Hallo da draußen! Hat irgendjemand Erfahrungen mit dem Familienbett und dem damit verbundenen Zubettgeh-Ritual. Erst seit kurzem schlafen wir (mein Mann, meine zwei Kinder - 1,5 und 4,5 Jahre - und ich) in einem großen Familienbett. Vorher schliefen mein älterer Sohn in seinem eigenen Bett in einem anderen Zimmer und meine kleine Tochter in ihrem Gitterbettchen im Elternschlafzimmer. Das Zubettgehen lief immer so schön friedlich ab, gemeinsam was lesen, ausgiebig kuscheln und dann einschlafen. Wir haben dieses Ritual immer richtig genossen. Jetzt aber seit wir gemeinsam im Bett liegen, drehen beide vor dem Schlafengehen noch mal so richtig auf, gemeinsam lesen und kuscheln ist fast unmöglich und es dauert dann eine "kleine Ewigkeit", bis beide in den Schlaf finden. Na ja, und ich habe mir das Familienbett irgendwie so ganz anders vorgestellt, wollte ja eigentlich mehr Gemeinsamkeit, Geborgenheit … für alle damit erreichen. Stattdessen stresst mich das manchmal schon ganz schön heftig, verliere dann den Kontakt zu mir und werde, trotz meines Bemühens zum „knurrenden Hund“ (und so mögen meine Kinder und ich mich überhaupt nicht). Obwohl mir mein Herz sagt, dass das Familienbett die richtige (wenn auch viel zu spät getroffene) Entscheidung ist, fühle ich mich doch irgendwie im Moment ziemlich überfordert. Vielleicht braucht es einfach nur noch mehr Zeit, bis alle mit der neuen Situation zurechtkommen – ich weiß es nicht????
Vielleicht hat jemand für mich einen hilfreichen Gedanken, eine Idee, wie ich das Ganze entspannter angehen könnte?

Kommentare

Hallo

Ausdauer....Wenn ich die Erfahrungen mit meinem Sohn betrachte, dann sind Veränderungen immer "sehr "anstregend. Also braucht es einfach einen langen Atem. Kinder sind keine Maschinen, die man einfach umprogramiert auch wenn es besser für sie ist. Es ist erst mal eine neue Situation und sie müssen sich damit zurecht finden. Mein Sohn ist 2 Jahre alt und schläft seit jeher bei mir mit im Bett, aber er hat auch so Tage das es machmal ne geschlagene Stunde dauert bis Monsieur schläft. An anderen Tagen dauert es 15 min. Ich glaube auch desto entspannter ich Ihn ins Bett bringe (Buch angucken, kuscheln, Licht aus, ich lege mich dazu), desto schneller schläft er ein.
Schöne Grüße

Familienbett

Liebe Maria,

ich habe sofort das Familienbett eingeführt, nachdem ich das Interview mit Akong Rinpoche, einem meiner spirituellen Lehrer, gelesen hatte. http://www.schattenblick.de/infopool/religion/buddha/rbpre707.html

Ich bringe die Kinder (7 und knapp 3 Jahre) zu Bett und lese ihnen noch etwas vor, bleibe aber selbst meist noch auf, um all die Dinge zu tun, zu denen ich tagsüber nicht komme. Manchmal klappt es ganz gut. Häufig ist aber besonders meine kleine Tochter zu aufgedreht um zur Ruhe zu kommen. Dann spreche ich ein elterliches Machtwort und lege sie ins Gitterbett. Manchmal verzieht sich auch mein siebenjähriger Sohn in ein anderes Bett, weil ihn seine kleine Schwester nervt. Mein ältester Sohn (10 Jahre), der nur selten bei uns übernachtet, schläft auch noch gern im Familienbett. Allerdings schlafen maximal 3 Personen (in unterschiedlichen Konstellationen) in unserem Bett, sonst wird es zu voll.

Ich finde die Idee mit dem Familienbett gut und würde sie nicht aufgeben, aber vielleicht braucht es etwas mehr Flexibilität. Die Person, die sich gestört fühlt, muss vielleicht auf ein anderes Schlaflager ausweichen, bevor sie zornig wird. Oder aber die Person, die die anderen nicht zur Ruhe kommen lässt, wird 'verbannt'. Natürlich protestiert meine Tochter, wenn ich sie in ihr Gitterbett lege, aber meistens nicht allzu stark. Irgendwie versteht sie es, dass sie den Bogen überspannt hat und einmal zu oft aus dem Bett geklettert ist.

Insgesamt verhilft das Familienbett (trotz oder wegen aller Konflikte, die es darum gibt) unserer Familie zu größerer Harmonie und ich stelle zufrieden fest, dass die gegenseitige Wertschätzung und mein Einfühlungsvermögen zugenommen haben.

