Welcher Kindergarten- welche Schule ist passend für mein Kind.
Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit diesem Thema. Elisa ist jetzt 5 Jahre. Sie geht seit einem Jahr in den Waldorfkindergarten und ich habe sie auch in der Waldorfschule angemeldet.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Waldorfpädagogik das Richtige für die freie Entfaltung meines
Kindes ist . Mir ist auch schon länger aufgefallen, dass in der Zeitung-Mit Kindern wachsen- von der Waldorfpädagogik nie die Rede ist, bzw. ein Artikel darüber steht. Warum nicht, dass würde mich sehr interessieren und eure Meinung darüber .
herzliche grüße
martina

Kommentare

Freie Entfaltung in der Waldorfpädagogik ?

Also meine Kinder wurden nach der Idee von Pikler und Montessori und Steiner erzogen. Somit ganzheitlich!
Da es hier in der Nähe kein Montessori-Kindergarten gab, sowie keine Schule dieser Art, haben wir uns entschlossen unsere Kinder (15,13,7J.) in den Waldorfkindergarten und in die Waldorfschule zu geben, nach dem wir uns ausführlich mit dieser Pädagogik auseinander gesetzt haben. Aber auch Kinder sind anders,
so fühlte sich uns Jüngster im Waldorfkindergarten ziemlich eingeengt, da durch einen starren Rhythmus fast kein Freispiel möglich war, woanders wäre es aber noch schlimmer gekommen, so gab ich ihm zu Hause genug Entfaltungsmöglichkeiten. Nun ist er seit Sept. auch in der Waldorfschule und ich zweifle manchmal schon, ob es für ihn die richtige Schule ist, aber auch eine Waldorfschule steht und fällt mit dem Klassenlehrer und der unternimmt alles damit er freilassend arbeiten kann und ich würde behaupten er lebt mit diesem wunderbaren Ansatz von Mit-Kindern-wachsen. Mann sollte sich auf jeden Fall sehr genau mit der Waldorfpädagogok ausein-
ander setzen, wenn man sein Kind dort hingeben will. Wenn einer behauptet das die ja sowieso alle das gleiche Unterrichten und dieselben Ziele verfolgen kann ich nur sagen :Nein! Für unsere anderen zwei ist diese Schule das Richtige, bei dem Jüngsten nicht sooooo ganz, aber ich tue mich schwer, mein Kind in eine Montessorischule zu schicken wenn ich nicht 100% davon überzeugt bin, obwohl auch diese Pädagogik wunderbar ist. Wir könnten uns auch keine zwei verschiedenen Privatschulen leisten, so gebe ich ihm auch heute noch die Möglichkeit sich zu Hause frei zu entfalten. Solche Entscheidungen sind wahrhaftig nicht einfach, es spielt vieles dabei eine Rolle, die Entfernung, die jetzige Lebenssituation, das Kind, das Umfeld und ganz wichtig das
Bauchgefühl mit Blick auf das Kind. Ich hoffe, ich konnte dir einige Informationen geben. Empfehlen kann ich
Dir folgendes Buch: Erziehung zur Freiheit, müsste in gut sotierten Büchereien zu finden sein.
Gruss Manuela Ziegert

Freie Entfaltung in der Waldorfpädagogik?

Liebe Manuela, herzlichen dank für deine Zeilen zu meinem Beitrag.
Ja ich werde mir die Waldorfpädagogik noch sehr genau anschauen und mein Kind dazu. Und es stimmt, es steht und fällt alles mit dem Lehrer.
Hier in der Nähe gibt es auch eine Montessorieschule die ich mir anschauen werde und das Buch lesen.
Nochmals herzlichen Dank und eine schöne Zeit
Herzliche Grüße von Martina

Waldorfpädagogik

Hallo Martina,

wie Du ja vielleicht über unsere Zeitschrift mitbekommen hast, war unser Sohn die ersten beiden Jahre auch an einer Waldorfschule. Für uns ging das vollkommen in die Hose - er war nur noch krank und schließlich mussten wir die Schule verlassen. Seine Lehrer eröffneten an einem Elternabend in der dritten Klasse, dass Kinder in diesem Alter mit eigenständigen Entscheidungen überfordert sind und vor allem Gehorsam lernen sollten.
Als unser Sohn mit 8 Jahren mal wieder nicht in die Schule wollte, erklärte er uns: " Wisst Ihr, die stecken uns dort alle in Schachteln - und manchen Kindern gefällt das sogar, weil sie sich dann sicher fühlen. Aber für mich ist das furchtbar." Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Was es zudem sehr schwierig macht, dass man an den meisten Waldorfschulen die Lehrperson, die die Klasse übernehmen wird, nicht vorgestellt bekommt. Man soll sich für die Schule entscheiden und nicht für den Lehrer - und das halte ich für mehr als fragwürdig, vor allem da es ja um eine sehr lange gemeinsame Zeit geht.

Aber wie gesagt - das war unsere Erfahrung mit diesen Lehrern und die Sichtweise von Waldorflehrern klafft anscheinend so weit auseinander wie kaum in einem anderen Ansatz. Für Henning Köhler z.B. (Autor vieler Bücher wie z.B. "War Michel von Lönneberga aufmersamkeitsgestört") hege ich größte Hochachtung und mit ihm hätte sich auch unser Sohn sicher bestens verstanden.

Wenn Du Dich für eine Waldorfschule interessierst, schau am besten, dass Du heraus findest, wer die Lehrperson sein wird (das geht meistens doch, wenn man sich etwas umhört) und versuche bei anderen Eltern so viel über sie zu erfahren wie möglich - und dann kannst Du Dir natürlich noch Dein eigenes Bild machen.

Alles Gute und herzliche Grüße,

Lienhard