Ein herzliches Hallo an alle!
Mein Mann und ich haben beschlossen, unseren 3-jährigen Sohn zu Hause bei seinen spannenden Entwicklungsstufen zu begleiten. Viele Artikel in der MKW-Zeitschrift liefern uns dazu viel Kraft und Motivation. Ich würde mich sehr freuen, hier im Forum andere Eltern zu finden, die ebenso diesen Weg gehen. Wir könnten uns darüber austauschen, welche echten Entwicklungsbedürfnisse wir bei den jeweiligen Kindern erkennen und wie wir sie am besten bei einer Erfüllung begleiten können. Unser Sohn Benjamin macht gerade große Schritte bei seiner Sprachentwicklung, und es ist für mich Tag für Tag ein kleines Wunder das miterleben zu dürfen. Aber auch seine fortschreitende Beweglichkeit, seine zunehmende Sicherheit bei schwierigeren Bewegungsabläufen ist für uns deutlich erkennbar. Deshalb bin ich vollkommen davon überzeugt, dass er auch alle anderen für ihn wichtigen Dinge ganz von selbst und ohne "Motivation" von außen erlernen wird - wenn es eben paßt. Ich würde mich sehr freuen, andere Eltern mit ähnlichen Interessen kennenzulernen!
Herzliche Grüße,
Heidi
Leiter klettern, Rutschen, Zelt bauen
Hallo!
Wir haben vor 2 Tagen zwei Malerleitern (1,20 und 1,50 m hoch) besorgt und ein 1,50 m langes Brett dazu. An den Enden des Brettes hat mein Mann je eine Leiste montiert, damit man das Brett gut an den Leitersprossen einhängen kann. Seit die erste Leiter im Zimmer aufgestellt ist, ist Benjamin sehr damit beschäftigt! Zuerst mal rauf und wieder runter (nur auf einer Seite), dann rauf und oben hinsetzen, dann ein sehr vorsichtiger Versuch, oben drüber zu steigen (was er beim Dreieckständer im SpielRaum bisher nur selten getan hat), dann auch auf der anderen Seite raufklettern. Es war für mich sehr interessant diese Erkundungsabläufe zu beobachten! Die Leiter war jedenfalls den ganzen Tag immer wieder der Mittelpunkt seiner Beschäftigung. Am Nachmittag hat er begonnen, Tücher und Windeln darauf aufzuhängen und schließlich mit immer mehr Kluppen (Wäscheklammern) weitere Tücher und Decken daran zu befestigen - bis die ganze Leiter wie ein Zelt verhängt war. Er ist dann hineingekrochen und hat es als sein "Schlafhaus" bezeichnet.
Der heutige Tag stand im Zeichen der Verwendung des Brettes. Immer wieder mußten wir es verschieden zwischen den beiden Leitern platzieren - mal tiefer, mal höher, mal gerade mal schräg. Je länger er sich damit beschäftigte, umso sicherer wurden seine Bewegungen (fast schon ein bißchen nachlässig beim Aufpassen) und umso variantenreicher seine Kletter- und Rutschpartien (verkehrt, am Bauch, auf und mit einem Spielzeug etc.). Am Nachmittag wollte er wieder ein "Tücher-Windel-Kluppen-Leiter-Schlafhaus" bauen und tat das auch...
Herzlichst,
Heidi
Hallo Heidi!
Nein, mich hast du nicht erschreckt,auch wenn ich zugeben muß mir ein solch konsequentes Leben nicht vorstellen zu können.Ich bin zwar auch der Meinung das Fernsehen und ganz besonders unkontrolliertes Fernsehen nicht besonders förderlich ist für die Kreativität von Kindern.Ich hab im Gegenteil großen Respekt davor Kinder ohne Medien aufwachsen zu lassen,dennoch glaube ich das sie den Umgang und die Dosierung damit lernen sollten, da sie irgendwann damit in Kontakt kommen und was dann...?Ist der Reiz des Unbekannten dann größer...? Ich muß aber auch gestehen das ich noch nicht viel Literatur zu diesem Thema gelesen habe, außer den Beiträgen in den MKW- Zeitschriften.
Zu deinem Beitrag übers Kochen und Backen stimme ich dir 100% zu.Zum einem finde ich es meistens
sehr schön wenn wir zusammen kochen und backen, Emily liebt es mir dabei zu helfen und auf diese Weise ißt sie ( komischerweise) auch Gemüse, was sie sonst liegen lassen würde.Wenn sie beim schneiden mithelfen darf scheint es ihr zu schmecken.
Schön das dein Sohn an technischen Dingen so ein Interesse hat, das interessiert Emily überhaupt nicht,ich glaube da trennen sich die Geschlechter schon. Bin mal gespannt wie das bei unserem Sohn sein wird...
Um kurz von unsrem Wochenende zu berichten oder vielmehr der heutige Sonntagmorgen, der mich immer noch beschäftigt:Emily hatte eigentlich eine gute Nacht,sie schlief neben mir fast die ganze Nacht durch und wachte dann heute Morgen um 7 Uhr auf und wollte das wir aufstehen. Ich dagen hatte mal wieder eine sehr unruhige Nacht (mag an der 39. Schwangerschaftswoche liegen) und erklärte ihr ich sei noch müde und möchte gern noch etwas liegen bleiben und bot ihr das Kuscheln an.
Sie fing daraufhin gleich an zu quengeln und jammern und wollte das nicht akzeptieren.Ich fragte sie ob sie allein aufstehen möchte zum spielen,sie willigte ein.Kaum stand sie im Flur fing sie an zu weinen und zu quengeln und verlangte nach ihrem Papa,ich bat sie ihn nicht auch noch auf zu wecken doch sie machte so lange weiter bis wir alle wach waren .Ich frag mich jetzt was sie eigentlich wollte-klar in erster Linie das wir aufstehen-aber dieses "trotzige"Verhalten zeigt sie im Moment öfter, sobald es mal nicht so läuft wie sie will ( was steckt dahinter ?).Und zum zweiten hab ich noch keine Weg gefunden damit respektvoll umzugehen. Respektvoll auch uns gegenüber,wir erwarten bald unsre zweites Kind...ich kann und will nicht auf jede Forderung eingehen. Was denkt ihr darüber, bin auch für konstruktive Kritik offen,vielleicht sehe ich die Dinge zu subjektiv und emotional.
Würd mich über eure Beiträge freuen. Bis bald.
Liebe Grüße,
Susanne
Fernsehen; Aufwachen
Liebe Susanne!
Ich hab dir gestern schon eine Antwort verfaßt, aber die ist irgendwo in der Endlosigkeit des Internets verschollen, leider. Also ein zweiter Anlauf...
Was das Fernsehen, Videos, DVDs etc. betrifft, denke ich, dass jeder Tag, an dem ein Kind, ganz besonders ein kleines!, diese nicht konsumiert, ein gewonnener Tag für seine Gehirnentwicklung ist. Kinder sind ja damit beschäftigt, die normale Wirklichkeit mit all ihren Sinnen zu erfassen, "echte" Erfahrungen darin zu sammeln, sie zu verarbeiten und zunehmend zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Virtuelle Bilder wie aus den Fernsehwelten sind da nicht hilfreich sondern störend. Der Schaden, den sie anrichten, ist dann geringer, wenn das Kind älter und schon kritikfähiger geworden ist.
Rebeca und Mauricio Wild haben beobachtet, dass Kinder für 1 Stunde Fernsehen etwa 2 Stunden Rollenspiel benötigen, um das Gesehene emotional wieder abbauen zu können. Das in der Wirklichkeit Erlebte bekommt dann nicht genügend Möglichkeiten um entsprechend verarbeitet zu werden.
Auf jeden Fall ist es einfacher ohne Fernsehen zu leben als jeden Tag darüber zu diskutieren ob und wieviel!