Liebe Grüße
Gabriele

Danke für die

Danke für die Rückmeldung!
Ich habe das Familienbett einführt, um den Bedürfnissen meiner Kinder und auch meinen eigenen gerechter zu werden. Vor allem aber hoffe ich, dass ich meinem Sohn mehr Geborgenheit geben kann, damit es für ihn vielleicht leichter wird, mit seiner Eifersucht seiner kleinen Schwester gegenüber besser umzugehen. Naomi Aldort schreibt, dass das gemeinsame Schlafen vieles heilen kann. Ich hoffe wirklich, dass es ihn ein Stück weit unterstützt, mit dem großen Verlust, den er erlitten haben muss, leben zu lernen.

Die Einschlafsituation hat sich seither wesentlich entspannt. Meine kleine Tochter liegt jetzt aber wieder in ihrem Gitterbettchen direkt neben dem Familienbett und beim Einschlafen halten wir uns dann alle an den Händen. Es scheint ihr so auch zu gefallen. Alle wirken zufrieden. Es dauert zwar eine ganze Weile bis beide eingeschlafen sind, aber ich nutze diese schöne Zeit um "bei mir zu sein", und diese kostbaren Momente mit meinen Kindern zugenießen.

Liebe Grüße
EMaria

Hallo,Du schreibst, ihr

Hallo,

Du schreibst, ihr hättet es vorher immer richtig genossen, wieso habt ihr denn die getrennten Betten abgeschafft? haben sich deine Kinder nicht geborgen gefühlt? Sind sie nachts zu euch gekommen?

Ihr könntet doch einfach wie bisher getrennte Betten praktizieren, wenn alle glücklich damit waren. und wenn die Kinder kuscheln möchten, kommen sie einfach zu euch.

Familienbett ist eine schöne Sache, aber nur, wenn alle Beteiligten damit zufrieden sind.

Familienbett und Aufsteh-Sorgen

Mir ist gerade aufgefallen, dass wir wahrschenlich auch ein Familienbett haben ;-) Nur war das bei uns nie so ein bewusster Entscheid. Wir haben die Schlafsituation immer mal wieder verändert, meist kam dabei die Anregung durch eine Veränderung bei unserem Sohn, oder auch durch das Wohnumfeld.

Mir war diese Flexibilität immer sehr wichtig, ich wollte nicht, dass wir aus dem (Ein)Schlafen ein "Thema" machen, sondern halt vorzu schauen, was für uns stimmt. Es ist aber sicher einfacher mit einem Kind, ich weiss nicht, wir flexibel ich mit zwei Kindern gewesen wäre.

Unser Sohn hat als Baby bei uns, dann eine Zeitlang in eigenem Bett bei uns, dann in eigenem Bett in seinem Zimmer geschlafen.

Seit er grösser ist, haben wir ausführliche Bett-geh-Rituale, als er kleiner war, ist er am liebsten einfach in unserer Nähe eingeschlafen, egal womit wir gerade beschäftigt waren. Ich fand das sehr schön, dass er so aus eigenem Antrieb sich eine Schlafstelle (z.B. das Sofa) suchte und dort einschlief, einfach weil er müde war. Es hat ihn dabei nicht gestört, sondern sogar unterstützt, wenn wir daneben mit Haushalt oder Gesprächen beschäftigt waren.

Wie er älter wurde haben wir eben diese Rituale, vor allem mit viel Vorlesen, entwickelt. Und er kam mehr und mehr Nachts zu uns ins Bett. Dies war also ganz offensichtlich ein grosses Bedürfnis von ihm, und eigentlich auch von uns, weil wir leider tagsüber ja immer wieder getrennt sind. Diese Nähe war also für alle ein Geschenk. Aber so ein grosser Junge ist nicht immer ein angenehmer Bett-Kumpan, daher haben wir das so gelöst, dass er jetzt bei uns einschläft (mit oder ohne Gegenwart eines Erwachsenen) und wir ihn dann später auf eine Matrazze neben dem Bett rollen. Das ist für ihn so ok, und wenn er morgens früher aufwacht, klettert er einfach wieder hoch.

Das einzige was ich immer noch sehr schwierig finde ist, dass er (wie seine Eltern) ein Nachtmensch ist, daher also eher spät einschläft und morgens dann schlecht aus dem Bett kommt. An Frei-Tagen ist es kein Problem, da steht er selbständig auf und fängt an sich zu betätigen, sobald er genug geschlafen hat. Das ist meist so gegen 8. Aber an Schul/Arbeitstagen sind wir da leider nicht so frei, obwohl der Schulbeginn flexibel ist. Er könnte später aus dem Haus als wir, aber er hängt sehr daran, mit uns Eltern mitzugehen. Daher muss ich ihn zu früh wecken, er ist schlecht gelaunt, und die Morgenstimmung ist hin. Daran arbeiten wir jetzt schon länger und haben schon vieles ausprobiert, z.B. noch früher aufstehen, um mehr Zeit zu gewinnen. Aber bis jetzt haben wir da noch keine gute Lösung gefunden. Logo, die ideale Lösung wäre, dass jemand von uns morgens nicht zur Arbeit geht. Aber es ist schon sehr viel, dass wir beide Teilzeit arbeiten und somit Nachmittags für ihn da sein können. Vielleicht ist eine ideale Lösung in dieser Zeit auch nicht machbar, und dieser Konflikt gehört zu unseren permanenten Uebungs-Plätzen.