Im Raum Bonn/Köln/Alfter ist gerade ein Projekt unterwegs eine neue - unbedingte - Schule zu gründen http://www.unbedingte-schule.de/ Mitschüler und -gründer herzlich wilkommen!
Mehr auf der Website, aber hier schon mal ein Auszug:
Wir glauben, dass Bildung Freiheit voraussetzt. Bildung ist Entdeckung, Veränderung und Bewegung, ein Anders-Werden – kein Wettlauf auf einem vorgeschriebenen Weg (lat. curriculum). Wer sich bildet, bahnt seinen Weg selbst. Bildung sprengt das Korsett von Unterrichtsstunden. Sie nimmt sich ihre Zeit. Sie lässt sich nicht in Klassenzimmer sperren, ins Schema von »Standards« oder »Kompetenzrastern« pressen. Noten und Zeugnisse messen nicht Bildungserfolg, sie pervertieren, was Bildung sein könnte, sein muss! Wir brauchen gebildete Menschen, denen wir zutrauen, Krisen zu bewältigen und die sich gegenwärtig lokal und global abzeichnenden Probleme zu lösen.
Es ist also höchste Zeit, den Begriff der Bildung für die Schule zurückzuerobern. Wir müssen Freiheit für die Schule und Freiheit in der Schule gewinnen. Freiheit herrscht zunächst im eigenen Kopf. Es reicht nicht aus, aus Reformelementen etwas Neues zusammenzubasteln. Um eine gute Schule zu gründen, müssen wir Schule wirklich neu denken.
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Die Unbedingte Schule
An der Unbedingten Schule kann sich unabhängig vom Alter jede_r mit jeder und jedem zusammen tun. Unterricht ist die Ausnahme. Wer ihn wünscht, organisiert ihn. Es wird gespielt. Projekte werden durchgeführt. Hier befinden sich zwei im Gespräch. Dort arbeiten drei an einem Computer. Eine_r liest die »Phänomenologie des Geistes«. Jemand betrachtet die Wolken am Himmel. Eine Gruppe baut am Schulhaus weiter. Keine Pausenglocke unterbricht die Konzentration, kein für alle verbindlicher Takt trennt das Lernen vom Leben. Generell gilt Gleitzeit: Jede_r kann Stunden ansparen und freinehmen, ohne Obergrenze. Ferienzeiten sind flexibel wählbar. Maßstab für das, was geschieht, ist das Interesse der vielen Einzelnen – von lateinisch inter esse, also: Inmitten-Sein, Dazwischen-Sein, und das bedeutet in der Regel, unterwegs zu sein, anders zu werden. Sich zu bilden.
Die Schule selbst ist veränderbar und wird anders. Die Schüler_innen und Mitarbeiter_innen gestalten sie. Die Schule ist also demokratisch. Sie wird von einer Schulversammlung geleitet, in der jede_r Schüler_in und jede_r Mitarbeiter_in eine Stimme hat. Demokratie ist nicht mehr Lernstoff, sondern eine Wirklichkeit, und das heißt: bleibende Aufgabe. Die Mitarbeiter_innen sind keine (Be-)Lehrer mehr, die Dinge erklären, nach denen keiner gefragt hat. Sie sind Mentor_inn_en, die einzigartige, eigensinnige Bildungsprozesse begleiten und beraten – und zwar nach Bedarf. Wer einen Schulabschluss machen will, kann eine externe Prüfung ablegen. Die Schule unterstützt jede_n bei der Vorbereitung darauf.
Die Schule ist offen für alle. Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist für sie selbstverständlich. Sie schließt einen Kindergarten mit ein, so dass sie von Kindern ab drei Jahren besucht werden kann. Sie öffnet sich nach außen und knüpft vor Ort und in der Region ein dichtes Netzwerk mit anderen Lernorten.