Hallo, ich bin neu hier in diesem Forum und ich freue mich auf so viele tolle Beiträge zu stoßen.
wir haben einen Sohn der 16 Monate ist und im April kommt das zweite Baby. Also Julian ist dann 19 Monate. Zur Zeit bin ich sehr verunsichert wie das dann klappen wird, ich weiß, dass alles geht und gehen muss, aber irgendwie möchte ich nicht, dass Julian in eine Stresssituation kommt durch das neue Baby. Zur Zeit ist er sehr auf mich fixiert, lässt sich in der nacht kaum vom Papa beruhigen, gebe auch zu, dass ich hald immer für ihn da bin und sein Weinen nicht gut ertragen kann, wenn der Papa bei ihm ist. Ja aber was ist, wenn das Baby da ist, ich werde es selbstverständlich stillen und werde es nicht schaffen für zwei Babys zu sorgen in der Nacht - zumal mir der Schlafentzug sehr zu schaffen macht!! Dann will Julian sehr oft von mir getragen werden und zu mir kuscheln, es ist wunderbar, aber wie werde ich das handhaben wenn das Baby da ist und vorallem ohne, dass sich Julian abgewiesen und vernachlässigt fühlt. Der Baby beginnt im Feb. einen neuen Job und wird am Anfang sicher viel nicht zu Hause sein. Tja, da kommen schon ein paar Zweifel aus. Ich erkläre ihm natürlich viel, er hat auch eine Puppe bekommen (mit der er sehr lieb ist), wir haben Bücher etc. aber ich glaub nicht, dass er versteht was geschehen wird. Natürlich sagt meine Mutter und Freunde, das ist gut wenn Julian ein bisschen weg von dir kommt und du musst dann ja auch ins Krankenhaus, aber ich möchte jetzt keine gekünstelte Stresssituation für ihn schaffen, ich weiß nur nicht wie er es verkraften wird. Übrigens ist Julian sonst ein sehr Kontaktfreudiges Kind, ihm macht es auch nichts, bei unseren Vermietern, Omas oder Verwandten zu bleiben oder mit ihnen zu gehen, wer weiß ich komme wieder und hole ihn, aber wenn ich dann 4-5 Tage nicht komme, was dann?? Vielleicht mache ich mir zu viele Gedanken aber er ist ein so liebes Kind und ich möchte vermeiden, dass er aufgrund unseres Familiennachwuchses anfängt zu hauen oder streiten oder sonst was. Vielleicht kennt jemand diese Situation und kann mir den einen oder anderen Ratschlag geben. Vielen Dank dafür.
Liebe Grüße
Astrid
Eifersucht - der Kleine
Sehr geehrte Astrid,
micht treibt das Thema auch um. Unsere Große war 5 Jahre alt, als unser Sohn geboren wurde - jetzt 15M. D.h. ihr konnte man alles gut erklären und sie hatte sich auch schon Jahre ein Geschwist gewünscht. Eigentlich also ein einfacher Start. Trotzdem bleibt natürlich im Alltag immer das Problem, das zwei was gleichzeitig wollen, das nicht gleichzeitig erfüllt werden kann, oder eben nur das eine und dann das andere nicht mehr geht. Das ist und bleibt für alle Anstrengend und immer wieder enttäuschend. Auch für mich als Mutter. Andererseits denke ich mir auch zuweilen, so ist es eigentlich immer im Leben: Man lebt in einer Gemeinschaft und im Ausgleich der Interessen können nicht immer nur meine erfüllt werden. Das sieht ein Kind natürlich nicht ein, braucht es auch nicht, weil es ja berechtigterweise seine Bedürfnisse erfüllt sehen will. Ich will darauf hinaus, dass das aushaltbar ist und zumutbar, wenn jeweils in der Situation auch klar gemacht wird warum es jetzt nicht geht.
