hallo ihr lieben!

ich brauch hilfe! vielleicht find ich sie bei euch... mein sohn ist derzeit 2 jahre und 2 monate und ein munteres, lebendiges kerlchen. ich glaube sagen zu können, dass wir eine intakte, liebevolle und stabile beziehung zueinander pflegen. meistens jedenfalls... denn dann und wann (wenn ich am ende meiner kräfte bin - bzw. wenn erwartungen nicht erfüllt werden wie er ist hundsmüde, schläft ein - und ist nach 10 minuten wieder wach... und ich damit rechnete, dass er jetzt mindestens 1h schläft) dann überkommt mich einen ärger, den ich nicht imstande bin zu beherrschen.
ich bin dann so wütend und sage ihm so streng, dass er jetzt zu schlafen hat - dass ich unserer ansonsten so intakten beziehung wunden versetze, die niemand je wieder heilen kann. natürlich, wie es so ist bei emotionen, ist die wut 10 min. später verflogen. ich entschuldige mich bei ihm, erkläre ihm was mich dazu brachte, was ich nun für mich brauche dass es auch mir gut geht... doch wieso kommt diese einsicht immer erst im nachhinein?? wie kann ich dies verhindern?? wieso kann ich in diesen momenten nicht mehr klar denken??

letzte woche ist er krank geworden. er hatte symptome die auch für meningitis stehen und ich war beinahe selbst krank vor sorge. er ist nun wieder auf dem weg der besserung, auch wenn er noch sichtlich angeschlagen und erschöpft ist. in dieser zeit nun schläft er sehr schlecht und auch wenn er wach ist ist er sehr mamabezogen. ich weiß, dass die zeit einer krankheit eine herausfordernde zeit für kind und mutter ist und versuche nach besten kräften für ihn da zu sein. heute ist es mir über den kopf gewachsen - er war müde, schlief ein - und wachte jedesmal, wenn ich aufstehen wollte auf... wie fast jedes einzelne mal in den letzten tagen seit er krank ist.

nun sitz ich hier - ein zeichen dass ich es schlussendlich doch noch geschafft habe - und weine und schäme mich. vor zwei tagen noch bangte ich um das leben meines kindes und heute bin ich wütend auf ihn, wenn er nicht alleine schlafen will...

vielleicht könnt ihr mir helfen? das kann so nicht weitergehen! ich liebe mein kind - er ist mein leben!
danke

Kommentare

Unkontrollierbare Wut

Hallo nochmal! Mir ist in den letzten Monaten etwas aufgefallen: Es gibt Tage, an denen ich bei mir selbst eine leichtere Reizbarkeit feststelle als an anderen. Sprich: Situationen, die mich sonst nicht weiter aufregen, eskalieren total - weil ich einfach ungeduldiger, härter reagiere als sonst. Bei mir hat das einen eindeutigen Bezug zum Zyklus. Vielleicht hilft es Dir, darauf einmal zu achten! Liebe Grüße

