Zuhören ist genauso wichtig
Sprache fördert Bindung
Kommunikation ist, wie Respekt, etwas, das auf Gegenseitigkeit beruht. Erfolgreiche Kommunikation bedeutet genau zuhören, versuchen zu verstehen, was die andere Person sagt, und darauf antworten. Es ist ein Geben und Nehmen. Für eine gute Kommunikation zu sorgen gehört mit zum Elternsein.
Wie aber machen wir das am Besten? Was sagen wir unseren Kindern wie? Und können wir ihnen helfen sich selbst klar mitzuteilen?
Genau hinhören. © David Dieschburg/photocase
Die meisten Eltern finden es leicht ihren Kindern ihre eigenen Wünsche mitzuteilen. Der schwierigere Teil ist, ihrem Kind wirklich zuzuhören und zu verstehen, was es braucht. Kinder lernen sich selbst auszudrücken. Wir können sie dadurch unterstützen, dass wir ihnen vorleben, was zu guter Kommunikation gehört – beobachten und geduldig zuhören und Gefühle und Wünsche auf eine klare, einfache und aufrichtige Weise mitteilen.
Ich bin der Ansicht, dass es gut ist, mit Ihrem Kind liebevoll und mit unverstellter Stimme zu sprechen. Es ist nicht nötig, dass Sie Babysprache sprechen. Babysprache ist nicht unsere Sprache, sondern eine künstliche, die wir erfinden, weil wir glauben, dass Kinder das mögen. Warum so künstlich mit Ihrem eigenen Kind umgehen? Warum nicht Ihre eigene Stimmlage und Sprechweise und ihre eigenen Worte benutzen?
Vielleicht benutzen wir Babysprache, weil wir nicht wissen, wie wir uns einem kleinen Kind gegenüber verhalten sollen. Ich habe das Gefühl, je früher wir uns unseren Kindern gegenüber echt verhalten, umso besser. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie glauben, dass es Sie verstehen kann. Man hat nachgewiesen, dass ein Kleinkind auf das Gesicht und den Geruch seiner Eltern reagiert. Erinnern Sie sich daran, dass ein Baby ein menschliches Wesen ist, das auf eine sanfte und freundliche menschliche Stimme anspricht.
Normal sprechen und ankündigen, was man tun wird
Macht es Ihr Baby klüger, wenn Sie mit ihm sprechen? Viele neuere Studien haben dies gezeigt. Die Psychiaterin Janellen Huttenlocher von der Universität Chicago berichtete der Zeitschrift Newsweek, dass ein Kind umso schneller eine Sprache lerne, je mehr Worte es höre. Das Gehirn baut dann die neurale Vernetzung auf, die es braucht, um immer mehr Worte aufzunehmen. Der Grund aber, weshalb ich der Meinung bin, dass es gut ist mit Ihrem Baby zu sprechen, ist der, dass wir Menschen auf diese Weise kommunizieren. Warum sollten Sie nicht auch mit Ihrem Baby so sprechen, wie Sie mit Ihrer Freundin oder Ihrem Ehepartner sprechen würden? Und vergessen Sie nicht, dass es genauso wichtig ist, Ihrem Kind zuzuhören.
Sagen Sie Ihrem Kind, was Sie tun wollen, bevor Sie es tun. Sagen Sie Ihrem Kind, bevor Sie es hochnehmen: „Ich werde dich jetzt hochnehmen.“ Sagen Sie ihm auch, wenn Sie es hinlegen wollen. Lassen Sie ihm ein wenig Zeit, damit diese Information ankommen kann. Warten Sie auf seine Reaktion. Es wird immer eine geben, gewöhnlich eine subtile Veränderung des Ausdrucks oder der Bewegung, die sein Interesse und seine Bereitschaft ankündigt. Es versteht Ihre Worte vielleicht noch nicht, aber eines Tages wird es sie verstehen und dann wird sich das gelohnt haben. Niemand weiß genau, wann ein Kind etwas versteht. Es ist ein langsamer Prozess, ein Lernprozess. Auch wenn Ihr Baby Sie jetzt noch nicht versteht, führen Sie damit eine gute Gewohnheit ein.
