängen:
Weißt du vielleicht, wo ich Informationen über die unterschiedlichen Möglichkeiten (von freien Schulen bis hin zu gar nicht Schule) in den verschiedenen Ländern in Europa bekommen kann?
Danke und liebe Grüße,
Heidi