Hallo, lieb.e Laud! Ja, das

Hallo, lieb.e Laud!
Ja, das was Du schilderst, kenne ich nur zu gut! Ich habe zwei Mädels im Alter von 3,4 und 1,4 Jahren. Diese scheinbar unkontrollierbare Wut kannte ich von mir vorher nur aus einer Situation: Bei meinem früheren Arbeitgeber erlebte ich immer wieder Situationen der emotionalen Überforderung. Und ich glaube, dass diese Wut einen evolutionär sinnvollen Zweck hat: Sie sagt uns - und unmißverstädnlich unseren Kindern - dass eine letzte Grenze überschritten ist. Wenn diese Wut nicht wäre, hätten wir oft keine Energie mehr, um den Tag zu "überleben". Natürlich, wir reagieren dann überzogen, ungerecht, verletzend und in der Regel so, dass wir es später bereuen. Das liegt daran, dass sich im "Wutmodus" unser Großhirn sozusagen ausschaltet und Nachdenken sowie kontrolliertes Verhalten fast unmöglich ist. Diese Wut zeigt uns, dass wir, wenn wir uns jetzt nicht abgrenzen, bald zusammenbrechen und gar nicht mehr für unsere Kinder da sein können. Soviel zum Zweck der Wut, wie ich es erlebt habe. Sie ist das letzte, gewaltige Mittel unseres Gehirns, um uns davor zu schützen, vollständig "aufgesaugt" zu werden. Manchmal ist diese Wut einfach wichtig, um Überforderung im Alltagswahnsinn überhaupt zu bemerken. Und: Sie ist so dramatisch, dass wir uns dann endlich entschließen, etwas zu verändern. Sonst hättest Du Deinen Beitrag nicht verfasst!
Ich kenn diese Wut gegenüber meinen Kindern sehr, sehr gut und werde sicherlich noch lange brauchen, um sie nicht mehr zu benötigen. Ich habe die Erfahrun gemacht, dass mir zwei Dinge helfen: 1) viel, viel früher die Bremse ziehen. Sprich: In mich hineinzufühlen und mich zu fragen, was mir auf den Wecker geht, ob ich es irgendwie abstellen kann oder wie ich mich entlasten kann, BEVOR die Energie am Ende ist. Meine kleine Tochter war in ihrem 1. Lebenshalbjahr viel krank, hat ständig geschrien. Ich habe mich dann mit meinem Mann nachts abgewechselt - nachdem ich den Anspruch abgelegt hatte, dass nur ich sie trösten kann und dass mein Mann wegen seiner Arbeit seinen Nachtschlaf dringender bräuchte als ich. Manchmal sage ich einfach alle Termine ab, lass meinen Hund von einem Nachbarn Gassi führen und setze mich mit meinen Kindern in die Badewanne, mitten am Tag mit jede Menge ungesundem Schaum. das führt mich zu Punkt 2): Ich versuche, wenn ich die Wut aufsteigen fühle, irgendetwas völlig unpassendes zu tun. Z.B. schalte ich meine Lieblingsmusik oder "Schnappi" in Megalautstärke an und tanze im Wohnzimmer herum. Die kinder können mitmachen oder nicht, es ist egal. Oder wir machen eine Kissenschlacht, reagieren uns so aneinander ab. Oder ich lache laut, auch wenn mir nicht danach zumute ist. Du würdest staunen - so zu tun, als würde man lachen, hebt die Laune tatsächlich. Das wichtigste für mich ist dabei, irgend etwas mit viel Energie zu tun und zwar so überspitzt, dass man die Situation später als total lächerlich empfindet. Manchmal schreien wir auch einfach nur um die Wette... Und wenn gar nichts mehr geht, rufe ich eine gute Freundin an - der ging es früher genauso und sie versteht meine "HIlferufe". Ich glaube, diese Wut hat viel damit zu tun, dass man als Mama sehr wenig Auszeiten hat und die Möglichkeiten, sich mal ohne Kinder mit "normalen" Menschen zu unterhalten sich in viel zu engen Grenzen bewegen. Und ich habe gelernt, dass die Kinder selbst mit dieser Wut nichts zu tun haben - sie entsteht in uns selbst, wir werden nicht wütend gemacht, wir entscheiden uns zu irgendeinem Zeitpunkt, wütend zu werden - ich zumindest fühle mich dann von meinen Kinder ungerecht behandelt, ausgesaugt, sie erscheinen mir egoistisch und ich wünsche mir sehnlichst, sie würden mich nur 10 Minuten in Ruhe lassen.....bis mir nach dem Austoben die Augen aufgehen und ich merke, dass ich von mir und meinen Kindern viel zu viel erwarte. Diese zwei Punkte haben mir auch geholfen, das untröstliche Weinen meiner Großen bei jeder Gelegenheit auszuhalten - und sie konnte lernen, sich selbst zu beruhigen. Ich denke, es ist einfach unglaublich wichtig, sich in solch einer Situation zunächst mental von den Kindern zu distanzieren, sich völlig auf sich selbst zu konzentrieren, NICHTS zu sagen oder mit den Kindern zu tun (man packt sowieso zu fest an) um weitere Verletzungen zu vermeiden. Erst, wenn ich es geschafft habe, meine Wut zu spüren und den Kopf wieder einzuschalten, wenn ich mich entschieden habe die Wut nicht an den Kindern auszulassen, sondern einen anderen Weg zu gehen, kann ich wieder in authentischen Kontakt mit ihnen treten, ihnen sagen "ich bin wütend, ich möchte mich besser fühlen, lasst uns was schönes zusammen tun". Man muss erst raus aus dem Autopiloten, sonst sind alle Reaktionen falsch.
Liebe Laud, ich denke, wenn wir zumindest versuchen, uns irgendwie zu fassen, BEVOR die Wut zu groß dafür wird, haben wir viel, sehr viel erreicht und eine großartige Leistung als Mutter vollbracht. Es ist nicht leicht, sich selbst die Wut zu verzeihen - doch sie ist wichtig, damit wir an uns arbeiten und lernen, unsere Grenzen der Belastbarkeit und der eigenen Würde zu erkennen und v.a. zu respektieren. Ich wünsche Dir gute Freunde und Nachbarn, die Dich entlasten, schlafende Kinder und viel Freundlichkeit gegenüber Dir selbst!