Wenn einem Kind nicht gesagt wird, was mit ihm geschehen wird, wird es wie ein Objekt behandelt. Hilft ein Arzt oder ein Zahnarzt seinem Patienten nicht, sich sicherer zu fühlen, indem er die Behandlung mit ihm durchspricht? Mit ihrem Kind zu sprechen, hilft ihm auch, eine Bindung zu Ihnen zu entwickeln. Es entsteht Vertrauen, wenn es mit der Zeit immer besser verstehen lernt, was mit ihm als Nächstes geschehen wird. Diese Vorhersagbarkeit führt zu Sicherheit, in jedem Alter. Sprechen Sie mit Ihrem Kind in einfachen, direkten Sätzen. Erklären Sie ihm, was mit ihm geschehen wird. Diese Gewohnheit wird für das ganze Leben angelegt.
"Ich weiß, du bist hungrig Mopsy..."
Das erinnert mich an eine Geschichte, die ich oft erzähle. Während ich als Kindertherapeutin arbeitete, besuchte ich die Familien, mit denen ich arbeitete, gewöhnlich zu Hause. Bei einer Familie schaute ich zu, wie die Mutter schnell und schweigend ihr Baby wickelte, sich dann ihrem Hund zuwandte und erklärte: „Ich weiß, du bist hungrig, Mopsy, aber wenn du noch ein bißchen wartest, dann bringe ich dir dein Abendessen.“ Das Komische war, dass ihr gar nicht bewusst war, dass sie sich dafür entschied, mit ihrem Hund, aber nicht mit ihrem Kind zu sprechen.
Um dieses Thema weiter zu illustrieren, stellen Sie sich vor, wir bewohnten eine Welt von Riesen, in der wir Erwachsene die kleinen Leute wären. Wie würden wir uns fühlen, wenn wir von einem Riesen hochgehoben und weggetragen würden und nicht wüssten, wohin wir gebracht werden oder was mit uns passieren wird? Das kommt uns vielleicht wie eine Übertreibung vor, aber es kann Ihnen eine Vorstellung davon geben, wie sich ein Baby in einer Welt fühlen muss, in der ihm nicht gesagt wird, was mit ihm geschieht.
Sprechen Sie mit ihrem Kind, nicht zu ihm, nicht über es oder über es hinweg. Sagen Sie ihm, was Sie erwarten. „Erwartungen“ ist ein Wort, das ich oft gebrauche. Die Erwartungen jedoch, die Eltern vermeiden sollten, sind solche, die ihr kleines Kind noch nicht erfüllen kann.
Lassen Sie Ihr Kind wissen, was Sie von ihm erwarten. Das erlaubt ihm, sich auf das einzustellen, was als Nächstes geschieht: „In fünf Minuten werden wir anfangen, deine Spielsachen aufzuräumen. Danach ist es Zeit für dich, ins Bett zu gehen.“ Es ist wichtig für Ihr Kind, Ihre Erwartungen zu erfahren, damit es sich darauf vorbereiten kann zu tun, was Sie möchten – also seinerseits Sie zu respektieren. Lernen ist Wiederholen. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, Ihre Erwartungen kennen zu lernen und auf sie zu reagieren.
Lassen Sie Ihrem Kind eine Übergangszeit
Die Rhythmen von Kindern sind langsamer als unsere, und wenn sie in eine Aktivität ganz versunken sind, dann brauchen sie Zeit zum Umschalten. Es ist nützlich, wenn sie dafür ein bisschen Extrazeit mit einplanen. Sie werden sicherlich Zeit haben ein paar Minuten zu warten, wenn Ihr Kind nicht sofort bereit ist zu tun, was Sie von ihm möchten.
Lucia berichtet: „Ich erinnere mich an die Zeit, als Jeremy achtzehn Monate alt war und wir Freunde bei uns zu Besuch hatten. Unser Freund hatte eine Uhr, die Jeremy gefiel, deshalb ließ er ihn mit ihr spielen. Ein paar Minuten später begann mein Freund ein Spielzeug mit einer Hand vor Jeremy baumeln zu lassen und mit der anderen an seiner Uhr, die Jeremy hielt, zu ziehen. Als ich ihn fragte, was er da mache, sagte er mir, er versuche seine Uhr wiederzubekommen. Ich sagte: ,Frag ihn einfach danach.’ Mein Freund sah mich mit einem verdutzten Gesichtsausdruck an: ,Ihn fragen?’ Dann wandte er sich Jeremy zu und sagte: ,Kann ich bitte meine Uhr wiederhaben?’ Jeremy gab ihm die Uhr.“
Seien Sie aufrichtig in Ihrer Kommunikation
Achten Sie darauf, dass Ihre Stimme Ihre Gefühle widerspiegelt. Vermeiden Sie zwiespältige Botschaften, zu denen es kommt, wenn Sie versuchen Ihre Gefühle zu verbergen. Sagen Sie zu Ihrem Kind nicht, dass es nichts zu bedeuten habe, wenn Sie gerade weinen. Lächeln Sie nicht süß, wenn Sie wütend sind. Täuschen Sie kein bestimmtes Gefühl vor, wenn Sie es nicht wirklich fühlen. Kinder werden sonst durch den Unterschied zwischen dem, was sie sehen und wahrnehmen, und dem, was man ihnen sagt, verwirrt.
