Seit einigen Monaten bin ich schon auf Kindergartensuche für meinen Sohn, der im Januar 2013 drei Jahre alt wird. Er geht im Moment an zwei Vormittagen pro Woche in eine Waldspielgruppe. Obwohl es einen Waldkindergarten gibt, der mir gut gefällt, finde ich den Ansatz, dass die Kinder jeden Tag den ganzen Vormittag im Wald verbringen "müssen", zu festgelegt. Der Kindergarten bei uns im Ort (Zarten bei Kirchzarten) hätte einen Platz für Leonard - und ich kenne den Kiga von meinen Töchtern her und bin ganz zufrieden damit. Doch seit ich mich verstärkt mit selbstinitiiertem Lernen, Unschooling etc. beschäftige, befremdet mich die Vorstellung mehr und mehr, dass ich meinen Sohn in einem Kiga "abgebe" - wo Lernen doch auf so vielfältige Weise und an so vielfältigen Orten geschehen kann.
Unsere Töchter werden übrigens ab September die "Kapriole" besuchen - eine freie, demokratische Schule in FR-Ost, und für mich die zweitbeste Variante nach Unschooling.
Nun habe ich den Impuls, mit einigen anderen Eltern eine eigene Kindergruppe von 3-6-jährigen Kindern zu gründen. Die Idee: vier Kinder werden an vier Vormittagen (bei Bedarf auch öfters) verbindlich und von jeweils einem (bzw. bei besonderen Unternehmungen von zwei) Elternteil(en) betreut. Das hätte den Vorteil, das jede/r von uns die Zeit mit den Kindern auf eine Weise gestalten kann, die den eigenen Möglichkeiten und natürlich den Interessen der Kinder entspricht. Bei sich zu Hause, in der naheliegenden Natur u./od. an anderen stimmigen Plätzen. Die anderen Eltern haben dann jeweils "frei" bzw. könnten an diesen fest einplanbaren Tagen einer Teilzeit- oder Honorartätigkeit nachgehen.
Weitere Vorteile:
- Wenn wir unseren "Elterndienst" gleichermaßen aufteilen, fallen keine Kindergartengebühren an.
- Jede/r von uns hat die Möglichkeit, an der Entwicklung seines Kindes teilzuhaben und die Spiel-
und Erfahrungsumgebung auf seine Weise mitzugestalten. (Einbringen eigener Interessen und Fähigkeiten)
- Der organisatorische Aufwand bei einer so kleinen Gruppe ist relativ gering; wir müssten auch keinen
extra Raum anmieten, sondern nutzen unsere eigenen Wohn- und Lebensräume sowie die Natur und andere
geeignete öffentliche Räume.
Außerdem können wir gut auf die einzelnen Kinder eingehen.
Von Beruf bin ich Sozialpädagogin, doch die eigentlichen "Qualifikationen" erwerbe ich mir im Wachsen mit meinen Kindern.
Ich bin undogmatisch und wünsche mir ebensolche offene Menschen, die nicht auf einen bestimmten pädagogischen Ansatz festgelegt sind und Freude daran haben, mit Kindern gemeinsam zu wachsen und etwas Neues auszuprobieren.
Bezüglich der Bildungs- und Entwicklungsziele des "normalen" Kindergartens mache ich mir übrigens keine Sorgen, dass die Kinder etwas verpassen könnten. Bezüglich der Auswahl an sozialen Kontakte auch nicht.
Ich freue mich, von Euch zu hören!
Maya