Ähnliche Situationen, wie du sie vom Aufwachen beschreibst, haben wir auch schon mehrmals erlebt. Wenn Benjamin in der Früh aufwacht - und das kann schon um 6 Uhr sein - dann möchte er sofort aufstehen. Wenn wir versuchen, mit ihm zu verhandeln, wird er sehr unleidlich, und ein Weiterschlafen ist dann sowieso unmöglich. Wir haben es daher so gelöst, dass einer (derzeit meist mein Mann :-) mit ihm aufsteht, sodass dann zumindest der andere noch weiterschlafen kann, was ich sehr genieße, weil ich oft spät ins Bett gehe.
Ich habe darüber nachgedacht, was der Grund für diese doch recht heftige Reaktion sein könnte. Vielleicht spüren die Kinder starke Bedürfnisse (Klo gehen, Durst, Hunger), wenn sie aufwachen, die so vermischt sind, dass sie sie nicht ausdrücken können (sie sind ja erst 3!). Und der Erwachsene, der ihnen helfen könnte, dass sie sich wieder wohler fühlen, ist nicht verfügbar. Auf dieses Hilflosigkeit reagieren sie mit Verzweiflung, Wut, Schreien etc. Möglicherweise ist dies eine jener vielen Situationen, in denen Kinder überfordert sind, wenn wir von ihnen Rücksicht Nehmen einfordern. Dann bleibt uns nur ein besseres Management, damit es nicht immer wieder so abläuft. Ein paar wenige Male hat es geklappt, dass ich mit Benjamin wieder ins Bett gegangen bin, nachdem er am Klo war und etwas getrunken hat. Da ist er dann wirklich wieder eingeschlafen. Oft ist er dann aber so munter oder will nicht mehr ins Bett oder erklärt im Bett, er müsse nochmal aufs Klo, oder habe Hunger.
Jedenfalls wünsche ich dir für die Geburt deines Sohnes alles Gute und Emily, dass sie in dieser für sie sicher nicht einfachen Umgewöhnungsphase nicht zu viele Gründe hat, sich aufzuregen!
Alles Liebe für euch,
Heidi
Vielen Dank Heidi
Vielen Dank, Hiedi für deine Antwort.
Das mit den Rollenspielen und dem Berdürfniss des verarbeitens hab ich auch schon gehört oder bzw.darüber gelesen. Aber du hast recht das es ohne Fernsehgerät einfacher wäre, aber ich glaube da spielt mein Mann nicht ganz mit. Wobei ich sagen muß das die Kiste auch bei uns Abends nur kurz an ist da wir beide recht früh schlafen gehen. Was Emily betrifft, nehm ich mir deine Worte zu Herzen.
Ich wünsch euch eine schöne Zeit,ich werd mich wohl ne Weile nicht melden...ich möchte mein Wochenbett diesmal wirklich nutzen und mich ganz auf unsre Kinder konzentrieren.(Ich hatte beim letzten mal die whnsinnige Vorstellung kurz nacj der Entbindung die alte Susanne sein zu müssen)
Also bis bald und liebe Grüsse
Geht sie im Herbst endlich in den Kindergarten?
Hallo zurück!
Meine Tochter war im Herbst 3 und geht immer noch nicht in den Kindergarten - das größte Problem der Nachbarn, FreundInnen und sonstigen Personen, mit denen man so spricht. Glücklicher Weise ist sie nach dem Stichtag geboren, "muss" also noch nicht unbedigt, aber im Herbst dann doch sehr dringend. Mir ist der Kindergarten nicht so wichtig, v.a. wo wir im April unser zweites Kind bekommen und ich darum sicher noch eine Weile zuhause bin. Mein größtes Problem derzeit ist, dass es in der Umgebung praktisch keine Kinder in ihrem Alter gibt, mit denen sie spielen könnte - weil ja alle im Kindergarten sind (ganztags).... Wie ist das bei euch?
Sprachlich ist Valerie immer schon sehr flott gewesen, da merke ich derzeit keine wesentlichen Veränderungen. Von ihrem Interesse her schaut sie sich zur Zeit überall nach "ihrem Buchstaben" ("V") um und ist sonst am liebsten draußen beim Bobfahren oder eben mit anderen Kindern zusammen - so wir welche auftreiben können.
Ich freue mich, von dir zu hören und bin gespannt darauf, welche Erlebnisse ihr so miteinander habt!
Liebe Grüße und hoffentlich bis bald,
Hannelore
Interessen eines 3-Jährigen
Liebe Hannelore!
Ich freue mich, von dir und Valerie zu lesen!
Ich gehe mit Benjamin 1x pro Woche in eine Pikler-orientierte Spielgruppe. Da hat er Kontakt zu 5 anderen Kindern, die schon seit über einem Jahr dabei sind. Ich kann dort beobachten, dass die Kinder die meiste Zeit jede/r für sich spielen. Deshalb glaube ich nicht, dass sie so viele Kontakte zu anderen Kindern brauchen. Ist das bei Valerie anders?
Benjamin hat sich bei der Sprache viel Zeit gelassen, und jetzt redet er ganz, ganz viel. Und er möchte, dass wir ihm praktisch ständig Rückmeldung geben. Das fordert uns sehr, aber es ist wohl für die Sprachentwicklung sehr wichtig.
Ich finde es interessant, dass Valerie sich für den Buchstaben V begeistert. Benjamin hat sein Interesse für Zahlen entdeckt, und zwar ist seit seinem 3. Geburtstag die Zahl 3 sein Favorit. Die hat er dann auf unseren Uhren und auch am Kalender entdeckt und damit auch das Interesse für die Uhr und den Kalender entwickelt. Und davon ausgehend auch für die anderen Zahlen.
Vor kurzem hat er begonnen Stiegen hinauf mit linkem und rechtem Bein abwechselnd zu steigen. Er macht gerne Purzelbäume (im Bett, auf der Couch und heute erstmals am Teppich) und klettert auf Kasterln in der Wohnung. Wir überlegen gerade, wie wir ihm mehr Klettermöglichkeiten zu Hause bieten können. Ev. 1-2 Leitern verbunden mit einem stabilen Brett od. ähnliches...
In den letzten Monaten hat Benjamin alles liegen und stehen gelassen, wenn ich etwas in der Küche gemacht habe. Er wollte mitmachen, und ich habe halt versucht ihn einzubinden, wenn es möglich war. Zu Weihnachten hat er eine kleine Holzküche mit einigen Töpfen etc. bekommen, und nun kocht er auch ganz viel selbst. Vor allem mischt er viele Gegenstände von anderen Spielen (Holzperlen, getrocknete Knetmasse, Kugeln, zerkleinertes Styropor aber auch Spielkarten etc.) zusammen und definiert sie als Essen. Damit ist er fast täglich beschäftigt.
Seit er etwas besser reden kann, hat er mit kleinen Rollenspielen begonnen. Ganz oft muss ich da mitspielen. Er sagt dann, dass das Stofftier nur reden kann, wenn ich es halte. Und dann sagt er mir, was ich an Stelle des Stofftieres sagen soll.
Hat Valerie schon realisiert dass ihr ein zweites Kind bekommen werdet?
Ich wünsche dir noch eine gute Nacht und freue mich, wieder von euch zu lesen!
Liebe Grüße,
Heidi
Liebe Heidi!
Vielen Dank für deine schnelle Antwort und deinen ausführlichen Bericht. Das ist wirklich sehr interessant zu lesen!
