Hallo,
ich bin zur Zeit ganz genervt und energielos und habe mich entschlossen hier mal reinzuschreiben in der Hoffnung evt. Tipps zu kriegen oder Erfahrungen zu sammeln.
Mein Sohn ist 8 Monate alt und quengelt und weint fast den ganzen Tag, selbst wenn ich mit im Zimmer bin. Ich kann nichts machen, komme zu nichts und dieses ständige Geningel macht mich so aggressiv, dass ich ganz negativ gepolt bin und teilweise wortlos ihn hochnehme und emotionsleer durch den Tag wandle bis auf ein paar Tränenausbrüche.
Hab das Gefühl meine seelische und körperliche Energie ist im Minusbereich und ich fühle mich ihm gegenüber so schlecht und habe ein ganz schlechtes Gewissen.
Ich versuche ja empathisch zu sein, ihn zu halten, zu stillen usw., ihm zu sagen, was ich mache, wo ich hingehe und dass ich gleich wiederkomme, aber ich bin so fertig, dass ich das nicht pausenlos kann.
Ich denk dann immer, warum spielst du nicht einfach mal allein und lässt mich 10 Minuten in Ruhe? Jetzt kannst du doch krabbeln...
Das ist so krass, da wünscht man sich so sehr ein Kind und jetzt habe ich solche Gedanken...das macht mich selbst ganz traurig und ich mag mich gar nicht dafür.
Er ist ja noch ein Baby und macht das sicherlich nicht mit Absicht, bestimmt passiert grad sehr viel in ihm, das neuerlernte Krabbeln, Zahnen und mit knapp 8 Monaten soll ja angeblich die "Trennungsangst" anfangen...
Essen tut er auch noch nichts, außer eben Stillen, dh. wir sind schon noch sehr abhängig voneinander. Ich liebe das Stillen und finde wir haben eine tolle Stillbeziehung, aber langsam könnte mal was Anderes dazukommen, so dass ich theorethisch mal nen Nachmittag "freimachen" könnte. Ich möchte ja gar nicht direkt ne Malzeit ersetzen, nur ab und zu evt. mal außer Haus gehen um für mich neue Energie zu tanken...
Kennt ihr das zufällig auch oder ist nur mein Sohn mit 8 Monaten so dermaßen anstrengend?
Am Wohlsten fühlt er sich, wenn man sich immer mit ihm beschäftig, am besten Mama und Papa oder andere bekannte Personen gleichzeitig.
Aber das kann ich grad nicht immer leisten...
Ich wäre sehr dankbar über Antworten!
Viele Grüße!
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben


Kommentare
Hallo, ich wollte nur kurz
Hallo,
ich wollte nur kurz schreiben, was mir geholfen hat. Ich habe beide Söhne viel im Tragetuch bzw. Tragegurt (Ergo, Manduca) getragen. So war ich nicht mehr so eingeschränkt in meiner Bewegungsfreiheit und die Kinder nicht standig verunsichert, wenn ich mal den Raum verlassen habe. Das ist zwar körperlich nicht einfach, aber in meinem Fall war und ist es das kleinere Übel. Meinen kleinen Sohn trage ich mit über 1,5 J. auch noch, wenn alle Stricke reissen und ich es nicht mehr ertrage. Ich nehme ihn hoch, gehe raus oder mache sonst irgendwas. Beim Tragen habe ich die Kinder auch gestillt. Meinen älteren Sohn habe ich mehrere Stunden am Tag getragen, weil er extrem unruhig, reizbar und bedürftig war. Es klingt erstmal paradox, weil einem gerade dieses zuviel an Nähe und zu wenig Zeit für sich an den Nerven nagt. In akuten Situationen hat es mir allerdings gerade geholfen, Nähe herzustellen, wenn auch erstmal "nur" körperlich, indem ich die Kids ins Tragesystem eingepackt und für Tapetenwechsel gesorgt habe. Ich möchte dir noch ein Buch empfehlen, welches ich erst vor kurzem gelesen habe und das mir nochmal sehr die Augen geöffnet hat: KINDER VERSTEHEN von HERBERT POLSTER RENZ. Hört sich so pädagogisch an, ist es aber eben gerade nicht. Kleinkinder sind nicht