Unkontrollierbare Wut

Hallon liebe Laud,
ich bin zum erstenmal in diesem Forum und auf deinen Beitrag gestoßen.Ich heiße Susanne bin 30 Jahre und Mutter einer 3 Jahren alten Tochter.Unser Kind ist sehr lebendig und zum Teil etwas zu wild aber gleichzeitig auch sehr sensibel.Ich glaube sagen zu können das unsere Familie stabil und intakt ist und ich mir ein anderes Leben gar nicht mehr vorstellen könnte.Dennoch, im Gegensatz zu dir ist bei uns das Thema Schlafen von Anfang an ein Desaster d.h. sie schläft bis heute nicht durch oder alleine ein und zum Teil dauerte es 45 min. bis sie mal eingeschlafen ist um dann ne Stunde später die Prozedur erneut zu starten...und das sind dann meine Phasen der Erschöpfung und der unbändigen Wut die in mir hochkocht.Für mich war oder ist es unglaublich schwer zu akzeptieren das mein Tagesablauf von morgens bis abends fremdgesteuert ist und zum Teil auch noch Nachts,denn ich schlafe mit ihr im Bett, aber das ist immer noch nicht genung für sie...denn sie braucht nicht nur unsere Anwesenheit sonder auch noch sehr engen Körperkontakt, sodaß es viele Nächte gibt indene ich kaum durchschlafen kann.
Den Rat, sich eine kurze Auszeit zu nehmen wenn man merkt das man fast Plazt hat mir nie geholfen, denn wenn ich den Raum verlassen wollte um mal durch zuatmen wurde die Situation nur noch schlimmer, sie schrie lauter und lief mir hinterher weil sie es nicht ertragen konnte das ich ihr jetzt den Rücken zukehre - ich wurde dann noch wütender weil mir nicht mal ne minute gegönnt wird und so weiter...wie gesagt sie ist jetzt schon 3 Jahre alt und in dieser Zeit bin ich schon durch unendlich viele Täler der Tränen gelaufen und war so oft verzweifelt und auf Kriegsfuß mit mir selbst.Ich konnte nicht verstehen oder akzeptieren das man so eine Wut auf das Wichtigste in seinem Leben haben kann. Eine Patentlösung hab ich leider nicht für dich ich kann dir nur sagen , du bist nicht allein mit deine Gefühlen und die Tatsache das du dich damit auseinander setzt und versuchst an dir zu arbeiten unterscheidet dich von all den anderen Müttern die in solchen Situation einfach impulsiv und ohne Hirn handeln und einfach ihrem Drang freien Lauf lassen. Und glaub mir es gibt ne ganze Menege davon.
Mir hat es geholfen zum eine mit meinem Mann darüber zu reden,was mir anbsolut nicht leicht viel ,denn ich musste ja zugeben das ich dem Alltag nicht gewachsen war und für mich selbst nicht die Mutter war die ich sein wollte und mir fällt es unglaublich schwer Fehler oder Versagen zuzugeben.
Zum andern hab ich mit Achtsamkeit bzw. Meditation angefang,ich konnte zwar noch nicht in diese Welt eintauchen- mir fehlt wahrscheinlich noch die Übung- aber für diesen Momant diese halbe Stunde bin ich entspannt und gestärkt...ich geb die Hoffnung nicht auf es irgendwann zu schaffen diesen Zustand von selbst abrufen zu können.Wenn dier das nicht liegt, versuch es mal mit Sport oder irgend etwas womit du dich auspauern kannst (im Positiven Sinne).
Aber das allerwichtigste hast du selbst schon getan: du hinterfragst dein Verhalten und solange du das tust, hast du immer wieder die Chance etwas zu veränder.Ein tolles Buch kann ich die auch noch ans Herz legen es ist Von Lienhard Valentin " Mit Kindern neue Wege gehen ". Vielleicht kennst du es ja schon.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft und Hoffnung.
Alles liebe, Susanne

