Hallo,
ich habe zwei Söhne (8 Monate und 3,5 Jahre) die ich nach bestem Wissen und mit ganzem Herzen im Sinne von mKw in ihrer Entwicklung begleite. Ich bin seit der Geburt meines großen Sohnen fast Vollzeit Mutter, bei den Seminaren, die ich gelegentlich leite, kann ich die Kinder mitnehmen. Im Moment bin ich sehr im Zweifel, ob meine Art, mit meinen Kindern umzugehen, die richtige ist. Ich habe immer versucht, ihnen den größtmöglichen Raum für ihre Entfaltung und Entwicklung zu geben und sie so bedingungslos wie möglich zu lieben (auch ich bin nicht perfekt und die ein oder andere Drohung rutscht mir auch über die Lippen). Im Moment ist es aber so, dass ich das Gefühl habe, dass mein großer Sohn sich mit allen Menschen wohler fühlt, als mit mir. So bald wir zusammen sind, wird er (oftmals) schlecht gelaunt und quengelig. Wenn nicht alles genau nach seinem Plan verläuft (und zwar sofort), bekommt er einen ausgewachsenen Wutanfall, mit schreien und toben. Oftmals schreit und weint er auch und kann nicht sagen, warum und was mit ihm los ist. Das kommt vorallem nach dem Aufwachsen nachmittags vor, aber auch mal zwischendurch. Ich merke, dass er auf der einen Seite immer selbständiger wird, auf der anderen aber am liebsten wieder ganz klein sein würde. Er spielt gern allein, mit anderen Kindern nur nach einiger Anlaufzeit und Tagesform abhängig. Fremde verunsichern ihn oft erst mal, er mag keine lauten Geräusche und zieht sich manchmal sehr in sich zurück. Das letzte alleridngs nicht in meiner Anwesenheit, sondern eher wenn ich nicht dabei bin. Besuch haben geht fast gar nicht mehr, er versucht dann fast permanent meine Aufmerksamkeit zu bekommen und wenn er sie nicht bekommt, wütet er.
Immer wieder sehe ich mich auch Kritik (wenn auch wohlwollender) von außen ausgesetzt, ich würde meine Kinder auf einen Sockel stellen und ihnen zu viel Raum geben, ihnen zu viele Entscheidungen überlassen u.ä.. Die Erzieherin aus der Montessori-Tagespflege ist der Meinung, ich solle ihm mehr Grenzen setzen (sagt aber, dort würde alles super mit ihm laufen). Nun bin ich verunsichert. Ich merke sehr wohl, dass mein großer Sohn nicht so ist, wie das Gro der Kinder. Sind andere Kinder von Eltern, die mit ihren Kindern anders umgehen auch anders?
Ich finde es sehr schwierig, pauschal von Grenzen setzen zu reden. ich habe das Gefühl, die Kinder erfahren bereits von Natur aus sehr viele Grenzen. Aber ich möchte meine Kinder auch nicht in Watte packen und es ihnen schwer machen, sich in der Welt, die nun mal nicht immer nett ist, zurecht zu finden. Wie kann ich klar sein und auch mein Territorium behaupten, ohne dass sich meine Kinder zurück gesetzt fühlen? Wie kann ich Grenzen setzen, ohne gewaltsam zu sein?
Wie erleben andere Eltern ihre Dreijährigen? Ist diese Umbruchsphase einfach Teil der Entwicklung oder mache ich etwas falsch?
Ich würde mich sehr über Erfahrungen und Eure Meinung freuen, denn gerade fühle ich mich sehr zerissen und verunsichert.
Herzliche Grüße,
Anne