Und damit komme ich zu dem was mich dann eigentlich mehr als Eifersucht der Alteren beschäftigt hat: das Zukurzkommen des Kleinen, dem als Säugling nichts klar gemacht werden kann. Die Intimität und Intensität, die die ERste hatte, kann ich gar nicht mehr geben, weil stets schon einer dabei ist, der noch was will. Ich kann kaum in Ruhe wickeln, weil die Große da schon wieder mit einem tollen Bild steht etc.. Die redet und redet die ganze Zeit, z.B. bei den gemeinsamen Mahlzeiten und bestimmt damit einfach die Unterhaltung. Wird der Kleine je das Gefühl haben, es lohnt sich auch mal was zu sagen?
Neben der Eifersucht der Älteren scheint mir auch ganz wichtig, den Kleinen in Schutz zu nehmen, der Großen zuzumuten, dass da nun jemand ist, der auch was will.
Grüße
Frau Holle
ähnliche Situation - und doch anders
Hallo Astrid!
Auch wir bekommen im April unser zweites Kind, jedoch ist meine Tochter schon drei. Ob das ein Vorteil oder ein Nachteil ist, werde ich wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt sagen können... Sie versteht zwar schon sehr viel und freut sich auch sehr auf "unser" Baby, aber wie es dann wirklich sein wird, wenn es da ist?!? Immerhin ist sie es schon seit über drei Jahren gewohnt, immer und überall die erste zu sein und beachtet zu werden - und sie bevorzugt mich (v.a. in der Nacht) auch gegenüber ihrem Vater...
Wegen der Geburt habe ich geplant, sie ambulant zu machen, vor allem auch, weil ich sehr gerne so bald wie möglich eine Familie zu viert sein möchte anstatt im Krankenhaus herumzuliegen. Ich hoffe, das klappt so wie ich es mir vorstelle!
Tja, das waren wohl keine hilfreichen Ratschläge, solche habe ich leider nicht anzubieten...
Trotzdem ganz liebe Grüße,
Hannelore
Geschwisterneid
Hallo Astrid,
schön, das Du Dir so viele Gedanken um Deinen "Großen" machst!
Es ist immer schwieriger für 2 kleine Kinder zu sorgen, als für 1. Ich bin selbst Zwillingsmama eines 12 Monate alten Pärchens.
Da mein Mann nun wieder arbeitet, bin ich in der Woche oft mit ihnen allein. Es ist nicht einfach 2 Kindern gerecht zu werden und ganz ehrlich oft geht das garnicht. Wenn Du alleine bist, kannst Du Dich nicht zerteilen, und dann muss ein Kind schon mal warten. Leider!
Oft bin ich auch verzweifelt, weil da 2 kleine Kinder vor mir stehen, die Arme ausstrecken und auf Mamas Arm wollen. Ich kann aber nur eins nehmen (sie wiegen mittlerweile jeder um die 9 kg und ich habe es im Rücken). Da geht das nicht so einfach.
In diesen Situationen wäre es sicher einfacher jemanden da zu haben, der helfen kann (Oma, Tante, Onkel etc.). Unsere Familie bzw. das, was davon übrig ist, wohnt zuweit weg und so bleibt mir nichts übrig, als mich da alleine durchzuboxen.
Ich versuche Situationen zu schaffen, wie ich dennoch auf die Bedürfnisse meiner Kinder eingehen kann (z.B. wenn beide auf den Arm wollen, dann setze ich mich halt auf den Boden und nehm sie dann in die Arme).
Ich versuche abzuwechseln (Beim Windelnwechseln, beim Tragen, beim Füttern usw.)
Und ich denke, das man einen dann 19 Monate alten Jungen auch ganz gut in die Babypflege integrieren kann. Vielleicht mag er ja aussuchen, was das Baby anzieht, Windeln reichen oder Fläschchen halten usw.
Dadurch fühlt er sich "groß" und entwickelt auch Selbstbewußtsein!
Vielleicht hat auch Papa mal Zeit, in der er sich ums Baby kümmern kann und Du dann nur Zeit für den "Großen" hast.
Mittlerweile gibt es in Entbindungskliniken Familienzimmer. Vielleicht kommt das für Euch ja in Frage?!
Wir haben es genutzt und fanden es toll alle zusammen zu sein!
Mach Dir nicht soviele Sorgen, genieße noch den Rest Deiner Schwangerschaft!
Liebe Grüße