Wir waren auch lange in einer Piklerspielgruppe, und zwar genau so lange, bis Valerie nicht mehr hingehen wollte. Da ja immer entweder ich oder ihr Vater dabei waren, wissen wir, dass nichts vorgefallen ist, sie will einfach nicht mehr hingehen und keineR weiß so genau warum (wir haben das auch mit der Leiterin besprochen, und sie weiß auch nicht warum.) Nun ja, es ist jetzt nicht so dramatisch, aber es wäre eben eine Möglichkeit gewesen, Valerie noch länger Kontakt zu einer stabilen Gruppe von anderen Kindern zu bieten, in der nichts von ihr erwartet wird. Leider gehen bei uns aber die Pikler-Spielgruppen ohnehin nur bis 3 Jahre, das heißt, jetzt wäre es ohnehin vorbei. Es gibt nun zwar andere Spiel-, Musik-, Wald-,... -gruppen, aber da ist halt immer die Schwierigkeit, dass es ein bestimmtes Programm gibt, das erfüllt werden soll und genau das möchte ich ja eben für Valerie nicht. Aber ich denke, du weißt, was ich meine. Von wegen Kontakt zu anderen Kindern: Valerie ist da scheinbar wirklich anders als Benjamin, da sie sowohl in der Pikler-Gruppe und noch viel mehr außerhalb oder danach (wir gehen jetzt ca. ein dreiviertel Jahr nicht mehr) Kontakt zu anderen Kindern aufnimmt. Sie spielt schon lange furchtbar gerne Rollenspiele ("Mutter, Vater, Baby") und das natürlich v.a. sehr gerne mit anderen Kindern. Zur Zeit ist es nicht ganz so schlimm (wahrscheinlich auch, weil wir uns bemühen und es uns glücklicher Weise auch gelingt, ihr regelmäßigen Kontakt zu anderen Kindern zu ermöglichen), aber vor einiger Zeit ist mir vorgekommen, dass sie sich richtig nach Kindern sehnt - und das auch über einige Wochen/Monate. Und da ist eben dann das Problem aufgetaucht: Woher nehmen, wenn alle außerhäuslich untergebracht sind!?
Zahlen sind für Valerie - natürlich bis auf die 3, die jedoch auch nur mit den Fingern gezeigt - nicht so sehr von Interesse, da fragt sie mehr nach den Buchstaben für "Papa" und "Mama" und den jeweiligen ersten Buchstaben der Namen ihrer FreundInnen. Aber für mich ist es interessant, dass sich Kinder in diesem Alter überhaupt schon für abstrakte Zeichen interessieren! Die Uhr ist seit gestern auch ein Thema, weil wir darüber geredet haben, wie die Zeiger stehen, wenn sie ins Bett gehen soll...
Stiegensteigen ohne anhalten und abwechselnd gelingt Valerie auch seit kurzem - was sie selbst sehr freut und mich manchmal noch etwas nervös werden lässt - v.a. wenn sie daneben Geschichten erzählt und die Hände voll hat... ;-) sonst ist Leiterklettern der totale Hit, und wir wünschen uns schon seit längerer Zeit eine Hengstenberg-Stehleiter, aber bis jetzt haben wir noch keine. Wir werden es jetzt ab Februar einmal mit Eltern-Kind-Turnen versuchen, und ich hoffe, dass das sehr frei sein wird, weiß es aber noch nicht. Ich selbst mag die Klettermöglichkeiten in Turnsälen sehr, insofern hoffe ich, dass auch für Valerie etwas dabei ist. Mal schauen!
Kochen tut Valerie ebenfalls sehr gerne, vor allem natürlich in der echten Küche. Da ist es halt noch ein bisschen schwierig, weil ich sie nicht zum Ofen lassen kann (was selbstverständlich das Interessanteste wäre), weil sie einfach noch nicht einschätzen kann, wie heiß das alles werden kann... Ihre Spielküche ist zur Zeit nicht so interessant, und wir haben auch viele kleine Teile wieder weggegeben, weil sie sie alle zumindest in den Mund nimmt und teilweise auch zerbeißt - und das obwohl sie ganz sicher keine Zähne mehr kriegt! ;-)
Dass wir ein Baby bekommen, ist natürlich immer wieder Thema Nummer 1, vor allem auch, weil ich ja einige Sachen nicht mehr machen kann/möchte, und Valerie auch immer erkläre, dass sie nicht auf meinen dicken Bauch hüpfen darf. Sie scheint sich sehr zu freuen, doch was dann wirklich sein wird wenn das Baby da ist und auch Aufmerksamkeit und Platz fordert, steht in den Sternen. Im Umgang mit anderen Kindern ist es zur Zeit für Valerie sehr wichtig, ständig zu klären, was die anderen Kinder alles nicht (angreifen/mitnehmen) dürfen. Ich hoffe, das ändert sich noch ein bisschen bis April, sonst wird das anstrengend. Aber vielleicht merkt sie auch bald, dass das neue Baby zu Beginn noch gar nichts wegnehmen kann...
Auch dir möchte ich anbieten, dass du mich privat unter jonaldo@sms.at kontaktieren kannst, dann könnten wir uns Emails schreiben. Wenn es dir aber in diesem Forum lieber ist, bleib ich auch gerne hier dabei!
Liebe Grüße,
Hannelore
Erfahrungen im SpielRaum u. a.
Liebe Hannelore,
ich freue mich, dass du dich auch für dieses Thema begeisterst! :-))
Ja, manchmal ist es ganz schwer für uns nachzuvollziehen welche Gefühle und Assoziationen in den Kindern (oder anderen Erwachsenen ;-) vor sich gehen. Und manchmal kriegen wir dann wieder ganz zufällig einen kleinen Einblick, und das finde ich so spannend.
Für Benjamin war es einige Zeit schwierig bei der Türe des SpielRaumes hineinzugehen, obwohl er sagte, dass er gerne hinfahren wolle. Es war ihm unangenehm begrüßt zu werden (was unsere Leiterin akzeptierte), und einige Zeit wollte er auch von den anderen Müttern (zumindest einigen) nicht angesehen werden. Er vermied dann auch Materialien in deren Nähe. Nachdem aber niemand aufdringlich war sondern halt einfach jede Woche wieder anwesend hat sich das gegeben. Jetzt nimmt er von sich aus gerne Kontakt auf. Wir haben das Glück, dass die Gruppe, deren Kinder seit fast 1,5 Jahren die gleichen sind, noch bis in den Sommer weiterläuft. Dann werden die anderen halt alle in den Kindergarten gehen.... Wenn das nicht so wäre, könnte ich mir vorstellen, dass unsere Leiterin auch weitermachen würde. Für die Älteren gibt es jedenfalls dann das Angbot eines Bewegungsraumes (nach Hengstenberg), halt am Nachmittag.
Bevorzugt Valerie bei ihren Spielkontakten eigentlich ältere Kinder oder ist ihr das egal?
Nachdem Benjamin sich mit der Sprache schwer tut und andere Kinder oft sehr schnell oder undeutlich reden, könnte ich mir vorstellen, dass das für ihn ein Hindernis darstellt. Mit Erwachsenen, die ihm sympathisch sind, nimmt er ganz gerne Kontakt auf. Keine Ahnung, ist halt so eine Vermutung von mir.
Sobald mehr als drei Kinder im SpielRaum anwesend waren und die dann vielleicht auch noch sehr aktiv im Raum umherliefen, hat er sich früher häufig zu mir zurückgezogen. Wir haben uns dann gelegentlich mit nur einem Kind zu Hause getroffen, aber dann hatten wir wieder das "Spielsachen-Problem". So entspannt wie im neutralen SpielRaum war es halt nie. Und wir Mütter wollten halt zu Hause auch gerne ein bißchen reden, was sofort Unruhe verursachte.
Als Kletter-Leiter eignet sich übrigens eine einfache hölzerne Stehleiter (Malerleiter?) aus dem Baumarkt, die man auf beiden Seiten mit einer Holzleiste und Schrauben fixiert. Wir möchten uns das selbst besorgen.