liebe susanne, vielen dank

liebe susanne,

vielen dank für deinen beitrag! es tut gut, deine worte zu lesen! heute durfte ich einen wunderbaren tag mit meinem sohn erleben! er unterschied sich kaum von anderen tagen - und doch unterschied er sich gewaltig von anderen tagen. es gab heute einen einzigen unterschied: als ich mich am mittag zu ihm ins bett legte und er einschlief, entschied ich mich heute dafür, bei ihm zu bleiben bis er wieder aufwacht... als er aufwachte, lachte er und freute sich, dass ich da war... unser band war hergestellt und blieb es auch für den rest des tages! :-) ich weiß, dass ich das nicht jeden mittag tun kann, dass gerade die zeit in der er schläft, "meine" zeit ist... doch hin und wieder haben wir diese zeit doch (und ehrlich gesagt, ich glaube viel öfter als wir meinen!) liebe susanne, ich kann dich - glaub ich - gut verstehen... da ich denke, dass wir sehr ähnliche kinder haben! ich wünsche dir deshalb in erster linie viel gelassenheit... und humor! lachen hilft die welt (und perspektiven) zu verändern! ;-)

alles liebe und gute,
laud

Danke auch für eure Beiträge!

Hallo!

Meine Tochter ist gute drei Jahre und so richtig dabei, ihren eigenen Willen zu finden. Ich bin zu unserem zweiten Kind in der 28. SSW und ich kann mich in jedem eurer Beiträge ein bisschen finden - was mir gerade jetzt sehr gut getan hat - einfach zu wissen, dass ich nicht alleine bin, vor allem nicht alleine bin damit, dass ich mir darüber Gedanken und auch Sorgen zu machen.
Zum Thema Schlafen habe ich seit der Geburt meiner Tochter herausgefunden, dass es bei Kindern ganz und völlig normal ist, dass sie länger nicht einschlafen können und/oder in der Nacht des öfteren munter sind - was mich leider nicht davor bewahrt, dass ich mich trotzdem immer wieder darüber ärgere. Vor allem jetzt, wo ich wieder schwanger bin, geht es mir auch oft so, dass ich einfach genug des Kuschelns habe und einfach nur gerne alleine und in Ruhe schlafen möchte. Ganz sicher spielen auch hier die Erwartungen eine große Rolle: Wenn ich mir vorstelle (und somit erwarte) dass ich ab 7 Uhr am Abend meine Ruhe und meine Zeit für mich habe, fällt es mir viel schwerer, zu akzeptieren, dass meine Tochter eben um diese Zeit heute noch nicht schläft. Leider wünsche ich es mir trotzdem sehr oft und dann krache ich mit der Wirklichkeit zusammen...
Wo die Wut herkommt, die so sinnlos wie plötzlich bei irgendwelchen Aktivitäten meiner Tochter, die mir halt gerade nicht passen, über mich hereinbricht, weiß ich auch nicht - genau so wenig wie ich eine Lösung oder einen guten Umgang damit gefunden hätte... Ich habe in einem Buch (weiß leider nicht mehr welches) gelesen, dass es sich oft um Verletzungen handelt, die einem selbst als Kind passiert sind - und die Wut sich eigentlich nicht gegen das eigene Kind richtet, sondern gegen den Erwachsenen, der damals in einer Situation nicht adequat gehandelt hat. Eine Lösung ist angeblich, das verletzte Kind in sich selbst gemeinsam mit dem Kind vor sich zu umarmen (anzunehmen) und so zu einer neuen Lösung (statt einer neuen Verletzung in der nächsten Generation) zu kommen - ich kann aber in der konkreten Situation noch nicht so wirklich viel damit anfangen...
Was ich auch sehr gut kenne, ist die Sorge, wenn meine Tochter krank ist (sie neigt zu Fieberkrämpfen). Es war nicht erst einmal, dass ich nachdem sie wieder gesund war selbst einen Krankheitstag eingelegt habe, weil ich ob der durchwachten Nächte so erschöpft war - sicher auch nicht die beste Variante...
Wenn jemand von euch Lust hat, ein bisschen zu philosophieren und sich ein bisschen auszutauschen über die täglichen Versuche, ein angenehmes Leben miteinander zu führen, würde ich mich sehr freuen!

