Hallo MKW Eltern,

also, wo fange ich an. Grade ist mein ganzer Text schon mal abgeschmiert... :-(

Unsere Tochter ist jetzt fast 3 und schnullert seit Wochenbett. Ich konnte nicht stillen (zu wenig Milch, plagte mich lange mit Vorwürfen/Mutterzweifel/Mutterfindung, somit wurden wir zur Tragefamilie), Hebamme riet zum Schnuller, Kind hat seit 5. Lebenswoche Neurodermitis - Schnuller beruhigte. Später konnten wir auch Stressabbau sehen und waren dann froh wenn Sie sich nicht juckte.... Wichtig: seit Ihrem 2. Geb. gibt es das Teil NUR NOCH ZUM SCHLAFEN. Klar, der Kommentar des Ki-Arztes mit 2: weg damit!!! Jetzt wird Sie am 19. Januar 3 Jahre alt. Mir graut jetzt schon vor der U7a und dem Ki-Arzt Kommentar. Wenn wir ihr nett und freundlich von Schnullerfee und Geschenk beim Einschlafritual erzählen wird Sie völlig hysterisch.... weint weint. Wir spüren, Sie hält total daran fest. Es war immer so. Wenn wir zu einem Schritt nicht bereit waren, dann ging es auch nicht.... Ich glaube jetzt ist es genau so.

Warum wir sie noch immer Schnullern lassen? Nun... ich hätte gerne gestillt. Lange. Habe viel gelesen (Largo, Naturvölker etc.). Und immer wieder las ich und traf ich langzeitstillende Mamis bis ins Kleinkindalter!!! Herrlich find ich das. Und dort und auch bei Largo immer wieder der Hinweis: Kleinkinder haben teilweise bis ins 7. Lebensjahr noch ein starkes Saug/ Nuckelbedürfnis. Ok, 7 ist echt alt... Somit denken wir, dass dieses dämliche Schnullergerät doch ein Bedürfnis stillt, nachts... Sie spuckt Ihn auch aus, wenn Sie eingeschlafen ist. Wie Sie morgens aufsteht, legt Sie den ins Bett und für Sie ist es ganz klar: das Teil bleibt da liegen….

Tja, was tun??? Schnullerfee mit tollem Gartenhäuschen als Geschenk im Sommer einfach kommen lassen? Krasser Neuro Schub in Kauf nehmen, hysterisches völlig fertige Maus trösten, selber nicht richtig dahinter stehen und doch schwach werden und das Gerät wieder geben!?!?? !Das ist doch doof irgendwie …

Oder erstmal abwarten und plötzlich ist sie 4!?!?!?

Für uns als Eltern ist es zur Zeit undenkbar, das Teil nicht mehr zu haben.

Hm, was tun??? Schreibt uns doch mal Eure Eindrücke, Ideen, Vorschläge, Ansichten, Kritik gerne, wie Ihr es gemacht habt….

Wäre toll! Freuen uns sehr auf Feedback! DANKE
Mama Babete

Kommentare

Schnuller

Sehr geehrte Mama Babette,

unsere Älteste ist 6,5, eingeschult und lutscht noch immer am Daumen, auch tags. Alle stressfreien, handelsüblichen Versuche (z.B. Sonnenzettel vom zahnarzt täglich ausmalen, wenn nicht gelutscht) fruchteten nicht und stressvolle Versuche halten wir für unangemessen. Ds Luschen drückt so vermute auch ich ein inneres Bedürfnis aus. Das kann kein Geschenk der Schnullerfee ersetzen. Was es ersetzen könnte, haben wir alleine nicht herausgefunden, so dass unsere Tochter derzeit bei einer Kunsttherapeutin malt. Als sie so alt war wie Ihre Tochter ging es mir sehr schlecht, so daß ich leichte Traumatisierung fürchtete. Laut Therapeutin handelt es sich bei unserer Tochter um ein fröhliches Kind mit bewußtem Zugang zu seinen Gefühlen, wenn sie auch Konflikte hat. D.h. mein Zwischenfazit: lutschen kann nötig sein, also lutschen lassen, Ersatz gegebenenfalls mit Hilfe suchen, wenn es Kind oder Umfeld stört.