Das Interesse an abstrakten Zeichen finde ich auch sehr spannend. Aber sie sind halt in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Andererseits ist mir bewußt, dass es die Kinder jetzt ungemein interessant finden können und dann ganz plötzlich überhaupt nicht mehr. Ich würde das so gerne respektieren und hätte auch kein Problem damit, dass mein Kind nicht nach Lehrplan gemäß rechnet oder schreibt. Ich finde demgemäß die Bücher von den Sterns, von Olivier Keller und anderen, die das freie Lernen beschreiben, ungemein inspierierend! Daher bin ich da ganz bei dir: Je weniger Programm desto besser.
Vielleicht noch kurz zur Uhr: Wir haben in unserem Wohnraum an der Wand eine Uhr mit großen deutlichen Ziffern. Wenn es um diverse Aktivitäten tagsüber ging, haben mein Mann und ich halt auch immer wieder zu dieser Uhr hingeschaut. Für Benjamin war damit wohl klar, dass dort an der Wand etwas Wichtiges sein mußte. Dann hat er zu fragen begonnen, wie spät es ist und wann dieses und jenes passieren würde. Wir haben ihm dann auch immer gezeigt, wo der kleine und der große Zeiger hinzeigen würden. Die Dynamik der beiden Zeiger hat ihn dann besonders fasziniert und tut es noch immer. Wir haben ihm jetzt einen alten Wecker gegeben, deren Zeiger er selbst drehen kann. (Gar nicht so leicht mit der kleinen Schraube!) Er schafft es, die Zeiger genauso einzustellen, wie es die Wanduhr zeigt. Und er schafft es auch, den Alarm so zu stellen, dass er läutet. Inzwischen kann ich ihm sagen, dass er z.B. mit etwas warten muss, bis der große Zeiger dort hinzeigt, und dann kommt er garantiert und erinnert mich daran, dass es jetzt soweit ist!
Weil du schreibst, dass du Valerie nicht zum Herd lassen kannst: Hmmmm. Benjamin "löst" das Problem so: Er hat 2 Stockerln. Ein niedrigeres für die Küche und ein höheres fürs Badezimmer. Und damit ist er einfach immer sofort zur Stelle, wenn etwas interessant ist. Da hab ich absolut keine Chance. Hätte er keine Stockerln, käme er halt mit den Sesseln, und das wollen wir nicht. Zum Beispiel heute die Eier in der Pfanne: Er muss unbedingt wissen, wie das Eiweiß weiß wird. Wenn ich ihn zur Vorsicht mahne, rückt er ganze 2 cm zur Seite. Natürlich muss ich die ganze Zeit höllisch aufpassen, aber andererseits passt auch er jetzt schon etwas mehr auf. Er schneidet auch mit normalen Messern Gemüse und Schwammerln und ihn von all dem abzubringen wäre mir einfach unmöglich gewesen. Wenn ihn etwas so sehr interessiert, dann hat er eine unglaubliche Kraft in sich.
Vielleicht noch eine Frage zum Schluß: Beschäftigt sich Valerie tagsüber viel alleine, so dass du etwas anderes machen kannst oder dich ausruhen kannst? Eventuell auch in einem anderen Zimmer? Wie sieht da euer Alltag aus?
Danke dir für deine Mailadresse - ich werde mich auch dort melden!
Alles Liebe für euch,
Heidi
jeden Tag etwas Neues...
Liebe Heidi!
Mal schauen, wie lange es mir noch gelingt, jeden Tag hier ein paar Zeilen zu schreiben - ab Mittwoch gehe ich nämlich wieder arbeiten, und dann sind normalerweise auch die Abende kürzer... Aber ich werde mich sicher bemühen, weil für mich der Austausch sehr interessant ist!
Leider gibt es bei uns keine Hengstenberg-Gruppe, und auch nichts Ähnliches in diese Richtung (zB Montessori) - weil für 3jährige bzw. ältere Kinder hat ja Emmi Pikler nicht mehr so viel Materialien zur Verfügung...
Valerie ist da sehr genau, wenn sie etwas nicht will, und sagt das auch schon vorher. Wir haben auch probiert, trotzdem mit ihr hinzufahren um zu schauen, ob es ihr nicht vielleicht doch gefällt, aber da haben wir keine Chance. Valerie war im letzten Jahr ein paar Mal in einer flexiblen Kinderbetreuung, wo es ihr eigentlich recht gut gefallen hat (auch ohne unser Dabeisein), und dann, nach einigen Besuchen (1-2 Mal wöchentlich) hat sie beschlossen, sie geht dort jetzt nicht mehr hin - und keineR weiß wieso. Nachdem ich auch nicht weiß, wie ich es herausbekommen könnte (das kann sie sprachlich natürlich noch nicht ausdrücken), mache ich mir darüber einfach keine gröberen Gedanken - es kommt mir auch nicht vor, dass es sie belasten würde (sie muss natürlich nicht hingehen, wenn sie nicht will - und wir hätten auch keine Chance, sie dort zu lassen ohne dass sie will, wenn du verstehst was ich meine... ;-)
Grundsätzlich bevorzugt Valerie ältere Kinder (ihre "beste Freundin" wurde gerade 4 Jahre), aber wenn keine älteren Kinder zur Hand sind, ist sie auch mit jüngeren zufrieden, Hauptsache Kind! Beim Kontakt mit älteren Kindern ist mir halt im Sommer aufgefallen, dass man da schon etwas aufpassen muss, dass sie sich nicht zu sehr manipulieren lässt und somit auch Dinge tut oder bei Sachen mitmacht, die sie eigentlich selbst gar nicht will. Das ist für mich dann schwierig, weil ich nie genau weiß, wann ich eingreifen soll und wie lange sie die Situation noch selbst im Griff hat.
Valerie ist vermutlich eines der Kinder, die mit dabei ist, wenn es rund geht und etwas lauter wird - in einer Gruppe, die sie kennt. Wenn Kinder da sind, die sie nicht kennt, oder sie die Umgebung nicht kennt, ist sie sehr schüchtern und sitzt oft nur bei mir und schaut. Was genau meinst du mit "Spielsachen-Problem"? Das Treffen mit anderen Familien funktioniert bei uns inzwischen insofern ganz gut, als Valerie mit den anderen Kindern spielt (oft auch in einem anderen Zimmer) und nur mehr selten Probleme auftauchen, wozu sie Hilfe von Erwachsenen braucht - was natürlich auch den Erwachsenen die Möglichkeit gibt, ein bisschen zu tratschen! Das funktioniert aber nur mit Kindern, die sie kennt.
Mal schauen, wie's bei uns mit der Leiter weitergeht. "Richtiges" Hengstenberg-Material ist halt meistens so schön gefertigt, das gefällt mir schon auch. Aber wahrscheinlich ist eine Malerleiter die deutlich billigere Alternative! Vielleicht bringt's ja der Osterhase, mal schauen! :-)
Stern sagt mir als Buchautor(in?) nichts. Was hast du da gelesen? Meine Erstinformation in diese Richtung lief über Rebeca Wild...Oliver Keller hab ich super gefunden! Ob ich es allerdings will und wage, Valerie ganz von der Schule daheim zu lassen, oder ob ich irgendeinen Kompromiss finde, weiß ich noch nicht, wird wahrscheinlich auch auf unsere Lebenssituation in drei Jahren ankommen...
Das finde ich wirklich beachtenswert, dass Benjamin es schafft, auf "seiner" Uhr die gleiche Uhrzeit einzustellen, wie auf der großen Uhr! Valerie hat sich heute nur einmal sagen lassen, wie spät es ist (halb 4) und dann gefragt: "Was muss man da?" - weil bei uns eben um 5 Uhr "Abendessenzeit" ist und um 6 Uhr "Bettgehzeit", jetzt wollte sie eben wissen, "welche Zeit" um halb 4 ist. Hab ich nett gefunden. Gestern abend hat sie um kurz vor 6 die Wohnzimmeruhr mit der Küchenuhr verglichen und sich beschwert, dass die nicht gleich gehen!
