Hallo,
in unserer Schule (einer Montessorischule) gibt es leider unter den Kindern immer wieder Mobbing-Situationen; d.h. einzelne Kinder werden von mehreren anderen immer wieder ausgegrenzt, beleidigt, Dinge weg genommen, sogar geschlagen ... Wir haben das jetzt auf einem Elternabend breit thematisiert und sind uns einig, dass wir dagegen angehen müssen. Auch die Lehrkräfte, die das bisher so nicht mitbekommen hatten (??) sind jetzt wohl sensibilisiert. Meine Fragen hier sind:
- Gibt es Tips, wie man in einer Kindergruppe das Thema auf achtsame Weise ansprechen kann?
- Gibt es vielleicht geeignete Kinderbücher dazu?
- Wie kann ich meinem Sohn, der wohl auch einer derjenigen ist, die ausgrenzen, ohne ihn an den Pranger zu stellen, darauf ansprechen, ihm die Folgen seines Verhaltens für das andere Kind klar machen?
vielen Dank für Tipps.
viele Grüße
Chris
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Kommentare
Die guten Kräfte zum Wachsen bringen und als Freunde gewinnen
Wer andere ausgrenzt, beleidigt, ihnen was wegnimmt, sie schlägt, hat weder das Leben noch seine eigenen Kräfte und deren Bedürfnisse verstanden. Das bedeutet: er geht mit seinen eigenen Kräften & Talenten schlecht um.
Indirekt zeigt er seine eigenen Nöte: die Nöte seiner Talente, die im UNBEWUSSTEN liegen.
Es ist also nicht die Lösung, es dem BEWUSSTEN Verstand immer wieder noch einmal zu erklären. Der ist für die Lösung gar nicht zuständig. Die entscheidenden, betroffenen Kräfte liegen im UNBEWUSSTEN und alle wichtigen Lebensfunktionen werden im UNBEWUSSTEN gesteuert.
Der Gesprächspartner für die Lösung sind also die feinen, sensiblen, letztlich entscheidenden geistigen und seelischen Kräfte.
Wie geht die Pädagogik mit diesen um? Welchen Umgang mit unseren wichtigsten Lebenskräften haben wir alle von der Pädagogik gelernt?
Was können wir an konkreter Lösungserfahrung weitergeben? Was hat die Pädagogik als erprobte, funktionierende Hilfe zu bieten?
In der neuen Ich-kann-Schule beobachte ich die FEINEN Kräfte besonders sorgfältig.
Was denkt + fühlt die Mutter und/oder die Lehrerin? Mütter und Lehrerinnen sind mächtige SENDER. Was sie denken und fühlen, das strahlen sie unablässig aus und diese Strahlen dringen überall durch, direkt hin zur Überlebens- und Steuerungsinstanz im Kind. Oft beobachte ich, dass in das Kind auf diese simple Weise ständig Sorgen, Angst, Pein, Frust, Verzweiflung und mehr desgleichen hineingestrahlt werden. Das ist nicht die ideale Entwicklungshilfe. Davon wird die Seele NICHT SATT sondern MATT.
Es erstaunt doch, dass die Pädagogik sich überhaupt nicht um Geist und Seele schert. Den Körper füttern wir jeden Tag mehrmals, Geist und Seele lassen wir ebenso selöbstverständlich HUNGERN. Das ist überhaupt nicht in (der) Ordnung (des Lebens). Geist und Seele bekommen sogar oft Steine statt Brot. Wir suggerieren ihnen ständig, wie schlecht sie sind - und das lediglich aufgrund punktueller "Messungen", die wir noch nicht einmal verstanden haben. So produzieren woir Probleme statt sie zu lösen.
Bei meinem letzten Vortrag fragte ich die anwesenden LehrerInnen, wie oft sie die letzten drei Jahre in ihrer Schule die Worte Geist und Seele gehört haben. Sie haben sie überhaupt noch nicht dort gehlört, sagten. Geist und Seele sind in unseren "Schulen" nicht vorgesehen. Wie will man so auch nur ein Problem konkret lösen?
Wenn ich mit einem Kind spreche, das FEHLER gemacht hat, dann zeigt mir der FEHLER genau das, was FEHLT; drum heißt er ja Fehler. Fehler sind WEGweiser, das heißt, sie weisen VON SICH WEG. Wenn ich immer um den Wegweiser "München 120 km" herumtanze, komme ich im Leben nie nach München. Deshalb reite ich nicht auf den Fehlern herum sondern spreche das Kind sofort auf seine genialen Talente an und frage, warum es so geniale Talente nicht entwickelt. Damit würde es doch hoch geachtet. Wir reden also nicht über den Fehler sondern über die mögliche gute Entwicklung und deren Vorteile.