Vielleicht helfen unsere ERfahrungen weiter
Grüße
Frau Holle

Schnuller

Hallo Mama Babete,

zu erst einmal, lassen Sie ihrem Kind den Schnuller, Schmusedecke oder was auch immer es zum Beruhigen braucht. Meiner Erfahrung nach, meine Tochter ist jetzt elf, wissen unsere Kinder meist sehr viel besser, was für sie richtig und wichtig ist. Meine Tochter war drei, als sie von ganz allein den Schnuller nicht mehr wollte, es war wie bei Heidi eher ein Zufall. Ich hatte den alten Schnuller ausgetauscht, und den alten im Müll versenkt. Meine Tochter weigerte sich den "Neuen" zu nehmen, und ich weigerte mich, den "Alten" aus dem Müll zu holen (und begründete ihr das auch). Da entschied (und das ist sehr wichtig!!) meine Tochter selbst, wenn sie den alten nicht haben könne, dann wolle sie gar keinen mehr.
Unsere Kinder vertauen uns blind. Sie akzepieren auch oft die Entscheidungen, die wir für sie treffen, ohne zu murren. Aber bei Dingen, die für sie in dieser Lebenssituation wichtig sind, vielleicht auch aus Gründen, die wir nicht nachvollziehen können (ich wundere mich oft, was im Kopf meiner Tochter vor sich geht, wenn sie es irgendwann mal raus lässt - auch heute noch), wehren sie sich rein aus dem Gefühl heraus. Ich denke, wir Eltern können nicht immer alles verstehen und sollen das auch nicht.
Jedes Kind verarbeitet die Eindrücke, die am Tag auf es einwirken anders. Manche Schreien ihre innere Unruhe hinaus, manche spielen stundenlang, manche singen, manche nuckeln (wenn nicht am Schnuller, dann an den Fingern) und manche knabbern an ihren Nägeln (so wie meine Tochter). Meiner Meinung nach sind es einfach Ventile zum Dampf ablassen, es sind halt nicht die gleichen, wie bei und Erwachsenen, die im besten Fall darüber reden. Das können Kinder (selbst wenn sie den größten Wortschatz der Welt haben) einfach nicht. Zumal sie in unserer Erwachsenenwelt meist nicht zu Worte kommen, oder nicht gehört, geschweige denn ernst genommen werden.
Das bringt mich zum Thema "Kinderarzt" - mein Tipp - suchen Sie sich und ihrem Kind einen Neuen. Sie haben Bauchschmerzen vor dem neuen Termin und ihre Tochter merkt das. Sie beide müssen dem Arzt vertrauen können, und er muss sie und vor allem ihre Tochter ernst nehmen und nicht irgendein Lehrbuch abarbeiten (die sich auch alle naselang ändern).
Wow, das war mehr, als ich eigentlich schreiben wollte. Aber vielleicht hilft es Ihnen ja. Übrigends noch - Gratulation zu einem kleinen Mädchen, dass schon weiß was es will! Helfen Sie ihr dabei, dass zu erhalten und lenken Sie sie. Sie werden sehen, in den kommenden Jahren wird es einfacher, wenn die Kleine noch stärkeres Vertrauen zu Ihnen aufbauen wird.
Auch wenn es abgedroschen klingt, Druck erzeugt nur Gegendruck. Und bitte keine Geschenke und irgendwelchen Feen - was sagen sie ihrer Tochter, wenn sie den Schwindel bemerkt? Und das wird sie bestimmt eines Tages. Versuchen Sie mit ihr in Ruhe zu reden, vielleicht haben Sie Glück und sie sagt Ihnen, warum sie den Schnuller immer noch gern mag. Und auch wenn Sie den Grund nicht heraus bekommen, dann haben sie wieder einen Vertrauenschritt gemacht, weil Sie sie Ernst genommen haben.
Viel Glück - nein, das brauchen Sie nicht. Wenn Sie auf ihr Gefühl hören, dann können Sie keine Fehler machen - auch wenn Andere was anderes sagen!
Liebe Grüße
Katrin

Schnuller

Hallo Mama Babete!
Ja, ich seh's so wie Aenna. Ich würde deiner Tochter den Schnuller lassen und absolut kein Getue mehr darum machen. Ihn ihr ehrlich und selbstverständlich geben. Für dich passt es eh so, wie du schreibst. Und dann wird es für sie auch immer unwichtiger werden. Keinesfalls würde ich meinem Kind irgendeinen "Blödsinn" (Schnullerfee etc.) erzählen. Das ginge mir total gegen den Strich. Und ich würde sie auch "schützen" vor beschämenden Äußerungen anderer. (Z.B. "Was, du hast noch immer einen Schnuller...") Ich denke, dass das Kinder sehr irritiert! Es ist einfach unfair.
Mein Sohn war Ende Oktober 3. Er hatte zwar keinen Schnuller aber seit dem Abstillen (mit ca. 17 Mo) eine Wasserflasche. Und er hat Unmengen Wasser getrunken. Immer auch wenn er tagsüber müde wurde oder durch irgendetwas irritiert war. Dann verlangte er die Flasche und Wasser, Wasser, Wasser. War bestimmt sein Nuckelersatz und kein Durst. Wenns gar zu viel wurde, haben wir ihn eingebremst ("Ich gebe dir noch ein bißchen und dann ist Schluss.") Das hat er meistens akzeptiert. Tja, vor ein paar Wochen haben wir die Flasche bei den Großeltern vergessen. (War wirklich so und kein Trick.) Ich hab es ihm am Abend gesagt, und er hat es sofort voll akzeptiert. Nach ein paar Tagen hat er nicht mehr danach gefragt. Und als wir wieder bei den Großeltern waren, hat er einfach nicht mehr dran gedacht. Jetzt gehts auch ohne. Und er trinkt viel, viel weniger. Ich glaube, er lernt gerade erst, was "Durst" ist...
Und ich selbst als Kind wollte mit 3 einen Schnuller haben. Da bekam ich nämlich einen Bruder. Und ich lebe auch noch und habe jetzt keinen Schnuller mehr! :-)

Außerdem möchte ich dich auf das MKW-Heft Juli 09 aufmerksam machen! Ist insgesamt ein ganz, ganz tolles Heft und ganze 4 Seiten beschäftigen sich mit genau deinem Thema, dem Schnuller. (Frage an Naomi Aldort: Ich werde immer wieder kritisiert, weil meine 5!-jährige Tochter noch einen Schnuller und ein Fläschchen zum Einschlafen braucht....). Lohnt sich echt, dieses Heft!!

Ich wünsch euch beiden alles Liebe,
Heidi

Ich würd ihr den Schnuller

Ich würd ihr den Schnuller lassen. Was spricht dagegen, daß sie ihn noch hat? Wenn ich dich richtig verstehe, sowieso nur nachts.

Sie wird ihn nicht mehr wollen, wenn sie ihn nicht mehr braucht.

Alles Gute für euch!!