Ja, wenn ich danebenstehe, dann darf auch die Valerie beim Herd stehen - nur ändere ich beim Kochen ja meinen Platz in der Küche des Öfteren und hole etwas von da und von dort und wasche den Salat und und und, und da merke ich, dass es nicht geht, dass Valerie alleine beim Herd bleibt. Sie versteht zwar, dass sie von den Töpfen nur die Griffe angreifen darf, aber sobald sie das einmal gemacht und gesagt hat, erinnert sie sich beim nächsten Gedanken nicht mehr daran, und greift genau Richtung heiße Herdplatte. Da ist es mir lieber, sie steht neben dem Herd und schaut sich das ganze von ein bisschen weiter weg an. Für Benjamin natürlich super, wenn er es schafft, ganz nah dabei zu sein! Auch "richtige" Messer wage ich Valerie nicht zu geben, einfach weil sie dazwischen immer wieder so gedankenverloren ist und auch Messer in den Mund steckt. Aber wahrscheinlich/vielleicht ist es ihr einfach auch nicht so wichtig wie Benjamin, sonst nehme ich an, dass sie es auch schaffen würde - was denkst du? Ich glaube schon, dass die Kompetenz etwas zu tun stark mit der Intensität des Wunsches, etwas zu tun zusammenhängt. Ich denke mir das oft zum Beispiel bei Kindern von Eltern, die die Ansätze von Emmi Pikler nicht kennen, und ihre Kinder dann dazu bringen wollen, zB auf eine Sprossenwand zu klettern: Wenn das wirkliche Bedürfnis nicht da ist, dann können sich Kinder so unheimlich blöd anstellen, dass es fast schief gehen muss! Oder auch bei Valerie: Wenn sie etwas von mir möchte, von dem ich annehme, dass sie es schon selbst kann (gerade etwas Motorisches, zB: "Heb mich da rauf!") und ich dann zu ihr sage: "Wenn du hinauf möchtest, klettere bitte selbst hinauf." dann tut sie es manchmal und manchmal nicht - was ich schon damit verbinde, wie wichtig ihr die Angelegenheit ist.
Zur Zeit ist es tagsüber so, dass mein Lebensgefährte sehr viel daheim ist, d.h. der Bedarf, dass sich Valerie alleine beschäftigt ist sehr gering. Wenn dem allerdings nicht so ist, und wir alleine sind, ist es fast immer möglich, dass ich Valerie zB sage, dass ich sehr müde bin, und kurz ein bisschen schlafen möchte. Das funktioniert, je nachdem, wieviel Aufmerksamkeit sie an dem Tag schon hatte und wie gut es ihr geht, ca. 10 Minuten. Die andere Möglichkeit (etwas unplanbar, gebe ich zu ;-) ist, wenn wir zB von einer Reise oder einem Besuch nach Hause kommen, die/der einige Tage gedauert hat, dann geht Valerie ganz von selbst ins Wohnzimmer (wo ihre Spielsachen sind) und spielt dort auch schon mal eine halbe oder dreiviertel Stunde - egal was ich/wir in der Zwischenzeit mache/n und wo ich/wir in der Zwischenzeit bin/sind. Das ist ihr sehr wichtig. Ich denke, da freut sie sich einfach wieder bei ihren Spielsachen zu sein und oft ist es ja auch bei Reisen/Besuchen so, dass sie wenig Möglichkeit hatte einfach für sich alleine zu spielen. Dass Valerie einfach so im Laufe des Tages längere Zeit wirklich für sich spielt kommt - glaube ich - nicht so oft vor, aber ich werde das mal in den nächsten Tagen ein bisschen beobachten! In dem Zusammenhang stelle ich mir manchmal die Frage, wie sehr ich für Valeries "Animation" verantwortlich bin. Vor kurzem sagte eine andere Mutter zu mir, dass wir im Grunde unsere Kinder ja die meiste Zeit des Tages "bespielen", und da ist schon etwas Wahres dran. Endgültige Gedanken habe ich mir aber darüber noch keine gemacht.
So, das war's für heute. Ich freue mich von dir zu lesen - hier oder dort!
Liebe Grüße!!
Bespielen u.a.
Liebe Hannelore
und liebe Susanne - ich freue mich auch, dass du über dich und Emily berichtest!
Ich schreibe jetzt mal da weiter, weil ich zu ein paar Aspekten aus Hannelores Beitrag noch etwas schreiben möchte:
Mit dem "Spielsachen-Problem" meine ich, dass das Kind, das besucht wird und dessen Spielsachen für das Kind, das zu Besuch ist, natürlich sehr interessant sind, ganz schnell überfordert ist. Wir haben darüber auch bei der Elternrunde unserer Pikler-Gruppe gesprochen. Die Leiterin, die selbst mal Tagesmutter war, hat gemeint, dass es gut wäre, wenn in solchen Fällen "neutrales" Spielzeug da wäre, das keinem Kind "gehört". Aber woher nehmen.... Eine andere Option ist, dass das Besuchskind selbst eigenes Spielzeug mitbringt. Das haben wir inzwischen - mit wechselndem Erfolg - ausprobiert. Wichtig ist, dass dabei einige "Regeln" beachtet werden. Gut ist eine ganze Spielzeugkiste mit mehreren ganz unterschiedlichen Dingen und möglichst nicht den absoluten Lieblingsgegenständen des Kindes. Dann interessiert sich nämlich das Besuchskind für die Dinge des besuchten Kindes und das besuchte Kind für die mitgebrachte Kiste, und das geht ganz gut. Vor allem in der Anfangs- und Gewöhnungsphase gibt es dann viel weniger Spannungen.
Einfacher ist es, wenn man sich gleich auf neutralem Boden trifft, z.B. gemeinsamer Ausflug, Spielplatz etc.
Habt ihr Kinder in der Nachbarschaft? Wir wohnen hier ganz am Land und haben keine passenden Spielpartner in der Nähe.
Weil du die Formulierungen "Animation" und "Bespielen" erwähnst: Diesbezüglich haben mich die Bücher von Rebeca Wild, die ich auch gelesen habe, und 2 Seminare mit Rebeca und Mauricio, sehr geprägt. Ich achte bewußt darauf, Benjamin nicht zu animieren und nicht zu "bespielen". Das heißt, wenn er planlos ist und herumjammert, schlage ich ihm nichts vor. Ich sage vielleicht:"Hmm, du hast grade zu gar nichts Lust." Nach einiger Zeit findet er dann meistens doch etwas. Auch wenn ich Zeit für ihn habe, setze ich mich nur dazu, aber ich schlage ihm kein Spiel vor oder spiele besonders aktiv mit. Ich bin halt da und schenke ihm meine Aufmerksamkeit ähnlich wie im Pikler SpielRaum. Ich sehe auch die negativen Auswirkungen des Bespielens, wie es leider die Großmutter doch immer wieder tut. Letzthin hat sie (mit ihm??) ein Haus aus Duplo Lego gebaut. Tags darauf hat er zu mir gesagt, er möchte wieder so ein Haus bauen. Wenn er selbst mit Duplo spielt, bebaut er Flächen oder macht vielleicht einen Turm, eher noch sehr einfache Gebilde. Keinesfalls ein Haus mit rechteckigen Mauern und einem Dach. Ich habe ihm gesagt, dass er ein Haus bauen solle, wie er es möchte. Daraufhin hat er erwidert: "Nein, das kann ich nicht." und hat das Lego frustriert zur Seite geschoben. Seither hat er gar nichts mehr gebaut. Das finde ich echt schade. Leider verstehen die allermeisten Erwachsenen nicht, dass sie mit dieser Art des "Spiels" dem Kind nichts Gutes tun. :-((
Arno Stern, den du übrigens aus dem Buch von Olivier Keller "kennst", beschreibt in seinen Büchern über das Malspiel sehr eindrucksvoll und auch ziemlich erschreckend den Einfluss, wenn wir das Kind nicht nach seinen Bedürfnissen malen lassen. Ich denke, dass es sich da beim Spielen nicht viel anders verhält.
