Kommentare

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liebe vronimama!

kurz ein paar zeilen von mir... ich habe zwei töchter, eine 5 und eine 2 1/2. mit meiner ersten war das thema essen auch immer "schwierig" und ist es bis heute. z. b. trinkt sie unglaublich viel und isst im verhältnis dazu sehr wenig. es gibt tage, an denen sie fast gar nichts isst - aber es geht ihr gut dabei. dann gibt es tage, da isst sie unglaublich viel, und ich staune! ich habe die erwartung abgelegt, dass sie eine bestimmte menge essen muss, damit es "richtig" gegessen ist. bestimmt merkt deine tochter auch tatsächlich, dass sie über das thema essen aufmerksamkeit von dir/euch erhält, das ist eine gute anregung von meiner vorschreiberin, die beiden themen wieder zu trennen. zudem ihr ja eine kleine tochter habt, und eure große tochter auch manchmal drunter leidet, dass sie nicht mehr so viel raum bei euch wie vor der geburt ihrer schwester hat. (das war bei uns ein großes thema! falls es bei euch auch zutreffen könnte, kann ich dir die beiden bücher "so sag ich´s meinem kind" und "hilfe, meine kinder streiten", beide von adele faber, elaine mazlish emopfehlen. die buchtitel klingen nicht so glücklich, aber die bücher sind voll von gewaltfreien bildhaften anregungen. du bekommst das eine buch nur noch gebraucht)
essen vor dem fernseher kenne ich auch: klappt prima. ich glaube, es liegt einfach daran, dass das essen zu so etwas unbewusstem wird, dass man einfach reinfrisst. das kennen wir erwachsenen ja auch gut!
und das essen nach strengen regeln im kiga: dass das so gut klappt, würde ich nicht unbedingt positiv bewerten. kann sein, dass die kinder essen, weil sie sich unter druck fühlen und meinen, sie müssen es tun. bei meiner tochter hat es im kiga nach derselben art übrigens nicht geklappt!
ich hoffe, es war was für dich dabei! ich wünsche dir einfach eine gute intuition für dich und dein kind. lass dich nicht verunsichern und versuche, auf dein gefühl zu hören (das ist am anfang nicht leicht, aber immer leichter). vertraue in dich!
herzliche grüße von towanda!

Hallo vronimama, mit unserem

Hallo vronimama,

mit unserem älteren Sohn (bald 5) hatten wir immer wieder "Probleme" mit dem Essen. Ich habe tatsächlich das Buch "Jedes Kind kann essen lernen" gelesen, als er kleiner war und die Ratschläge klangen für mich plausibel (die Eltern bestimmen, wann gegessen wird und was auf den Tisch kommt, die Kinder bestimmen, wieviel sie jeweils (bei einiger Auswahl) davon essen möchten).

Ich habe versucht, das bei uns so zu machen und bin auf ziemliche Widerstände gestoßen. Er hat einfach nicht eingesehen, war um er nicht um 11 sondern erst um 12 z.B. essen sollte und war auch nicht z.B. mit einem Apfel bis dahin zufriedenzustellen.

Im Nachhinein möchte ich sagen, ich würde das nicht mehr so machen, und mache es auch heute nicht mehr so. Bei uns war es schon ein Machtkampf, und ich wollte mich durchsetzen, und er hat es, wie ich heute finde mit Recht, nicht eingesehen (und ganz stark in solchen Situationen getrotzt). Warum soll er nicht essen, dürfen, wenn er Hunger hat? Er hat damit kein Problem, aber ich. Und da muß ich hingucken, was mein Problem dabei ist.
Manchmal sage ich ihm, das ich es mag, wenn wir alle zusammen essen und das ist für mich anders, als zu bestimmen, "wenn gegessen wird".
Ich freue mich, wenn er auf seinen Körper hören kann, und ißt, wenn er Hunger hat. Ich finde es nicht mehr richtig für uns, ihm einen Essens-Rhythmus aufzuzwingen.
Er mag meist mit uns essen, manchmal mag er aber auch erst mit seinem Freund fertig spielen, und mag dann später essen als wir.
Da setze ich mich dann zu ihm.
Für mich fühlt sich das besser an.

Ich würde den Stress rausnehmen. Und ich glaube auch, daß du überhaupt keine Angst haben mußt, daß sie insgesamt zu wenig ißt. Das Gonzales-Buch hilft dabei.