einfach, das Buch hat mir geholfen, meinen BLickwinkel nochmal zu ändern, zu erweitern. Mit unserem grossen Sohn waren wir übrigens auch bei einer Schreiambulanz, weil wir uns keinen Rat mehr wussten. Letztlich waren wir zu diesem Zeitpunkt schon auf dem "richtigen" Weg, wobei der eben individuell ist. Wie dir geht es im übrigen Vielen. Der fehlende Austausch unter uns Müttern verschleiert diese Tatsache nur häufig. Auch der Umstand, dass Familien so isoliert sind, selbst in der Grossstadt, wo ich lebe. Fehlender Austausch, fehlende Vorbilder, fehlende Entlastung usw. Gibt es in deiner Nähe irgendwelche Familienzentren oder andere Gruppen, denen du dich anschliessen kannst (die SpielRaum-Gruppe nach Emmi Pikler hat mir übrigens auch total geholfen). Mit meinem ersten Sohn habe ich viele Mutter-Kind-Kurse besucht, um in Kontakt und rauszukommen. Oder ich bin in Eltern-Kind-Cafes gegangen. Das drüber-sprechen, in Kontakt treten mit anderen ist das A und O, denke ich, um Feedback zu kriegen und um innerlich wieder Halt zu finden, Psychohygiene sozusagen. Und um zu merken, dass man nicht allein ist mit diesen Gefühlen. Aber auch das Lesen, die Theorie also, helfen mir immer wieder, mich und meine Kinder zu verstehen, die mir ja eigentlich nichts böses wollen. Im Gegenteil, sie wollen eigentlich nur das beste für mich, häufig missverstehen wir uns nur leider, bzw. haben unterschiedliche Bedürfnisse. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute!!!
Spazierengehen zur Entspannung
Also ich bin immer viel mit meinem Sohn spazierengegangen, wenn er am späten Vormittag quengelig wurde.
Ab in den Kinderwagen - und es war Ruhe. Die "Pulle" war in Form der Brust bei Bedarf immer dabei.
Ich bin ohne Uhr in die Natur gelaufen - und habe immer gestaunt, was ich dabei immer wieder neu entdeckt habe.
Danke!
Danke für eure Antworten, ich werde eure Ratschläge beherzigen und mich derer annehmen:-)
Hilfe durch Berührung & BlütenSeelen
Liebe momomama,
ich kenne diesen Zustand sooooo gut.... meine Tochter hat sich ca. 18 Monate so verhalten, wie Du es von Deinem Kind beschreibst. Sie hatte ihre Gründe dafür, und ich verstand damals noch so wenig. Wie oft hatte ich Gedanken wie Du! Wie oft dachte ich mir, ich mache alles falsch, bin nicht die richtige Mutter für dieses kleine Wesen.... Damals hat mir eine Nachbarin geholfen: Sie ist Psychologin und Spezialistin für Emotionelle Erste Hilfe - ein Teil davon ist die sog. Schmetterlingsmassage. Sie hat mir oft "über den Zaun" gespiegelt, was mir mein Kind mit seinerm Gequengel sagen wollte. Und ich hörte zum ersten mal einfach nur meinem Kind zu, das war eine neue Erfahrung. Der Druck, meine Kleine trösten zu müssen, sie ja glücklich machen zu müssen war wie weggeblasen. Ich hatte immer das Gefühl, sie sollte so schnell wie möglich wieder mit dem Weinen/Schreien/Quengeln aufhören - doch mit dem Trösten ließ ich sie sozusagen niemals ausreden. Sie hatte ihre Gefühle, es waren ihre, sie waren okay und hatten nichts mit mir zu tun, das begriff ich. Ich hörte zu, mein Baby erzählte - und ich war nicht verantwortlich dafür, dass es endlich aufhört zu weinen. Meine Nachbarin zeigte mir einige einfache "Handgriffe", die mein Kind noch heute mit fast 3 Jahren manchmal einfordert, z.B. das Halten der Fersen (eine Stelle am Körper, an der vorgeburtliche und geburtliche Erfahrungen gespeichert werden). In ganz krassen Phasen gab sie als Psychologin auch mir körperliche Hilfen (z.B. Hand auf die Schulter), damit ich es aushalten