Liebe Grüße,
Hannelore

Hallo liebe Hannelore

Ich hab grade deinen Beitrag gelesen und musste etwas schmunzeln da meine Tochter ja auch drei Jahre alt ist und wir in ca. zwei wochen unseren Sohn erwarten...würde mich sehr darüber freuen mich dann mit dir auszutauschen,da wir dann in ähnlichen Situationen leben. Ich bin sehr gespannt was da auf uns zu kommt und wie sich unsere Familie dann neu findet.
Ich wünsche dir noch eine "schöne verbleibende Schwangerschaft" und alles gute für deine Geburt, Alles liebe, Susanne

Hallo zurück!

Das klingt hervorragend! Vielleicht magst du mir ein Email an jonaldo@sms.at schicken - das ist eine Emailadresse an die ich sonst nur Spam bekomme und die ich daher nie abrufe. Meine "offizielle" Emailadresse möchte ich nicht einfach so in einem Forum posten. Ich würde dich dann quasi persönlich kontaktieren. Wenn es dir lieber ist, können wir uns aber auch weiterhin auf diesen Forumsseiten austauschen. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles, alles Gute für die Geburt deines Sohnes und freue mich schon, von dir zu hören!

Liebe Grüße!

schlafentzug und erschöpfung machen wütend

Liebe laud,
Danke für Deine Offenheit! Dein Schreiben hätte von mir stammen können! Mein Sohn ist 25 M. alt und hat eigentlich bisher nur sporadisch durchgeschlafen, ab ca. 12 Monaten schlief er auch tagsüber nur wenige Male im Monat.

Also: in der Situation selbst, richtig wütend, hilft mir,
-`rauszugehen, meinem Kind zu sagen, dass ich müde und ärgerlich bin und mir erstmal einen Tee koche. Wenn ich den Zeitpunkt des
aussteigens aus meinem Ärger verpasst habe und das kommt oft vor (je erschöpfter ich bin, desto öfter), hilft körperlicher Einsatz: dann sage ich z.B. (und wenn ich das jetzt aufschreibe, ist mir das peiiinlich): "puh, ich brauche jetzt Bewegung":
-ich schüttele das Bett kräftig auf (ist bei uns immer auch Spielplatz und selten ordentlich) oder
-mache Kniebeugen oder Liegestütze, das baut schnell Stresshormone ab! Und wirkt auf mich so skurril, dass ich es -mitunter!- schon wieder komisch finden kann, mein Sohn kann dann ggf. mitmachen.

-Vorbeugend habe ich mir angewöhnt, davon auszugehen, dass mein lieber Sohn n i c h t schläft, wenn ich müde bin, es keine Pause tagsüber gibt und ich mich erst abends hinlegen kann. Damit fällt es mir leichter,
-mich wie früher im Job "innerlich zu wappnen" und weniger belastet zu sein, das Ganze eher "sportlich" zu sehen und
-mich anzuerkennen, wenn ich die Anstrengungen gelassen gemeistert habe.

-Profan aber bei mir sehr wirkungsvoll: Kaffee! Habe niedrigen Blutdruck und bin seit dem Abstillen immer wieder dankbar für diese Labsal!
-Und: griffbereite Häppchen!, mal heimlich genaschte Süßigkeiten, mal Gesundkost mit dem Filius, leckere Tees für zwischendurch.

