Hallo,

unser kleiner Mann (4 Monate) schläft seit einigen Wochen wieder deutlich schlechter, als er's schon mal "konnte". Das heißt: fast jede Nacht alle paar Stunden aufwachen (in "schlimmen" Nächten alle 1-2) und Laut geben. Ich stille ihn dann meistens, wie ich es auch früher getan habe - wohl wissend, daß er (Wachstumsschübe hin oder her), so viel Hunger gar nicht haben kann. Aber nichts anderes hilft, und ich bin mittlerweile so übermüdet, daß ich dann doch zu dieser "Notlösung" greife.

Der Rat der Hebamme, ihm dann nur ein Fläschchen mit Wasser zu geben, ist daran gescheitert, daß er kein Fläschchen mehr akzeptiert:-) - ebenso mit dem Schnuller, den wir ihm sowieso nur äußerst selten geben (hilft meist eh nix).
Ich weiß nicht, ob hier jemand das Buch "Auch kleine Kinder haben großen Kummer" von Aletha Solter kennt - jedenfalls orientieren wir uns sehr daran, da es uns absolut einleuchtet: der Grundgedanke ist, daß Babys und Kinder (und im Übrigen auch Erwachsene;-)) durch Weinen, Wüten etc. Spannungen abbauen und das total wichtig ist, um zu einem gesunden Menschlein zu werden. Also wenn Babys weinen (und es klar ist, daß sie weder Schmerzen noch Hunger noch sonst ein akutes Problem haben, das man dann natürlich beheben muß), sollen sie nicht abgelenkt / beruhigt / "beschnullert" / ....... werden, sondern man soll sie auf den Arm nehmen und ihnen einfühlsam "zuhören", bis sie sich ausgeweint haben.

Das haben wir mit unserem Sohn von Anfang an praktiziert - meistens weint er jeden Abend fast eine Stunde oder mehr - und haben gute Erfahrungen damit gemacht (wobei es natürlich manchmal SAUanstrengend sein kann. Aber mal ehrlich, ein Kind ständig vom Weinen abzuhalten zu versuchen ist eigentlich noch unentspannter!).
Nachts war er auch eigentlich ruhig, wollte nur meist 1-3 mal gestillt werden. Jetzt werden die Abstände aber halt immer kürzer, er ist immer öfter am Quengeln und ich geh allmählich auf dem Zahnfleisch....

Meine Ärztin meinte, es sei in dem Alter normal, daß die Kleinen rund um die Uhr Hunger haben - aber ich hab eher das Gefühl, das Stillen ist nun (um's in der Sprache des besagten Buches auszudrücken) doch zum "Kontrollmuster" geworden. Also zu etwas, das er braucht, um sich zu beruhigen (und nicht, um satt zu werden).

Aber ganz ehrlich, ihn nachts auch noch ne Runde weinen zu lassen, wenn ich vor Müdigkeit kaum noch denken kann, & nebendran mein Mann ist, der morgens für die Arbeit fit sein muß - krieg ich nicht gebacken.

Wir achten schon darauf, daß unser kleiner Mann in einer ziemlich reizarmen Umgebung aufwächst, er ist auch meist ein ziemlich fröhliches Kerlchen, hat tagsüber auch viel Körperkontakt.....einschlafen tut er auch problemlos, nur nach ein paar Stunden geht dann das Theater los.

Meine Hebamme meinte noch, daß es helfen könnte, wenn er tagsüber mehr schläft (davon hält er leider auch nicht viel, und es ihm "anzugewöhnen", indem ich ihn immer zur selben Zeit mittags ins Bettchen packe, fällt mir selbst total schwer. Eigentlich würde ich's halt lieber ihn entscheiden lassen, wann und wieviel er schlafen will, denn ich kann's ja schwer wissen.....meine Hebamme ist da allerdings anderer Meinung, sie meint, man müsse Babys manche Sachen erst "beibringen").

Soooo, jetzt hab ich ein ellenlanges Kuddelmuddel geschrieben...aber genauso verwirrt bin ich leider gerade auch, und weiß einfach nicht mehr weiter.
Jetzt meine Frage: Hat jemand ähnliche Erfahrungen, auch mit dem Versuch, ein Kind möglichst "schnullerfrei" aufwachsen zu lassen, und wie sieht es da mit dem Durchschlafen aus?

Bin dankbar für eure Tipps.
Liebe & sehr müde Grüße
Julia

Kommentare

liebe julia, dein eintrag ist

liebe julia,
dein eintrag ist ja schon einige zeit her, ich würde gerne wissen, wie es dir grad jetzt im moment geht...
aus eigener erfahrung weiß ich wie mühsam und ermüdend die erste zeit sein kann, habe selbst zwei kinder. meine kleinste (jetzt 2,5) schläft erst seit knapp einem halben jahr (relativ) friedlich und ruhig durch. ich glaube, den größten stress hab ich mir selbst mit meiner hoffnung nach ruhigen nächten gemacht. insbesondere wenn man im kopf hat, dass alle anderen kinder mit 8 wochen durchschlafen. die größte entspannung in dieser phase war wirklich für mich zu akzeptieren, dass es bei uns so ist wie es ist, ohne vergleichen mit anderen, ohne sich selbst leid zu tun. das hat mir auch geholfen einfühlsamer mein kind einfach auf den arm zu nehmen oder einfach nachts anzulegen. ich hab mir das gitterbett als verlängerung zu unserem bett hingestellt und das kind einfach mit ins bett geholt. einfach nur da-sein. und irgendwann (die zeit kam mir ewig vor) da war's einfach "von selbst" soweit...
und zum thema "schnuller" ich habe zwei erfahrungen: die eine man gewöhnt kinder an schnuller trotz stillen (meine große) - aber kinder brauchen keinen (meine zweite), stillen und zwischendruch den finger geben reicht aus. die phase mit dem finger hat von selbst geendet, abgestillt habe ich bewusst mit 2 jahren. das ist alles ein natürlicher prozess. ich glaube nur meine angst hat mich gehindert auch bei meinem ersten kind entspannt mit diesem thema umzugehen...
ich wünsche dir alles liebe und möglichst viel gelassenheit und geduld auf dem weg zu stillen nächten, damit du wieder zu ruhe und kräften kommen kannst um mit ganzem herzen für dein kind da zu sein.

Liebe Julia, Persönliche

Liebe Julia,

Persönliche Ratschläge kann ich dir keine geben. Aber ihr werdet sicherlich gemeinsam einen Weg finden, der für euch passt.

Werft aber doch einfach mal einen Blick hier rein:
http://www.arbor-verlag.de/ressourcen/schlafen
http://www.arbor-verlag.de/die-mutter-sein-die-man-sein-möchte
http://www.arbor-verlag.de/ressourcen/schreien-weinen

Vielleicht kann euch irgendeiner der Beiträge dabei behilflich sein eine Route zu finden.

Alles Liebe Annemarie