Interessant ist, dass du schreibst, dass Valerie so vieles in den Mund steckt. Das wiederum kenne ich von Benjamin fast gar nicht. Schon als 1-2-Jähriger hat er sich besonders für so winzige Dinge interessiert, und obwohl ich auch im Hinterkopf hatte "Er könnte es ja schlucken!" haben wir ihn doch damit hantieren lassen, weil es für ihn eben so wichtig war. Sein neuestes "Hobby" ist es, Kugelschreiber in alle Einzelteile zu zerlegen und dann wieder komplett zusammenzusetzen. Heute hat er entdeckt, dass jeder ein bißchen anders gebaut ist, und das beschäftigt ihn jetzt sehr...
Aber: Er spielt nicht stundenlang mit all diesen Dingen, es sind vielmehr kurze Episoden, die sich täglich wiederholen. Und: Er will uns alle sein Entdeckungen mitteilen und zeigen, und es gibt nur sehr seltene und eher kurze Zeitspannen, in denen er uns nicht braucht.
Jetzt lese ich nochmal die unteren Mails...
Alles Liebe,
Heidi
Hallo Ihr lieben
Ich habe eure Beiträge grade spannend verfolgt und sehe große Ähnlichkeiten zu meiner Tochte Emily.
Sie ist genau wie Valerie sehr, sehr gern mit anderen Kindern zusammen.Sie spielt zwar mitlerweile auch ein paar Stunden mit sich selbst aber ich merke wenn wir die ganze Woche über mittags Zuhause sind und uns nicht mit anderen Kindern treffen das ihr das total fehlt und sie es auch zum Teil verbal einfordert.Seit über einem Jahr gehen wir in einen Waldkindergarten eine Nachmittag die Woche und haben dort eine super schöne Zeit die ich absolut nicht missen möchte.Es gibt dort kein festgefahrenes Tagesprogramm, es kann eigentlich jedes Kind das tun was es grade eben mag...im Matsch spielen oder sich im Schnee kullern etc.und nebenbei erzählt die Erzieherin den Kindern etwas über das Leben und die Tiere im Wald.Ich kann es dir nur mal empfehlen Hannelore vielleicht gibt es ja so einen Nachmittag im Wald auch in deiner Nähe.
Gegen eine Hauskindergarten hab ich mich zunächst auch gestreubt, da Emily erst im September 2010 in den Waldkiga gehen kann. Sie ist jetzt im Januar erst drei geworden und geht nun doch für 3 Stunden in den Kindergarten da ich der Meinung bin das sie das einfach braucht und es gefällt ihr auch sehr gut. Dort lassen wir sie bis zu den Sommerferien und dann darf sie ganz in den Waldkindergarten gehen.
Ich hab mich wegen des Hauskindergarten auch ganz schön verrückt gemacht, weil ich gar nichts davon halte den Kinder irgendwelche Aufgaben als Beschäftigung zu geben um ihnen das konzentrierte Arbeiten beizubringen. Aber zum Glück ist das erste Kiga Jahr nur zum spielen da und das ist es was Emily jetzt braucht...und zur Vorschulerzeihung kann ich sie dann wieder raus nehem.
Leider gibt es in unserem Umkreis keine Pikler Spielraumgruppen oder ählich orientiertes, auch das Thema Schule ist bei uns umstritten, es gibt nur eine Montessorischule die ist aber auch ca.40 Kilometer weg, naja mal sehen was die nächsten Jahre noch bringen vielleicht tut sich ja endlich mal was, eine Tendenz ist ja schon zu erkenn finde ich.Ich finde es ersteunlich das sich eure Kinder schon für Buchstaben und Zahlen interessieren, Emily interessen liegen derzeit bei Rollenspielen ( Doktor spielen ist ganz toll ) malen,basteln und Bücher, sie liebt Geschichten wie wohl jedes Kind. Besonders süß finde ich wenn sie ihren Puppen die Bücher "vorliest" die sie schon auswendig kann und das puzzeln hat sie für sich entdeckt.Da sie ja auch körperlich sehr aktiv ist haben wir im Wohnzimmer jezt ein kleines Trampolin aufgestellt auf dem sie sich gern mal auspowerd.
Wie geht ihr mit dem Thema Fernsehen um, dürfen eure Kinder fernsehen und wenn ja wie lang? Wir haben mit dem Fernsehen vor ca. einem dreiviertel Jahr angefangen da durfte sie abends Lauras Stern schauen mittlerweile ist es leider schon etwas mehr geworden.Sie akzeptiert zwar auch wenn es Tage gibt ohne,aber wenn sie könnte würde sie täglich schauen.( wenn,lassen wir sie nur dvds ansehen die wir ausgesucht haben nicht das täglich kiga Programm) Aber es ist schon erschreckend wie schnell das überhand nehmen kann, findet ihr nicht auch?
Würd mich über Antworten freuen,bis bald
Susanne
Super!
Liebe Susanne!
Super, dass du über euer Leben miteinander und über deine Tochter berichtest! Danke für deinen Beitrag!
Der Waldnachmittag von dem du berichtest klingt sehr gut - leider kenne ich so etwas in unserer Umgebung gar nicht :-( Wir haben nur einmal eine Waldgruppe besucht, aber als Valerie da dann die letzten beiden Termine nicht mehr hingehen wollte, hat mich das gar nicht gestört, weil es mir eigentlich auch keinen Spaß gemacht hat. Das war mehr so durch den Wald gehen und keine wirkliche Zeit irgendwo etwas zu spielen oder ein Platz, wo die Kinder selbst etwas entdecken konnten. Auch von einem Waldkindergarten habe ich leider in unserer Umgebung noch gar nichts gehört, obwohl ich mich schon viel erkundigt habe... Finde ich sehr schade, weil die Idee würde mir sehr gut gefallen!
Unter "Hauskindergarten" verstehst du grundsätzlich keinen Kindergarten, der in einem Haus ist, oder einen Kindergarten, der zuhause stattfindet?
Das Problem ist, dass man bei uns ein Kind nur entweder ganz (= 5 Tage die Woche) oder gar nicht für den Kindergarten anmelden kann. Alles, was nicht 5 Tage die Woche stattfindet nennt sich Spielgruppe (auch wenn es wie im Kindergarten abläuft) und ist erstens privat zu bezahlen und zweitens nur spärlich gesäht. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob es sich auszahlt für einen Kindergarten, und sei er noch so gut, eine Stunde durch die Stadt zu fahren... Ob es im öffentlichen Kindergarten möglich ist, das Kind zwar voll anzumelden aber dann nur einige Tage die Woche hinzuschicken, hab ich noch nicht herausgefunden (wird aber noch kommen) - ich hab halt schon oft gehört, dass KindergartenpädagogInnen dann sagen, dass es für das Kind schwieriger ist, sich in die Gruppe einzufügen, wenn alle Kinder 5 Tage im Kindergarten sind und ein Kind nur 1, 2, 3 oder 4 Tage. Ich weiß es nicht, dazu habe ich zu wenig Erfahrung mit Kindergruppen - was denkt ihr dazu?