Aber extrem wichtig sind für mich die
-"Rahmenvereinbarungen" mit dem Vater (ich hoffe, liebe laud, eine Person Deines Vertrauens kann Dich unterstützen!!):
-wochentags übernehme ich, noch in der Elternzeit, die "Nachtschicht" (d.h. ich schlafe allein mit meinem Sohn in einem Zimmer, sein Bettchen ist an das grosse Bett gestellt, wenn er zu mir möchte, darf er das jderzeit, er schläft dann i.d.R. rasch wieder ein, bzw. wird erst gar nicht richtig wach). So ist der Vater meist ausgeglichen und kümmert sich nach der Arbeit um den Kleinen, ich bin mehr oder weniger "freigestellt".
-am Wochenende wird getauscht, ich darf schlafen und in der 2. Nacht klappt das auch recht gut.

Ausserdem habe ich nach einiger Zeit vor der Tatsache fehlenden, gestörten Schlafes kapituliert und
-lege mich hin, wenn sich die Gelegenheit bietet. Trotz missbilligender Kommentare, bspw. aus der Familie: schläft mein Kind, lege ich mich hin, bzw. ziehe mich zurück, wenn ich das möchte. Denn:

Schlafentzug ist eine Foltermethode. Über einen längeren Zeitraum trotz starker Müdigkeit vom Schlaf abgehalten zu werden oder immer wieder geweckt zu werden und vom erneuten Einschlafen abgehalten zu werden führt auf psychischer und körperlicher Ebene zu negativen Konsequenzen: Konzentrationsschwäche, herabgesetzte Fähigkeit zur Regulation der Emotionen (Wut!!, Traurigkeit, Reizbarkeit) und ein geschwächtes Immunsystem sind die Folge. (Im ersten Lebensjahr meines Kindes und der schlimmsten Schlaflosigkeit war ich ständig richtig krank, zuvor hatte ich eine Erkältung im Jahr.)

Diese wissenschaftlich gesicherte Betrachtungsweise half mir mitunter, klarer für meine Grundbedürfnisse zu sorgen. Seit der Vater solche schlaflosen Nächte kennt, kann er manche Situationen besser nachvollziehen.

Ein Buch hat mir übrigens auch sehr dabei geholfen, die Bedürfnisse meines Kindes, und deren Sinnhaftigkeit (!) nachzuvollziehen: Carlos Gonzales "In Liebe wachsen".
Übrigens: in England und Frankreich sind "Nacht-Nannies" weit verbreitet.

Ganz liebe Grüße und viel Kraft! Alphabeta
Und: Rein statistisch liegt die anstrengendste Nacht-Zeit fast hinter uns! Die nächste ist dann die Pubertät, da lauschen wir vielleicht wieder, diesmal ängstlich, ob die Brut endlich heil zu Hause angekommen ist ;-)

hallo ihr lieben! erstmal

hallo ihr lieben!

erstmal danke für eure zahlreichen antworten! ja, eine patentlösung für sowas gibts wohl nicht... wobei die verschiedenen ansätze wie durchatmen (atemtraining), bewegung,... und ganz generell unterstützung wichtig wenn nicht sogar lebensnotwendig ;-) sind. beim durchlesen eurer beiträge hatte ich das gefühl, dass ich mich teilweise ein wenig missverständlich ausgedrückt habe - ich möchte dies kurz richtig stellen: schlafen bzw. nicht-schlafen ist nicht generell das problem. in gesundem zustand ist er ein guter "schläfer" ;-), wir schlafen im familienbett - er hat keine probleme beim einschlafen, noch ist er nachtaktiv,... das mit dem schlafen war ein beispiel das ich ausgewählt habe, da es gerade in zeiten der krankheit ein thema war (dies jedoch auch nur tagsüber)... ich wollte dies jedoch wirklich nur als beispiel anführen. das problem mit der unkontrollierten wut sehe ich viel allgemeiner bzw. ganz generell! ich denke allgemein sagen zu können, dass ich meinen ärger nicht mehr zu kontrollieren vermag, wenn ich mich als mutter überfordert fühle. ich denke auch, dass ein wesentlicher aspekt dieses problemes ist, dass ich meine eigenen grenzen nicht kenne - bzw. erst erkenne, dass da eine grenze ist, wenn sie überschritten wurde - und ich dann nicht mehr imstande bin durchzuatmen und gelassen zu reagieren... ebenso glaube ich, dass ich (besonders eben wenn er krank ist) mich als mama manchmal so lange "aufopfere" - bis ich mich selbst als opfer sehe... was vermutlich widerum damit zusammenhängt, dass ich meine grenze (der belastbarkeit) nicht früh genug erkenne - um einmal vor dem wutausbruch sagen zu können, ich gönne mir jetzt 10 minuten pause, und kehre dann frisch und gelassen zu meinem kind zurück...
was ich mir nun denke ist, dass durchatmen wirklich hilft :-)) (und auch mit bewegung vor dem erreichen der grenze werde ichs versuchen!) und ich mir jeden tag aufs neue bewusst mache, dass wir im jetzt leben, dass es nur diesen einen augenblick mit meinem kind gibt und wir diesen so angenehm wie möglich zu gestalten!
ich danke euch allen nochmal für eure kommentare, schreiben und der austausch mit gleichgesinnten heilt wunden! mir gehts schon viel besser! :-)
ps: vielen dank für den buchtipp! die rezension dazu klingt wunderbar und ich werd mich gleich in den fachhandel aufmachen...

