Eine neue Schule - ganzheitlich, demokratisch, bedürfnisorientiert, frei
Wir wünschen uns eine Schule, in der wir:
- jahrgangsübergreifend arbeiten, um „sitzen bleiben“ zu vermeiden,
- ohne 45-Minuten-Takte auskommen,
- fächerübergreifend lernen,
- aussagekräftige verbale Einschätzungen und keine Noten mitgeben,
- ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Freiheit und Struktur finden,
- aus der Heterogenität Vorteile ziehen,
- den Raum durch offene Regale einladend gestalten,
- dem Raum einen Werkstattcharakter geben,
- das Lernen auch außerhalb der Schule stattfinden lassen,
- Arbeitsgemeinschaften und Projekte auch mit den Eltern und von den Eltern durchführen können,
- auf die Bedürfnisse von Jungen und Mädchen eingehen,
- Ritualen einen festen Platz geben (z.B. gemeinsame Begrüßung, Planung des Tages, Vorstellen eigener Arbeitsergebnisse, Feiern) ,
- Lehrern den Kindern zur Seite stellen, die sich als Berater, Begleiter, Beobachter, Lernender, Gestalter der Lernumgebung sehen,
- integrativ arbeiten,
- auf eine Trennung von Schule und Religion Wert legen.
Liebe Interessierte,
wir sind ein Team aus Eltern und Pädagogen. Nachdem wir 2006 eine Kindertagesstätte gegründet haben, die nach Montessori und Pikler arbeitet, soll nun die Grundschule in Leipzig Nord folgen. Dabei möchten wir verschiedene pädagogische Ansichten und Arbeitsweisen aufgreifen:
Maria Montessoris „Hilf mir, es selbst zu tun!“, Celestin Freinets Schuldruckerei und Peter Petersens Idee des selbstbestimmten planvollen Lernens möchten wir in unserer Schule umsetzen.
Wenn Sie mutig und zudem noch engagiert sind – wir suchen dringend Mitstreiter, die das Wagnis
Schulgründung eingehen wollen.
Ansprechpartnerin: Judith Kleiner
schulgruendung.leipzig@googlemail.com
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Kommentare
Eine neue Schule im Leipziger Norden
Hallo!
Es ist wirklich mutig, ein solches Mammut-Projekt anzugehen! Und es sind eine Menge Nerven und Kraftreserven erforderlich, um das durchzuziehen und dann eine solche Schule aufzubauen und zu betreiben. Unser Sohn ist auf der „Sankt Martin Grundschule pro Montessori“ in Zwochau, nördlich von Leipzig. Daher habe ich eine Vorstellung davon, was da alles so auf Euch zukommt.
Warum unser Sohn in Zwochau auf die „Monte-Schule“ geht, obwohl wir in Leipzig wohnen? Das hat verschiedene Gründe:
o Wir wollten, dass unser Sohn, nachdem er als „Spätstarter“ mit Konzentrationsproblemen auf der staatlichen Grundschule mit dem „Lernen im Gleichschritt“ nicht zurecht gekommen war, auf eine nach den Prinzipien der Maria Montessori arbeitende Grundschule geht. Die Schule in Grünau ist aber wohl so überlaufen, dass es uns nicht gelungen ist, einen Platz für ihn zu bekommen. Die Lösung war die Schule in Zwochau, auf die unser Sohn ohne Wartezeit wechseln konnte (Wartelisten gibt es dort bislang nicht). Meine Frau konnte dort vorher hospitieren und unser Sohn zum „Schnuppern“ probehalber am Unterricht teilnehmen.
o Die Schule ist aus dem Leipziger Norden (wir wohnen in Gohlis) ebenso schnell zu erreichen, wie die Schule in Grünau, wenn nicht sogar schneller. Wir brauchen im Normalfall so ca. 20 Minuten mit dem Auto für eine Strecke; nach Grünau bräuchten wir wohl länger - gerade im morgendlichen Berufsverkehr. Auch empfinden wir die Fahrt ins „Ländliche“ als viel angenehmer, als den Leipziger Stadtverkehr. Es gäbe aber auch die Möglichkeit der Beteiligung an Fahrgemeinschaften, sodass wir nicht jeden Tag fahren müssten.