Rollenspiele sind - wie ich schon oben kurz einmal geschrieben habe - bei Valerie jetzt wieder nicht so angesagt, aber sie hatte gerade im Sommer eine Zeit, wo sie praktisch die ganze Zeit nur "im Spiel" war. So ein wirklich großes Thema gibt es bei Valerie zur Zeit überhaupt nicht, kommt mir vor, sie ist derzeit teilweise sehr planlos und macht mal dies mal das - irgendwie kommt es mir manchmal vor, als ob sie so damit beschäftigt wäre, sich selbst zu finden (Stichwort "eigener Wille"), dass sie sich gar nicht so richtig in ein Thema vertiefen kann. Sogar Bücher sind zur Zeit in den Hintergrund getreten, obwohl sie die sonst heiß und innig liebt. Sie ihren Stofftieren vorzulesen hat sie aber erst vor ganz kurzer Zeit begonnen und auch erst wenige Male gemacht. Ich find das aber auch total spitze, mit welcher Ernsthaftigkeit sie das betreibt! Puzzles sind ohnehin gar nichts für sie, dazu ist sie zu ungeduldig und wenn das Teil nicht gleich beim ersten Mal genau so passt, wie sie es sich einbildet, hat das ganze Puzzle auch schon wieder verloren und wird nicht mehr gebraucht...
Funktioniert das mit dem kleinen Trampolin im Wohnzimmer ohne dass sie runterfällt, oder habt ihr das rundum irgendwie abgesichert? Valerie steht nämlich sehr auf die großen Trampoline, aber die sind ja im Winter nicht so gut zu gebrauchen...da wär das vielleicht eine gute Variante ihr auch herinnen das Springen zu ermöglichen. So klettert sie eben hauptsächlich am Sofa herum und macht ihre Sprungübungen in unseren Betten, was auch ok ist.
Bezüglich Fernsehen befinden wir uns in der glücklichen Lage, dass wir keinen besitzen und das daher auch kein Thema ist. Bei uns ist es eher der Computer an dem man Fotos (eigene oder im Internet gesuchte) und ja auch Videos (Die Sendung mit der Maus) anschauen kann, was Valerie für ihr Leben gern tut. Mein Computer ist untertags ja meistens aus, das heißt, ich muss das nur selten diskutieren, aber mit ihrem Vater, der mehr vor dem Computer sitzt, darf sie dann schon hin und wieder Fotos oder Videos o.ä. anschauen, so in etwa 3-4 Mal die Woche ca. 10 Minuten.
Eine andere Geschichte ist, dass Valerie jetzt die Schokolade für sich entdeckt hat und ich muss sagen, ich bin schon froh, wenn die Fastenzeit kommt und dann in unserem Haus hoffentlich 40 Tage lang nichts Süßes zu finden ist! ;-)
Liebe Grüße und bis bald!
Eigener Wille
Hallo Hannelore,
mit dem Hauskindergarten meinte ich den ganz normalen Kindergarten, und ja du hast recht das die Erzieherinnen es nicht so gerne sehen wenn Kinder nicht die volle Dosis mitnehmen. Emily geht jetzt erst die dritte Woche da rein und schon wollten sie das ich ihre Zeit im Kiga verlängere was für mich aber nicht in Frage kommt.
Dsa mit dem Trampolin klappt in sofern gut das wir nur einen kleine Tisch vor dem Sofa stehen haben den ich dann wegräume und somit keine große Verletzungsgefahr besteht. Allerdings hat Emily auch schon ein sehr gutes Körpergefühl entwickelt und kennt ihre Grenzen - meistens jedenfalls- aber Anfangs ist sie auch oft gestürzt was ihr den Spaß an der Sache dennoch nicht nahm.
Auch wenn ich viel davon berichten konnte was sie zur zeit ganz gerne macht heißt das nicht das sie den ganzen Tag über konzentriert mit einer Sache beschäftigt ist, ich glaub dazu sind sie noch zu klein.Damit will ich sagen das auch Emily oftmals planlos ist und gar nichts weiß mit sich anzufangen.
Ich finde diese Phasen manchmal sehr anstrengend da zum einen ich dann ständig ihr Spielgefährte sein soll und zum anderen weil ihr eigentlich dann nichts so richtig Spaß machen will.Auch deshalb bin ich froh das sie für ein paar Stunden in den Kiga geht denn seit dem ist es etwas besser geworden.
Von Schokolade brauchst du mir nichts zu erzählen,wenn es nach dem Rest unserer Familie gegangen wäre hätte sie ihre erste Schokolade schon mit knapp einem Jahr bekommen.Wir hatten innerhalb unsere Familie sehr zu kämpfen unseren Standpunkt zum Theman Süßigkeiten durchzusetzten.Aber das Thema Essen ist bei uns ein generelles Problem,sie hat von der ersten festen Nahrung an schon angefangen bestimmte Sachen zu verweigern,wie Gemüse,Kartoffeln und vieles,vieles mehr und das hat sich über die Zeit eigentlich nur weiter Zugespitz und ist manchmal ein echtes Problem für mich.Da man sich ja als Mutter dafür verantwortlich fühlt das, das Kind genug und vorallem auch gesund ißt.
Naja aber das ist ein anderes Thema.
Um dir mal ein Lächeln zu entlocken erzähl ich dir kurz von unserem Nachmittag.Ich war heuet mit Emily nochmal Schlitten fahren und alles war gut und entspannt bis ihr plötzlich einviel sie könnte ja den Schlitten ( wir haben einen aus Plastik dessen Sitzfläche leicht abgerundet ist) umdrehn und sich dann reinlegen und so damit fahren. Da er aber leicht abgerundet ist viel sie entweder links oder rechts immer wieder raus noch bevor ich sie ziehen konnte.Das ganze brachte sie so in Rage und Wut das wir letzt endlich uns auf den Heimweg machten und ich den Rest des Weges den Schlitten gertagen hab...Also Stichwort EIGENER WILLE ist mir bekannt.
Hab noch eine schönen Abend bis bald,
Susanne
Jaja, so sind sie...
Guten Abend!
Ich bin mir da echt noch immer nicht sicher, wie das ist mit dem Kindergarten, jetzt, ob es ein Problem für das Kind ist, wenn es nicht jeden Tag kommt oder nicht. Aber wahrscheinlich ist es einfach wie bei allen Sachen, die mit Kindern zu tun haben: Man muss es ausprobieren und DEN Weg gibt es sowieso und überhaupt nicht, weil für jedes Kind etwas anderes passt. Ich weiß halt nicht, was tue ich, wenn ich die Valerie jetzt sagen wir einmal für Herbst anmelde, sie geht dann 4 Wochen und dann will sie nicht mehr? Ok, ich kann sie wieder abmelden, aber was wenn sie dann 6 Wochen später wieder will - dann sind wir auf irgendeinem Platz irgendwo auf der Warteliste....aber wahrscheinlich bleibt mir ohnehin nichts übrig als es einfach zu versuchen...
Hm, ja, das klingt tatsächlich gut mit dem Trampolin - jetzt muss ich mich nur noch entscheiden ob Leiter oder Trampolin, weil Valerie gefällt sicher beides, nur dann haben wir keinen Platz mehr in unserem Wohnzimmer! :-)
Nein, das habe ich auch nicht gedacht, dass Kinder in dem Alter schon lange Zeit sich mit einer Sache beschäftigen. Ich glaube wie du, dass sie mit 3 Jahren noch sehr sprunghaft sind und viel wechseln und das passt auch so. Das einzige was Valerie wirklich gefällt und wo sie auch dabei bleibt ist zur Zeit Schlittenfahren, Bobfahren oder sonst irgendwie im Schnee herumtollen. Passt auch total. In der restlichen Zeit ist sie nicht unbedingt unproduktiv, aber manchmal hab ich das Gefühl, dass sie so sehr mit sich selbst und damit beschäftigt ist, herauszufinden, was sie eigentlich will und wer sie ist und was ihr gefällt, dass sie gar nicht Zeit hat, sich auf etwas einzulassen. Sie hat nicht, so wie ich das bei Heidi für Benjamin verstanden habe, ein Thema, das sie total interessiert, wie eben Kochen oder Zahlen oder so. Valerie beschäftigt sich schon auch mit diesen Dingen (oder anderen), aber eben mehr nebenbei. Anstrengend ist es mit Valerie derzeit v.a. irgendwohin zu gehen, weil sie das prinzipiell nicht will (auch wenn es ihr dann an den jeweiligen Orten gut gefällt), und vor allem auch das Gehen an sich, da sie so langsam geht dass wir für einen Besuch am Bauernmarkt (ca. 400m eine Richtung) schon eine gute Stunde brauchen. Mein Eindruck ist aber, dass das nicht produktives langsames Gehen ist (also weil sie dazwischen irgend etwas Spannendes entdeckt oder weil es ihr so viel Spaß macht im Schnee zu spielen oder einfach, weil sie gerne langsam geht), sondern eher destruktives langsames Gehen, das ihr nicht einmal selbst Spaß macht. Für mich ist das dann mühsam und immer wieder eine Geduldsprobe und eine Wanderung zwischen "wie viel gehe ich voraus und wieviel warte ich auf sie". Einen (für mich) wirklich guten Weg damit umzugehen habe ich noch nicht gefunden...