Atmen gegen Wut??

Guten Tag,

ich weiß auch keine wirkliche Hilfe und bin selbst für Tipps dankbar. Die Große, 6 1/2, und ich haben da schon einiges hinter uns und unser neuester Versuch ist jetzt die Yoga Übung Vulkan, bevor wir uns anschreien. Der Kleine, 14 Monate, hat mich auch schon - gerade Thema Schlaf - erschreckend wütend erlebt. WEnn ich es noch rechtzeitig merke, bevor ich ausraste, gehe ich raus, lasse ihn schreien und ärgere mich im flur rum (manchmal hab ich Glück und kann ihn meinem Mann geben,) und gehe erst wieder rein, wenn ich normal durchatmen kann. Ich glaube es ist besser er schreit alleine als dass ich ihn anschreie. Das dauert ja auch meistens nur ein paar Minuten.
Aber das ist ja vorher ein Prozess des Nervenabbaus: ewig alleine mit den Kindern, keine Zeit für eigene Muße, nicht alleine aufs Klo können, ohne dass einer vor der Tür Mammaaa ruft ( das finde ich am entwürdigsten, auch wenn ich das Kind verstehe) mental immer bei den Sorgen um die Kinder, insbesondere natürlich wenn die krank sind. Ich für mich habe jedenfalls verstanden, dass ich mich um mich kümmern muss, sonst habe ich keine Kraft mehr für die Kinder. Bei dem Kleinen hatte ich den Vorteil, dass der Babysitter für die Große ja schon gefunden war, eine liebevolle, geduldige und entspannte Hilfe für uns. Ich habe sie seit seiner Geburt einfach jede Woche einmal da. So hat der Kleine sie regelmäßig erlebt und irgendwann konnte ich mich auch trauen, ihn mal eine halbe Stunde bei ihr alleine zu lassen, und mal - oh welche Erholung und Errungenschaft - alleine einkaufen gehen. ER freut sich wenn sie kommt und inzwischen ist er auch länger mit ihr zusammen. Und wenn ich das wirklich nutze - und dann nicht nur zum Baumarkt fahre oä,sondern wirklich durchatme, oder mal einen Brief an eine Freundin schreibe oä, dann bin ich auch erstmal ruhiger mit den Zweien. Das wäre mein Tipp, rechtzeitig jemand vertrauenswürdiges für die Kinder finden, so dass man sich regelmäßig entspannt Zeiten gönnen kann, aus denen man erholt zurück kommt.
ABer Hilfe im Moment hab ich auch nicht wirklich...
Wenn ich das mal eben noch so lese, denke ich Atmen ist doch der Clou. Wut schnürt - mir jedenfalls - ja den Hals zu und dann explodierts.