konnte, meinem Kind einfach zuzuhören. Vieles wurde dadurch besser! Endlich konnte sich die Kleine "ausweinen" und ihr Stress, der ja in diesem Alter körperlich gespeichert wird, konnte dadurch abgebaut werden. Ich denke, wir hatten eine extreme Zeit, denn ihre Geburt verlief für uns beide absolut traumatisch, doch gemeinsam konnten wir dieses Trauma überwinden. Ich bin überzeugt, dass sie noch heute daran knabbern würde, wenn wir nicht diese Hilfe bekommen hätte. Deine Erfahrungen sind Gott sei Dank nicht so dramatisch, dennoch denke ich, kann die Emotionelle Erste Hilfe jeder Mutter helfen, wieder Empathie aufzubauen - für sich und das Baby. Vielleicht hast Du Lust, Dich mal mit diesem Thema zu beschäftigen. www.bindung-durch-beruehrung.de informiert darüber. Das entscheidende i-Tüpfelchen waren dann noch die BlütenSeelen von Annette Knell (www.bluetenseelen.de) - ich habe Annette kennengelernt und war sofort angetan von ihren BlütenSeelen. Meine Tochter suchte sich selbst welche aus -die Wirkung war beeindruckend und nachhaltig positiv. Naja, vielleicht nicht was für jeden, aber es hat ihr phänomenal geholfen, ihre Gefühle selbst zu regulieren und sich nicht ständig von mir "retten" zu lassen. Ich wünsche Dir viel Kraft, Gelassenheit & Trost! Ach ja: "Mein kleiner buddhistischer Erziehungsberater" ist hierfür eine wunderbare Lektüre! Liebe Grüße, Sonja
Du gibst Dein Bestes:-)
Hallo momo85,
in dem Kommentar von Julia wurde eigentlich schon alles gesagt, wie ich finde:-) - und nach dem, was Du schreibst, bedenkst Du ja auch schon alles Mögliche.
Mir geht es schon jetzt - mein Sohn ist erst knapp 4 Monate alt - öfter so wie Dir, wenn er seine "unerklärlich-quengeligen-Tage" hat; bin mordserschöpft und werde dann auch einfach (innerlich) aggressiv, auch weil ich weiß, daß durch das Stillen und seinen sehr unregelmäßigen Trinkrhythmus vorerst auch ein Babysitter noch keine Möglichkeit ist. Sowohl meine Eltern als auch die meines Mannes sind weit weg, Freunde arbeiten alle, somit habe ich auch tagsüber null Entlastung.
Was mir dann hilft, ist manchmal das Wissen: es geht auch wieder vorbei, es kommen auch wieder Phasen, wo der Kleine ruhiger ist. Aber es ist schon ein Knochenjob, das muß man sich auch einfach mal klarmachen. Und Hilfe annehmen, wo immer sie sich auftut.
Ich weiß nicht, ob Du für so was offen bist, aber ansonsten kann ich Dir auch Bachblüten empfehlen (spezielle Mischung oder im "Notfall" einfach mal Rescue), die unterstützen einen in so Extremsituationen meiner Erfahrung nach sehr gut.
Und über die eigenen Gefühle reden, sie nicht in sich behalten, wirkt auch immer wieder Wunder....dadurch verlieren die oft was von ihrer "Explosivität". Und andere Menschen bestätigen einem viel eher mal, daß man bereits sein Bestmögliches gibt - und nicht so streng mit sich sein sollte.
Also alles Liebe Dir & Deiner kleinen Familie
von noch einer Julia:-)
Du bist nicht allein!
Liebe Momo85
Du bist nicht allein. Auch vielen Vätern - wie auch mir - ging es ähnlich.
Ich schliesse mich Julia an und möchte Dir vorschlagen, Dir Hilfe und Entlastung zu suchen. Sei es eine Haushaltshilfe, einen Babysitter oder eine andere Betreuungsmöglichkeit, damit Du wieder einmal ein paar Stunden für Dich hast (um vielleicht einfach faul im Bett zu liegen, fern zu schauen oder in die Sauna zu gehen). Und versuch vielleicht mit Deinem Sohn offen über Deine Gefühle zu sprechen. Es macht keinen Sinn dass man heile Welt vorspielt, wenn die Realität anders aussieht.
