Hallo,

Ich bin in letzter Zeit des öfteren an meine Grenzen gekommen, was mich irgendwie traurig stimmt. Bisher als meine kleine (1 Jahr) etwas machte was mir gefährlich vorkam (z.B. mit steckdosen spielen) reagierte sie ganz gut auf meinen Ton und respektierte meinen Wunsch dies zu lassen wenn ich sie es bat.
Was mir jetzt neu aufgefallen ist, dass meistens wenn sie müde wird gerade die Sachen die sie ganz genau weis die sie besser nicht machen sollte macht bis ich sie direkt vermeide dass sie dies macht, d.h. bis ich sie auf den Arm nehme.

Was aber am anstrengenstens in letzter Zeit bei uns ist dass gemeinsame Essen am Tisch.
Ich stille sie noch fast voll jedoch hat sie ganz klar das Bedürfnis mit uns am Tisch zu sitzen und auch mit uns zu essen. Das Problem jedoch ist dass sie alles alleine machen will und es noch nicht ganz so klappt wie sie es sich erwünscht. Anfangs bot ich ihr die Essenstücke an (scheibe brot, stück birne, etc) und sie kaute glücklich vor sich hin, auch hat sie es genossen eine ganze Zeit lang mit den Sachen zu experimentieren, durchkneten, quetschen, bröseln, etc...dann bot ich ihr den Löffel an und sie schafft es auch inzwischen selbst mit Löffel und etwas festeren Brei zu essen.
DOCH NACH JEDEM LÖFFEL fliegt dieser jetzt durch die Luft, manchmal mit Breiresten drauf und die EssenstÜcke auf dem Teller auch, dann will und besteht sie alles was auf dem Tisch steht zu bekommen und auch auf den Boden zu werfen. Das mag ihr ja Spass machen und auch eine Art von Experimentieren sein.
Aber mir ist dass dann irgendwann doch zu anstrengend und ich werd total genervt, da ich auch mal ruhig frühstücken wollen würde und dieses RUMFLIEGEN DES ESSSENS mich richtig ärgerlich macht. ( Hab mir schon Sachen überlegt wie, Zeitung auf den Boden legen, sie wasserdicht kleiden zum essen, was ihr allerdings weniger Spass macht =)
Da das was ich beschrieben habe bestimmt alle durchgemacht habt die schon etwas grössere Kiddis habt dachte ich dass mir vielleicht jemand von Euch ein paar Tipps geben könnte diese Situation wieder in Griff zu bekommen. Dass heisst eigentlich wünsch ich mir nur dass jemand uns vielleicht helfen kann mit ein paar Gedankens Anstösse mit dieser Situation besser umzugehen.
Oder ihr könnt mir auch gerne schreiben wie es Euch damit gegangen ist...alle Antworten sind willkommen!

liebe grüsse

Lunamaya

Kommentare

Essen auf Boden werfen

Liebe Lunamaya,

aus meiner Sicht ist es wichtig, meine eigenen Grenzen zu respektieren und diese auch so klar wie möglich meinen Kindern zu vermitteln. Und wenn es mich wütend macht und es für mich nicht okay ist, dass der Löffel mit Essen drauf auf den Boden geworfen wird, dann ist das eine Grenze, die ein Kind lernen kann zu respektieren.
Ich habe bei meinen beiden fast 3-jährigen Kindern ein paar klare "Standards" gesetzt - sie wissen z.B. dass ich es nicht mag, wenn sie Kleidungsstücke aus meinem Kleiderschrank herausziehen; wenn sie mit Essen herumwerfen; auf die Wände malen (etc....).
Das heißt bei diesen Dingen wissen sie im Grunde: "da ist die Grenze".

Außerdem habe ich festgestellt, dass die Kinder mit dem Essen herumspielen /-werfen, wenn sie bereits satt sind oder eben - wie du ja auch erwähnt hast - müde. Da spricht ja auch nichts dagegen, den Teller dann beiseite zu stellen und dem Kind zu vermitteln, dass es das Essen wieder haben kann, wenn es mit dem Herumwerfen aufhört und wenn es wirklich noch etwas essen möchte.
Insgesamt ist wohl eher die Art entscheidend, WIE man den Kindern diese Grenze vermittelt (und da unterscheidet sich die "alte" moralisierende, strafende Variante sicher deutlich von einer das Kind grundsätzlich respektierenden). Ich muss allerdings zugeben, dass ich manchmal auch schon richtig wütend geworden bin - ich versuche, das nicht an den Kindern auszulassen, aber sie dürfen ruhig sehen, dass ich auch Gefühle habe.
Meine Mädchen sind beide sehr temperamentvoll und können jeweils bei einem "Nein" einen richtigen Aufstand veranstalten. Meist prüfe ich dann innerlich noch mal nach, ob ich bei diesem klaren "Nein" bleiben möchte und muss (Stichwort klare persönliche Grenze bzw. Verantwortung für das Kind wie bei Gefahr im Straßenverkehr o.ä.) oder ob es eine Art Kompromisslösung gibt, bei der ich sozusagen einen Schritt auf das Kind zumachen kann und es dabei immer noch für mich okay ist. Dabei lerne ich auch, flexibel zu sein, weil in manchen Situationen der Verstand so eingleisig denkt und gleich rot sieht - und es dann doch noch viele Zwischenvarianten gibt.

Naja, ich mache selbst meine Erfahrungen mit diesen Themen - und hoffentlich konnte ich dir ein wenig weiterhelfen.
Viele Grüße von Maya

Vielen Dank Maya, Das Thema

Vielen Dank Maya,

Das Thema eigene Grenzen erkennen und respektieren ist woran ich am meisten versuche zu arbeiten. Meine eigene Mutter hat uns Kindern praktisch nie unsere Grenzen respektiert (z.B. wenn ich nicht reden wollte, nicht essen, wenn ich alleine sein wollte, etc.) was mir jetzt natürlich des öfteren Schwierigkeiten bereitet, dal ich oft meine eigenen Grenzen nicht rechtzeitig erkenne.
Wenn ich jetzt nochmal so nachdenke über die vergangen Tage, wie ich versucht dass sie meine Grenze respektiert und wie sie darauf reagiert hat, sehe ich dass es vielleicht an meine Art WIE ich es ihr vermittelt hab liegen muss. Ich war so genervt, dass ich schon von Anfang an am Tisch in meinem Tonfall die Erwartung hatte, dass sie sowieso alles auf den Boden wirft. Als das Erwartete geschah hab ich sie gebeten das Essen auf den Tisch zu legen, bzw. Teller falls sie keinen Hunger mehr haben sollte...jedoch der Blickkontakt war unmöglich aufzubauen und ich war vertieft in meiner inneren Wut. Dass heisst meine Bitte wurde nicht klar genug geäussert sondern klang eher nach einem versteckten Vorwurf.
Wenn ich dann genervt lauter wurde kam Trotz von ihrer Seite.
Na denn, morgen haben wir nochmal die Chance dass es besser läuft. Jedenfalls werde ich versuchen das nächste mal mehr auf meine Klarheit zu achten =)

Liebe Grüsse

Lunamaya