o Die Schule ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule, die ausgehend von den Prinzipien der Maria Montessori, aber teilweise auch nach anderen reformpädagogischen Ansätzen arbeitet. Es gibt zwar eine Benotung ab dem 2. Schuljahr (das ist Voraussetzung für die staatliche Anerkennung), aber es wird sehr behutsam damit umgegangen.
o Die Schule ist klein und überschaubar, was wir als sehr angenehm empfinden. Es gibt derzeit zwei altersübergreifende Lerngruppen (1x Klassenstufen 1 und 2, 1x Klassenstufen 3 und 4) mit jeweils weniger als 20 Schülern (20 Schüler sind die Höchstzahl, die gewollt ist; es sind derzeit noch Plätze frei, die auch im laufenden Schuljahr besetzt werden können). Es gibt Überlegungen, die Schule auf zwei Lerngruppen mit jeweils den Klassenstufen 1 bis 4 umzustellen.
o Jede Lerngruppe wird von einer staatlich ausgebildeten Lehrerin mit zusätzlicher Montessori-Ausbildung und von einer weiteren pädagogischen Mitarbeiterin betreut. Außerdem gibt es noch eine ebenfalls staatlich ausgebildete, reformpädagogisch sehr engagierte Schulleiterin, die vor allem die Viertklässler mit unterrichtet. Es besteht damit eine professionelle, sehr intensive und individuelle Betreuung der einzelnen Schüler, was uns sehr wichtig war und ist und was sich bei unserem Sohn auch positiv bemerkbar gemacht hat. Von den letzten Viertklässlern, die die Schule abgeschlossen haben, hatten 4 von 8 die Befähigung zum Besuch eines Gymnasiums, was unserer Meinung nach die Qualitäten der Schule bestätigt.
o Was uns ebenfalls gefällt ist, dass es auch außerhalb des eigentlichen Schulbetriebes ein reges Schulleben gibt. Es gibt nicht nur Hausaufgabenbetreuung und einen Hort (bis 17 Uhr), sondern auch diverse Nachmittagsangebote, die den pädagogischen Ansatz der Schule fortsetzen (Natur, Handwerkliches, Musik, Theater). Die Betreuungszeiten sind also wie bei einer staatlichen Schule mit Hort, sodass wir unseren Sohn je nach den alltäglichen Erfordernissen mal früher, mal später abholen können. Auch gibt es diverse Aktivitäten mit und zwischen den Eltern, sodass dort viele nette Bekanntschaften und auch einige Freundschaften entstanden sind. Dadurch gibt es auch viel gegenseitige Unterstützung. Wenn es z.B. mal zeitlich eng wird, dann kann unser Sohn von befreundeten Eltern mit deren Kind von der Schule oder vom Hort abgeholt und bei uns abgeliefert werden und wir holen ihn bei seinem Schulfreund ab. Oder es geht umgekehrt und wir nehmen andere Schüler mit.
Alles in allem ist es genau das, das wir uns unter guter Schule und gutem Schulleben vorstellen. Für unseren Sohn ist die Schule eine echte Chance. Sie hat ihm sehr gut getan und er hat dort den Spaß an der Schule wieder gefunden und sich prima entwickelt. Die Schule hat ganz viel von dem, was Ihr so machen wollt. Nachfrage nach einer solchen Montessori/reformpädagogischen Schule gibt es in Leipzig bestimmt. Deshalb wünsche ich den Initiatoren viel Kraft und Nerven sowie viele engagierte Helfer für das Projekt, damit möglichst viele Leipziger Kinder eine ähnliche Schule genießen dürfen – auch, wenn wir unserem Sohn einen weiteren Schulwechsel zu Eurer Schule, und dann auch noch weg von der Schule, an der er sich so wohl fühlt, nicht zumuten werden.
Wie ist den eigentlich der aktuelle Stand Eures Projektes?
Gruß
Jo. Frenk
Erstes Info-Treffen am 21.07.10 (Neue Schule in Leipzig)
Wir laden alle Interessierten zu einem ersten Informationstreffen am 21.07.10 um 20 Uhr in die Zappelkiste (Raum der studentischen Eltern) in der Nürnberger Str. 42 ein.
Bitte meldet Euch kurz per Mail (schulgruendung.leipzig@googlemail.com) an.
Wir freuen uns auf Euch!