Alles Gute für Euch!
Aenna

Vronimama - Mein Kind will nicht essen

Hallo vronimama,
alles, was ich Dir schreibe, meine ich wertfrei und blicke auf mehrere Jahrzehnte Selbst-Erfahrung zurück. Ich bin mir sicher, dass Du etwas bei Dir ändern musst, um die Situation gesund zu ändern. Mit anderen Worten: "Wenn wir begreifen, dass das Problem nicht >andere< Menschen sind, dann begreifen wir auch, dass die Lösung nicht bei >anderen< Menschen liegt."
Im Einzelnen ist mir aufgefallen, dass Du vermutlich auch nicht konsequent bist. Kinder brauchen liebevolle Begleitung, Angebote, Grenzen, Authentizität, Vorbilder und mehr. Das erfodert natürlich, dass die Eltern "erwachsen" und selbstbewusst sind. Ich kann es gut nachempfinden, dass deine Tochter nicht am Tisch essen will, solche Situationen sind mir auch von anderen Familien bekannt. Eine wertvolle Frage ist in diesem Zusammenhang: "Was bedeutet es euch, zu essen, gemeinsam?"
Eine feste Sitzordnung hat schon in vielen Fällen eine Besserung gebracht: Die Kinder links von der Mutter, der Vater rechts neben ihr. Im Allgemeinen ist es unnötig mitbestimmen zu lassen, was gegessen wird. Du kennst die Vorlieben und hast die Aufgabe eine gesunde Ernährung zu kochen. Auch sollten die Kinder beim Decken des Tisches helfen dürfen. Und Gegessen werden sollte immer in Ruhe und Dankbarkeit, stellt euch einmal vor, wie viele Menschen daran mitgewirkt haben, bis euer Essen auf dem Tisch steht und sprecht darüber.
Um deine Gesamtsituation zu bessern empfehle ich Dir auch das Buch von Roswitha Defersdorf: Deutlich reden, wirksam handeln. Kindern zeigen, wie Leben geht." Es wäre ein guter Anfang, meine ich.
Alles Gute, eine gute Zeit und liebe Grüße
Peter

Hallo, ich erlaube mir eine

Hallo,
ich erlaube mir eine Antwort, auch wenn ich selbst diese Erfahrung noch nicht gemacht habe (meine Tochter ist erst ein paar Monate alt).
Von dem, was du schreibst, klingt mir schon die Richtung durch, die du ausprobieren könntest - ganz klare Regeln, ähnlich wie in der Kindergruppe, keine Wahl mehr bei Sitzplatz etc. Und - ich weiß, das ist viel leichter gesagt als getan - kein großes Aufhebens über ihr Essverhalten. Dass sie einfach dabei ist beim Essen und über alles Mögliche geredet wird und mit großem Appetit gegessen wird, ohne dass sie mit ihrem Nicht-essen-wollen beobachtet wird und im Mittelpunkt steht.
Und - inwiefern hält euch die kleinere Tochter auf Trab?
Woher kommt dein Gefühl, es sei für die ältere zu stressig?
Bin gespannt auf deine Antwort,
Liese

Hallo, aus Deinen Zeilen

Hallo,
aus Deinen Zeilen klingt für mich die Sorge, dass Deine Tochter nicht genug isst
und dadurch "vom Fleisch fällt" und krank wird........... ist das so?

Bitte entschuldige, wenn ich das gleich und sehr direkt schreibe:
ich denke nicht dass es "Machtspielchen" Deiner Tochter sind:
meiner Meinung nach macht ein 3 1/2 Jähriges niemals ein Spiel um Macht
und ich finde, das ist ein total unpassendes Wortkonstrukt aus der Pädagogik-Schublade,
das uns Kinder nicht ernst nehmen lässt
und die Einstellung, die dahinter steht, hindert uns daran, sie wirklich zu verstehen.

Es kann sein, dass sie sich mehr Aufmerksamkeit wünscht.
Das ist eine Vermutung von mir...........

Und -falls es so ist, dass sie mehr Aufmerksamkeit möchte-
wäre es günstig, die Essenssituation und das Bekommen von Aufmerksamkeit wieder voneinander zu trennen.

In welcher Weise hält Euch Eure jüngere Tochter beim Essen "auf Trab"?

Ich habe eine Buchempfehlung zu diesem Thema:
"Mein Kind will nicht essen" von Dr. Carlos Gonzales, La Leche Liga, ISBN 3-932022-12-2

Alles Liebe, Petra

Kind ißt nicht

Liebe Vronimama,
auch ich habe einen Buchtip, den gebe ich Dir viel lieber als viele Ratschläge: Jesper Juul:Was gibts heute. Jesper Juul schreibt übrigens viele Bücher, die für Menschen wie Dich sicher sehr ansprechend sein können. Er hat eine sehr relaxte Art, mit zwischenmenschlichen Themen umzugehen. Viele Probleme lassen sich sehr einfach lösen. Allerdings nie, ohne daß der Erwachsene an sich arbeitet. Denn: Die Erwachsenen sind das Problem, nicht die Kinder! Deine Tochter spürt Deine Hilflosigkeit, die spürt man übrigens auch sehr als Leser Deiner mail. Mach Dein Kind nicht unnötig krank!
Ich wünsche Dir und Deinem Kind Glück und Klarheit

Chrisu