Hier unterscheidet sich die neue Ich-kann-Schule grundlegend vom üblichen Pädagogikvollzug. Wer Kinder an den Pranger stellt, macht DRUCK. Druck aber komprimiert das Problem wie die Menschen. Das ist also das genaue Gegenteil von Lösung. Unter Druck wächnst auch nichts und niemand. Noch dümmer kann man Lösung also kaum angehen. In der neuen Ich-kann-Schule mache ich von meinem GEIST Gebrauch und lasse mir was ein- und/oder auffallen, was ZIEHT. Das IKS-Grundprinzip ist der SOG. Sog löst. Sog richtet auf. Sog macht wachsen. Mit Sog kann man die Kräfte punktgenau lenken. Mühelos. Wenn ich sehe und spüre, wie die Seele hungert, dann brauch ich doch "die Wurst nur dahin legen, wo ich den Kerl haben will".
P.A. Eymieu hätte vor 120 Jahren mit seiner Als-ob-Methode die Menschen einfach so behandelt als ob sie schon so gut sind, wie er sie haben wollte. Die feinen Geistes- und Seelenkräfte sind die enstcheidenden, und sie entscheiden so, wie wir mit ihnen umgehen.
"Wenn ich mit deinen Kräften BESSER umgehe als du, dann mögen sie mich und folgen mir lieber als dir." Der Täter misshandelt ja für seine schlechte Tat bereits seine guten Kräfte - wovon sollen diese Kräfte anders werden, wenn sie nun auch von mir noch Prügel bekommen? In der Ich-kann-Schule würde jedes kleines Kind den VBorteil sofort sehen und nutzen, der darin liegt, die geschwächten guten Kräfte im Missetäter als Freunde zu gewinnen, indem man sie stärkt. Hier sind wir wieder bei den mächtigen SENDERN. Das kann auch ein kleines Kind sein. Es denkt dem Betroffenen einfach alles zu, was er zu seiner guten Entwicklung braucht - sonst nichts!!! - dann wächst die gute Entwicklung. Das kann man ganz einfach im Experiment erproben. Ich tue das schon seit vielen Jahren mit regelmäßigem Erfolg mit Kindern.
In den "Ich-kann-Geschichten für Erwachsene ab 9 und Kinder bis 90 Jahre" (95 S.) habe ich ein Dutzend Schlüsselerlebnisse berichtet und einfache Tips für Lösung aufgeschrieben. Auf einem Elternabend kann man solche Beispielsgeschichten natürlich von allen Seiten her beleuchten. Es geht aber immer um die entscheidenden FEINEN Kräfte und einen FEINEN Umgang damit.
Ich freue mich auf Euren Erfolg.
Franz Josef Neffe
Hallo Chris, dieses Thema
Hallo Chris,
dieses Thema beschäftigt uns gerade auch sehr...leider ist mein Sohn einer derjenigen der gemoppt wird.
Allerdings bin ich inzwischen dazu übergegangen nicht mehr von "Mobbing" zu sprechen, denn würde bedeuten das ich einen Täter und ein Opfer sehen will!
In Situationen wo die Kinder aneinandergeraten gehören immer zwei dazu.
Jeder hat mit dem Anderen ein Problem.
Wir als Eltern/Lehrkräfte/Erzieher sind dann nur gefragt Gespräche unter den Beteiligten zu ermöglichen und zu moderieren!
An unserer Schule werden dazu "runde Tische" einberufen. Die Kinder die Hilfe brauchen sagen mit welchem Lehrer und welchen Kindern sie zusammensitzen möchten. Eine Art Familiienkonferenz in der Schule! Der anwesende Lehrer moderiert nur das Gespräch!
Sobald wir anfangen zu belehren, zu verurteilen, Lösungen vorzugeben etc. nehmen wir den Kindern die Chance selbst aus der Situation zu lernen.
Für viele Eltern, gerade die Mütter, ist das schwer, denn wir möchten unser Kind, wenn es "scheinbar" zum Opfer geworden ist beschützen, möchten die Anderen verantwortlich machen!
an unserer schule werden grenzüberschreitungen als regelverstoße mit einer art roten karte geltend gemacht. sammelt ein schüler zuviele davon, darf er am nächsten tag nicht in die schule kommen. dieses system haben sich die schüler ausgedacht.
Doch sind auch die Kinder die gehänselt werden selbst für sich und ihr Handeln verantwortlich.
Meines Er. n. braucht ein Kind was sich hänseln läßt den Aufbau seines Selbstwetgefühls. Das kann er meißt nur erlangen wenn er sich von seinen Bezugspersonen gefühlt fühlen kann! Außerdem kann die Erläuterung, das es kosmische Gesetzsmäßigkeiten gibt "Was DU aussendet bekommst DU auch" dienlich sein!
Ich habe unserem Sohn (9) aus dem Buch "Märchen für die Kinder der neuen Zeit" (über amazon.de) vorgelesen und mit ihm darüber gesprochen!
das Buch eignet sich ebenso gut für die "Täter".....
bis dahin erstmal
Liebe Grüße und eine gute Zeit Kati
(mit Kindern wachsen - Entdeckungsraum in Essen und Wuppertal)