Grüße
Frau Holle

verstehe dich

Hallo,

ich kenne deine Situation bzw. deine Gefühle nur allzu gut, diese Wut, die einem dann so unendlich leid tut, in diesen Situationen fühl ich mich selbst wie ein Kind das HIlfe braucht. Oh Gott, dann die Scham und das schlechte Gewissen. Unser Sohn ist eigentlich erst 16 Monate und ist sicher noch nicht richtig in der Trotzphase (also weiß ich ja noch gar nicht was auf mich zukommt) aber mir geht es oft in der Nacht so. Er wacht auf brüllt und lässt sich nicht mehr in sein Bett verfrachten bis ich ihn in unser Bett mitnehme, dann schläft er oft 2-3 Stunden nicht mehr ein und streichelt mich, dreht sich herum und schreit auf. Irgendwann halte ich nicht mal mehr seine Berührungen aus (bin übrigens auch im 7. Monat schwanger) vor Wut, dann fahre ich ihn auch mal richtig an, dafür kassiere ich dann eine Rüge von meinem Mann, so dass wir fast streiten in der Nacht und niemandem ist geholfen - nur ich hab dann das schlechte Gewissen. Tja, was nun tun.
Eigentlich kann ich dir auf deine Frage bzw. Aufforderung zur HIlfestellung gar keine Antwort geben, da es mir gleich geht und ich auch nicht weiß warum ich nicht locker bleiben kann. Hab ein tolles Buch gelesen "Von der Erziehung zur Einfühlung" in dem viele gute Denkanstöße sind aber so leicht ist das dann auch nicht immer ruhig zu bleiben.
tja muss jetzt weiter, ich hoffe jemand kann uns helfen und ich wünsche deinem kleinen Sohnemann gute Besserung und dir gute Nächte----dass das Thema Schlaf so riesig werden kann hab ich nie erwartet:-)
Liebe Grüße

Wenn das so einfach wäre

Hallo,
ich selber bin Mama von Zwillingen im Alter von gerade 12 Monaten.
Beide Kinder sind Wunschkinder, auf die wir lange warten mussten!
Genau das ist dann für mich auch immer der Punkt, weshalb ich mich dann schäme, in einer bestimmten Art reagiert zu haben, die nicht angemessen war.
Ich kenne diese Situationen nur allzu gut!
Ein Tag mit kleinen Kindern ist lang und sie haben soo viele Bedürfnisse!
Abends ist der Akku dann leer und man möchte nun die Zeit und Ruhe für sich haben, um wieder aufzutanken. Und dann ist da aber immer noch ein Kind, was die Mama soo dringend braucht!
Es ist nicht leicht, da immer einfühlend zu reagieren. Wir stoßen selbst an unsere Grenzen.
Eigene Kindheitserfahrungen prägen den Umgang mit dem Kind ebenso. An dieser Stelle kann man, wenn man möchte nachdenken.
Es spielen aber auch verschiedene andere Aspekte mit darein (Gesellschaftliche Normen usw.)

Meine Tochter hatte große Probleme, in ihrem Bettchen alleine einzuschlafen. Und selbst dann, wenn ich dabei sitzen blieb, schrie sie. Ich habe von ihr immer wieder gefordert, sich bitte hinzulegen, es sei Schlafenszeit - jetzt würde geschlafen. Ich ging dann aus dem Zimmer und sie schrie. Das ganze wiederholte sich immer wieder und ich war fertig, denn auch ich war alle und wollte nun meine Ruhe und dieses kleine Mädchen, wollte sie mir nicht gönnen, das machte mich wütend!
"Da gibt es doch soo viele Tips von Supernanny und Co., die uns weißmachen wollen, wie man DAS macht. Da gibt es klare Regeln, wie man DAS durchführt. Man muss halt konsequent sein, sonst beutet das Kind einen aus".
"Jeder weiß doch, wie man das macht - nur scheinbar die Mama selbst nicht. Auch das bringt doch Zweifel auf! Das Kind muss doch hören und wenn nicht, dann hat man was verkehrt gemacht".

Ich handhabe es nun so, das ich mich zu meinen Kindern ins Bett lege (in unser Bett natürlich), bis sie eingeschlafen sind. Sie kommt nun viel schneller zur Ruhe. Die Mama hat halt gefehlt. Wieso fordern wir von unseren Kindern in einer bestimmten Art und Weise zu funktionieren?

Ja, das ist wohl die Frage!

Liebe Grüße