Nachdem ich ja vormittags arbeite und wir nachmittags meist draußen verbringen, weiß ich gar nicht, wie sehr Valerie zur Zeit andere Menschen zum Mitspielen braucht und ob sie auch so völlig lustlose Phasen hat.
Valerie war beim Essen auch immer etwas heikel und hat vor allem die meisten Sachen nur gegessen wenn sie getrennt voneinander waren (also Nudeln ohne Soße, Pizzaboden und dazu einzeln den Pizzabelag,...) aber in letzter Zeit ist sie in einer richtigen Probierphase, wo sie sogar schon Joghurt gekostet (und wieder ausgespuckt ;-) , Krapfen mit Marmelade und letztens sogar Nudeln mit Tomatensoße gegessen hat. Es geschehen noch Zeichen und Wunder, vielleicht passiert das bei Emily ja auch noch! ;-)
Ich hab auch noch eine nette Geschichte für dich. Ok, sie ist nicht wirklich nett (für Valerie), aber ich hab sie trotzdem lustig gefunden: Wir sind im Kaffeehaus und haben zu unseren Heißgetränken je ein Glas Wasser bekommen. Meines ist bereits leer und durch eine Unachtsamkeit stoße ich es um. Valerie nimmt, so schnell kann ich gar nicht reagieren, ihres, in dem noch etwas drinnen ist und gießst es auf den Tisch (glücklicher Weise großteils auf einen bereits leeren Teller). Stellt das Glas wieder hin und ich will gerade beginnen ihr zu sagen, dass ich das eine schlechte Idee finde, ein Glas mit Wasser umzuschütten als sie richtig zu weinen beginnt und sagt: "Ich hab kein Wasser mehr!". OK, es wahr Schadenfreude, ich geb's zu, aber ich konnte mir nicht helfen und musste lachen.
Liebe Grüße und bis bald!
Fernsehen und Schokolade
Hallo nochmal,
hier noch ein paar Anmerkungen zu den obigen Beiträgen:
Fernsehgerät haben wir auch keines. Benjamin kennt Fernsehen, Videos etc. praktisch nicht, und ich möchte auch nicht, dass er es woanders tut. Ich habe das Buch "Vorsicht Bildschirm!" von Manfred Spitzer gelesen und auch die Beiträge von Joseph Chilton Pearce in der MKW-Zeitschrift (z.B. April 09) sprechen eine deutliche Sprache. Kleinkinder haben meiner Meinung nach vor dem Bildschirm nichts verloren.
Benjamin hat erst einmal Schokolade gegessen (die von einem Kind im SpielRaum ausgeteilt wurde). Zuhause haben wir keine und auch sonst nichts mit Zucker drin. Auch das ist mir wichtig.
Ansonsten isst er alles und sehr gerne. Ich backe selbst Brot aus frisch gemahlenem Getreide, und das liebt er. Auch sämtliche Gemüse- und Obstsorten sind kein Problem, Salat mal mehr mal weniger. Schon seit ich ihn gestillt habe, wars immer eher die Frage, ob er nicht zu viel trinkt / isst... ;-)
Hannelore, kann es sein, dass Valerie aus irgendeinem Grund (welchem?) dort nicht hingehen will, wo sie so langsam geht?
Ich hab da drei kleine Situationen aufgeschrieben, weil ich sie besonders berührend gefunden habe:
Im Dezember hat mir Benjamin folgende Geschichte am Wickeltisch erzählt, wo ich ihn gerade angezogen habe:
"Ich lebe immer. Ich lebe, weil ich Luft atme. Aber es gibt auch einen, der hat früher gelebt und lebt jetzt nicht mehr. Das ist der Opa vom Opa. Der lebt jetzt nicht mehr. Der hat keine Luft mehr gehabt. Er hat nicht genug gelüftet!"
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Benjamin: "Wenn ich das Essen schlucke, kommt es in den Bauch. Und da wird es aufgetaut."
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Benjamin fragt seinen Papa: "Hast du auch einen kalten Hals innen?"
Papa: "Nein."
Benjamin: "Warum trinkst du dann einen Tee?"
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Ich wünsche euch eine gute Nacht!
Heidi
Pizzabacken, Nüsse reiben,...
Hallo Hannelore und Susanne!
Ich hoffe, ich habe euch mit meinen deutlichen Aussagen nicht erschreckt. ;-)
Zumindest kann uns niemand nachsagen, bei uns gäbe es keine klaren Regeln... (Und das tun ja Leute ganz gerne, wenn man ihnen erklärt, dass man mit dem eigenen Kind respektvoll umgehen und seine Bedürfnisse respektieren möchte.)
Ich möchte euch gerne von unserer Beschäftigung der letzten Tag berichten. Am meisten Zeit haben wir für das gemeinsame Kochen und Backen verwendet. Beim Pizzamachen hat Benjamin den Teig geknetet und auch mit dem Nudelwalker ausgerollt. Dabei hat er sich sehr angestrengt und war sehr lange konzentriert bei der Sache. Eigentlich habe ich ihn dann gestoppt, weil wir die Pizza ja auch essen wollten. Tomatensauce, Gemüsestücke und Käse haben wir auch gemeinsam darauf verteilt - und manches wandert auch gleich dabei in den Mund... Ich finde, das ist ein ideales Essen, wenn man ein bißchen Zeit hat.
Gestern haben wir einen Striezel gebacken. Für die Fülle habe ich bzw. Benjamin mit einer Nußreibe die Haselnüsse fein gerieben. Die Nußreibe (mit Handkurbel) war ein neues Gerät für Benjamin und sehr faszinierend. Ich konnte wieder beobachten, wie wichtig es für ihn war, die Funktion zu erfassen: Aha, da oben kommen die Nüsse rein und da kommen sie anders wieder raus. Aber warum?? Nach den ersten geriebenen Nüssen wollte er die Reibe auseinandernehmen!! Er wollte herausfinden, was es bedeutet, in welche Richtung man die Kurbel dreht. Er wollte wissen, was der "Stoppel" für eine Funktion hatte, den man auf die Nüsse drückt und und und. Er wollte einfach ALLES erforschen, und die geriebenen Nüsse an sich waren für ihn natürlich nicht wichtig. Aber wir haben es nach einiger Zeit trotzdem geschafft, alle zu reiben. :-) Wirklich faszinierend! Und als mein Mann vorbeikam, hat er ihm ganz aufgeregt seine Erkenntnisse erzählt.
Gestern hat Benjamin auch seinen ersten ganzen rohen Erdapfel geschält. Ja, ich gestehe, ich hatte dabei ein bißchen Angst um seine Finger. Aber er hat es ganz ohne Kratzer geschafft und war voller Begeisterung. Ich finde es einfach spannend zu beobachten, wie jeden Tag eine - manchmal auch kleine - Fähigkeit dazukommt!
Liebe Grüße,
Heidi