Bei uns kommt einmal die Woche für 2 Stunden eine Haushaltshilfe. Schon allein das hat wahnsinnig viel verändert. Und ausserdem ist dies mit ein Grund, warum wir jetzt eine eigene alternative Kinderkrippe gründen, damit wir Eltern (und uns) ermöglichen können, ihre Kinder guten Gewissens ein paar halbe Tage pro Woche betreuen zu lassen.
Liebe Grüsse
Remo
Hallo du liebe Momo-Mama, mit
Hallo du liebe Momo-Mama,
mit diesen Erfahrungen und Gefühlen bist du nicht alleine, ich kenne das gut aus meiner Zeit mit kleinen Kindern und dem Kontakt mit Müttern heute. Nach sechs, sieben, acht Monaten kommt bei vielen Müttern der Punkt, an dem die Batterien einfach leer sind und dann wünscht man sich sehnlichst Entlastung, mal wieder einen Abend ohne Kind irgendwo, mal wieder etwas Zeit für sich alleine. Gleichzeitig wird es mit den Kindern nochmal anstrengend, wie du selbst schreibst und ja sehr gut beobachtet hast, Zahnen, neue Eindrücke müssen verarbeitet werden, neue Bewegung, vielleicht auch ein "Wollen" und noch nicht "Können", die ersten Trennungsängste. Da sind Kinder eben sehr unterschiedlich, das sind alles Phasen die kommen und gehen und auf keinen Fall solltest du dir Schuldgefühle einreden.
Es ist ja schwierig, dir einen Rat zu geben, weil wir uns nicht kennen und ich auch dein Kind nicht kenne. Hast du Unterstützung durch Großeltern/Familie? Hast du eine Müttergruppe oder Freundinnen, mit denen du offen reden kannst? Wenn du dich so emotionslos und leer fühlst hat das ja oft auch mit Einsamkeit und Überlastung zu tun. Du solltest dich nicht scheuen, um Hilfe zu bitten, vielleicht auch bei einer Beratungsstelle. Diese Hilfe steht dir zu! Mutter zu sein ist anstrengend und eine der wichtigsten Dinge, die es dabei zu lernen gibt ist es, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und dafür zu sorgen, dass es dir selbst gut geht. Und das ist einfach mit einem kleinen Kind eine riesige Herausforderung.
Wenn ihr so eine enge und gute Beziehung habt tut es euch vielleicht auch gut, wenn du einmal gedanklich oder in Worten mit deinem Kind sprichst und ihm sagst, wie es dir im Moment geht und was du dir wünscht. Dein Kleiner wird die Worte nicht verstehen, aber das auszusprechen wird vielleicht etwas verändern oder in Bewegung bringen. Dies ist nun aber auch der einzige "Tip", den ich dir geben kann. ;-)
Ich wünsche dir, dass du bald zu neuer Kraft findest und es bei euch wieder aufwärts geht. Du bist ganz bestimmt keine Mutter die etwas "falsch" macht, nur im Moment einfach und aus gutem Grund erschöpft und suchst nach einer Lösung. Das ist ein wichtiger und guter Anfang...
Alles Liebe und Gute für euch
Julia
Beispiel
Aus der Ferne sieht man nicht alles. Dieter Dorn hat in solchen Fällen oft über die Wirbelsäule helfen können. Ich denke da an die Ärztin, die mit ihrem 4 Monate alten "Schreibaby" bei ihm war. D.Dorn fühlte die Blockade am 6.Brustwirbel; der Nerv, über den der Magen gesteuert werden soll, war in der Klemme. Wenn das Kind schreit, bekommt es das Fläschchen, das kann es nicht verdauen, das gibt Sodbrennen, das Kind schreit, es bekommt das Fläschchen,...... Wenn der Magen wieder funktioniert, ist der Teufelkreis ausgeschaltet.
Das wollte ich nur mal als ein mögliches Beispiel für Problemverständnis und Hilfe berichtet haben. Im Dornfinder findet man ggf. Adressen zur PLZ.
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe