Hallo!
Zum Ersten muss ich sagen, dass ich es sehr sehr gut finde und dankbar bin, dass der Verein ein Forum in die Welt gerufen hat. Hatte das fast ein bisschen vermisst, da ich den Austausch mit gleichgesinnten Eltern als sehr wertvoll empfinde. Habe mich bis jetzt vor allem durch das Forum von Naomi Aldort "durchgekämpft", aber den englischsprachigen Austausch trotzdem sehr schätzen gelernt.
Zum Zweiten hätte ich nun eine Frage an euch "da draußen". Seit Wochen quält mich nun schon die Frage, wie wichtig der Kindergarten eigentlich für Kinder ist. Mein Sohn (4 Jahre) wollte nach kurzem Kindergartenbesuch in einem Montessori-Kindergarten nicht mehr dort hin. Anfangs war ich ziemlich enttäuscht, weil "ich" mich so sehr darauf gefreut hatte, dass er diesen tollen Kindergarten besuchen kann. Da ich bald gemerkt habe, dass hinter der Verweigerung mehr steckt als nur eine seiner Launen (vermutlich Verlustängste), haben mein Mann und ich beschlossen, ihn abzumelden, und ihm die Zeit zu geben, die er noch braucht, um sich sicher und langsam von uns lösen zu können. Obwohl ich mir irgendwie schon sicher bin, dass es ihm Moment die beste Lösung ist, bin ich trotzdem verunsichert, weil eine der Pädagoginen betont hat, wie wichtig in diesem Alter soziale Kontakte zu gleichaltrigen Kinder sind. Und außerdem weiß ich auch, dass ich meinem Sohn die "vorbereitete Umgebung", wie sie von M. Montessori betont worden ist, damit er sich in den sensiblen Perioden bestmöglich entwickelt, unmöglich bieten kann. Irgenwie macht sich in mir also das Gefühl breit, dass ich ihn doch einer tollen Möglichkeit beraubt habe. Wie kann ich ihn nun in dieser Zeit bestmöglich unterstützen?
Vielleicht hat ja jemand von euch die gleiche oder eine ähnliche Erfahrung gemacht oder kann mir mit einem Buchtipp weiterhelfen. Ich wäre für jede Anregung dankbar.
Viele liebe Grüße
EMaria
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Kommentare
Hallo! Ich möchte nur kurz
Hallo!
Ich möchte nur kurz meine Erfahrung/ Beobachtung dazustellen.
Kinder brauchen andere Kinder. Schon der 1,5 jährige, den ich mit 3 anderen betreue, fragt nach dem Aufwachen am Morgen sofort strahlend nach mir und den "kleinen Kollegen".
Sicher gibt es Ausnahmen, Kinder, die besonders sensibel sind. Allgemein halte ich es für bedenklich, wenn ein Kind nur bei Mama aufwächst. Das sage ich, obwohl ich als Kind keine schöne Erfahrung im Kiga gemacht habe- aber das warn komplett andere Zeiten und jeder halbwegs ordentliche Kiga heute wird besser sein- hoffe ich. Zumal, wenn Montessori draufsteht.
Und für Mama und Papa ist loslassen üben immer gut- das wiederum sage ich, weil ich ein 16jähriges Kind habe und weiss, wovon ich rede.
Kindergarten - an EMaria und gerne an alle
Liebe EMaria,
gerade habe ich Deinen Bericht über Deine Kindergarten-Sorgen gelesen. Mir geht es ähnlich. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch im Kindergarten (es war ihm alles zu viel, zu laut, zu unpersönlich und die Erzieherin verstand sich eher als eine Art Entertainerin, während er eher eine mütterliche Zuwendung gebraucht hätte) ist mein Sohn seit er 3 geworden ist und ich wieder arbeiten musste halbtags bei einer Tagesmutter, was relativ gut klappt. Er ist einfach nicht gerne ohne mich und der Abschied morgens fällt ihm immer schwer. Aber dann geht es. Nun wird er im April 4 und ist meines Erachtens noch immer kein Kindergartenkind. Bis Viereinhalb kann er bei der Tagesmutter bleiben. Aber dann möchte sie wieder jüngere Kinder aufnehmen. Es ist jetzt natürlich auch kein anderes Kind in seinem Alter mehr da. Das Älteste ist ein Jahr jünger als er. Ich tue mich sehr schwer mit dem Kindergarten. Bin selbst nicht überzeugt davon und glaube auch nicht wirklich, dass er unbedingt notwendig ist. Aber irgendwo muss er hin. Im absoluten Notfall würde ich zwar sogar kündigen, aber ich hoffe noch auf einen anderen Weg. Was mich interessieren würde ist, wie Du Dich mittlerweile fühlst und wie es bei Euch weitergeht? Würde mich sehr über eine Antwort freuen.
Viele Grüße
Susanne
Liebe Susanne, das hört
Liebe Susanne, das hört sich für mich eher nach einem Problem von die an, ohne dir zu nahe treten zu wollen.
Das Loslassen, du weisst...
PS. Ich staune immer wider, was Tagesmütter in andren Orten machen. Hier betreut (fast) keine/r Kinder, die älter als 3 sind. Insofern hast du Glück.
EMaria Kindergarten
Hallo
Darf ich fragen ob Sie schon einmal darüber nachgedacht haben warum Sie einen jungen Menschen in diese Welt bringen?
?????
Wenn dies möglich ist, warum sollte es dann nicht möglich sein, diesem jungen Menschen eine Umwelt zuschaffen,die unabhängig von allen vorgegebenen Mustern,diesem jungen Menschen und auch Ihnen gerecht wird.
Meinen Sie nicht auch, dass , wenn wir in der Lage sind den Menschen zur Freiheit zu erziehen, die sogenannten sozialen Kontakte vor selbst entstehen werden.
Warum hören wir immer nur auf sogenannte Fachleute, Spezialisten.
Warum beziehen wir Informationen immer nur aus zweiter oder dritter Hand.
Woher haben diese Leute Ihre Informationen und was steckt dahinter...
Warum finden wir nicht selbst heraus wo uns der "Schuh"drückt.
Sind wir zu träge, zu faul, sind wir dazu nie erzogen worden.
Wenn Sie in der glücklichen Lage sind, die Zeit mit diesem jungen Menschen zu verbringen, warum tun Sie es nicht.
Das Thema hier nennt sich doch "Mit Kindern wachsen". Wir könnenwir mit jungen Menschen wachsen, wenn Sie nicht bei uns sind.
Zum Schluss dieser vielen Fragen, noch eine dazu.
Was assoziiert der Begriff "Kind" in uns, welches Bild haben wir davon? Wir haben garantiert ein Bild, denn wir sind so erzogen worden und erziehen so weiter.
Nach diesem Bild handeln oder besser reagieren wir in unserer sogenannten Erziehung.
Herzlich
Kindergarten
Danke Ramona für den Buchtipp! Werde in dieses Buch mal reinschmökern!
Danke auch dir Lienhard für deine Einbringung! Es fällt mir immer noch sehr oft schwer mit meinem Sohn in Verbindung zu stehen oder zumindest habe ich das Gefühl das diese Verbindung bisweilen auf sehr wackeligen Beinen steht und ich nicht immer alles was er mir mitteilen möchte auch richtig wahrnehme. Trotzdem, ja, im Moment ist die Entscheidung ihn vom Kindergarten abzumelden wohl die richtige gewesen, da wir uns beide wieder "beruhigt" haben und die Spannung, der Druck weggefallen ist. Es ist mir klar geworden, wie wichtig es ist, dass ich darauf vertrauen sollte, dass „er“ mir zeigt, „was“ er „wann“ braucht.
Leider verschleiert mir mein Übereifer, immer alles richtig machen zu wollen, meinen Blick auf das einzige Wichtige zu richten, nämlich die Bedürfnisse meiner Kinder.
Danke für den Denkanstoß!
Viele Grüße
Emaria
Kindergarten
Hallo EMaria,
unsere Tochter ist zwar noch nicht im Kindergartenalter. Ich kann mich aber erinnern, dass ich als Kind auch nicht gern in den Kindergarten gegangen bin. Habe eigentlich keine guten Erinnerungen daran.
Habe das Buch "Montessori für zu Hause" von Claudia Schäfer gelesen, ist im dtv erschienen. Das fand ich sehr gut.
Liebe Grüße Ramona
Kindergarten
Hallo EMaria,
schön, dass Du unser neues Forum belebst! Ich werde sicherlich nicht immer die Zeit haben, mich selbst einzubringen, auf Deine Frage möchte ich aber doch zumindest kurz eingehen.
Wie so oft und wie Du vermutlich auch durch die Beschäftigung mit der Arbeit von Naomi Aldort weisst, gibt es auf solche Fragen keine allgemein gültige richtige Antwort. Die Menschen sind verschieden und Kinder ganz besonders - die einen gehen gerne in den Kindergarten, die anderen überhaupt nicht, mal ganz abgesehen, von der Beziehungsqualität des jeweiligen Kindergartens und wie aufgehoben sie sich dort fühlen.
Dass Kinder in diesem Alter soziale Kontakte zu Gleichaltrigen "brauchen" stelle ich mal in Frage. Was sie brauchen, sind Erwachsene, bei denen sie sich sicher und gefühlt fühlen und die sie achtsam ins Leben begleiten. Wann, in welchem Ausmaß und in welcher Umgebung sie dann Kontakte zu Gleichaltrigen suchen, ist sehr unterschiedlich - und das wird sich dann zu seiner Zeit zeigen.
Unser Sohn hat sich den Kindergarten ein paar Mal angesehen und sich dann dagegen entschieden - und das obwohl wir sehr abgelegen wohnen und er im privaten Umfeld keine Kontakte zu Gleichaltrigen hatte. Heute ist er 13 und wir können nicht feststellen, dass er dadurch irgend etwas verpasst hat oder Defizite im Sozialverhalten aufweist. Deine Zweifel kommen mir natürlich sehr bekannt vor - aber letztlich haben wir uns entschieden, uns an unserem Sohn zu orientieren und nicht an irgendwelchen pädagogischen Konzepten oder Ideen und damit sind wir bisher sehr gut gefahren.
Nicht zuletzt vor dem Hintergrund solcher Fragen wie Du sie hier stellst haben wir ja nun den Mit Kindern wachsen - Elternkompass ins Leben gerufen. Und wie dieser Name schon andeutet, geht es dabei vor allem daran, unsere innere Orientierung zu stärken. Wenn wir mit unseren Kindern in Verbindung sind, können wir wahrnehmen, was für sie stimmt und was nicht. Und - nur um sicher zu gehen - damit sage ich nicht, dass es grundsätzlich besser ist, dass Kinder nicht in den Kindergarten gehen oder andere Formen der Betreuung in vornherein schlecht sind. Es kommt eben darauf an - auf das Kind, seine Eltern, die Lebenssituation und wenn wir das alles in Betracht ziehen, stehen die Chancen gut, dass wir die bestmögliche Entscheidung treffen können. Und diese kann je nach den Umständen sehr unterschiedlich ausfallen - und natürlich können sich die Umstände auch wieder ändern. . .
Ich hoffe, das hilft Euch erst einmal ein wenig weiter,
herzliche Grüße,
Lienhard