Es ist in Ordnung, mit einem Kind, das gerade seinen Löffel Möhrenbrei durch die Gegend geworfen hat, in einem deutlichen und ernsten Ton zu sprechen: „Ich bin ärgerlich, weil du mit deinem Essen wirfst und eine solche Sauerei veranstaltest. Anscheinend bist du mit dem Essen fertig. Ich räume das Essen jetzt ab.“
Versuchen Sie das Wort „Nein“ nicht zu oft zu gebrauchen, sonst verliert es sein Gewicht. Heben Sie es für Situationen auf, wenn es dringend nötig ist oder unmittelbar Gefahr droht: „Nein, fass das Glas nicht an“ oder „Nein, geh nicht auf die Straße.“ Solange keine Gefahr besteht, sprechen Sie mit ruhiger Stimme. Sagen Sie einfach, was Ihr Kind tun soll oder nicht tun soll: „Ich möchte nicht, dass du den Ball hier im Haus umherwirfst, denn es kann sein, dass du etwas zerbrichst.“ Oder: „Ich werde dir nicht erlauben, dass du den Ball hier im Haus wirfst, weil ...“
„Ich erlaube dir ... nicht, weil ...“ – das ist eine einfache Feststellung einer Tatsache, die Ihrem Kind den Grund für Ihren Standpunkt erklärt. Auch wenn es nicht auf Anhieb begreift, was Sie sagen, wird es schließlich lernen die Verbindung zwischen dem, was es gemacht hat, und dem Grund, warum es das nicht wieder tun soll, herzustellen. Wenn Sie sich die Zeit nehmen Ihrem Kind die Dinge zu erklären, zeigen Sie, dass Sie es respektieren. Im Gegensatz dazu können Kinder, die in einer autoritären Familie aufwachsen, in der sie einfach lernen Anweisungen zu befolgen, größere Schwierigkeiten haben, als Erwachsene für sich einzutreten und Entscheidungen zu treffen. In der Lage zu sein positive Entscheidungen zu treffen, das ist eine wertvolle Fähigkeit für das Leben.
Dem Kind Respekt und Wertschätzung erweisen
Es ist nicht nötig, dass Sie sich öfter wiederholen, um eine Botschaft zu vermitteln. Eine Botschaft kann einfach und mit ruhiger Stimme ausgedrückt werden. Warten Sie, bis Ihr Kind Ihnen aufmerksam zuhört. Sie können das Kind mit seinem Namen ansprechen und darauf achten, wann es zuhört. Es ist nicht nötig dauernd mit Ihrem Baby zu sprechen. Sprechen Sie mit ihm über das, was Ihr Kind angeht. Vermeiden Sie, über es zu sprechen, wenn es im Zimmer ist. Wenn Sie es doch tun, dann lassen Sie es wissen, dass Sie nun mit Großmama oder mit wem auch immer über es sprechen.
Berücksichtigen Sie seine Anwesenheit oder beziehen Sie es in Ihr Gespräch mit ein.
David Elkind beschreibt in dem Buch "Das gehetzte Kind" die Bedeutung von Höflichkeit beim Sprechen mit Kindern und im Umgang mit ihnen: Sie unterstützt ihr Selbstwertgefühl, lehrt sie Rücksicht und verringert den Stress in ihrem Leben. Wenn Sie zu Ihrem Kind „Bitte“ und „Danke“ sagen, beweisen Sie damit Wertschätzung.
Kündigen Sie an, wenn Sie weggehen
Seien Sie aufrichtig zu Ihrem Kind. Sagen Sie ihm, wenn Sie das Haus oder das Zimmer verlassen, auch wenn Sie wissen, dass Tränen unvermeidlich sind. Warum soll ich das dann tun, fragen Sie sich vielleicht, wenn es so viel leichter wäre, ohne ein Wort hinauszuschlüpfen? – Weil Sie möchten, dass Ihr Kind Ihnen vertraut. Wenn Sie einfach verschwinden, untergraben Sie sein Urvertrauen. Manche Eltern schleichen hinaus, wenn ein Kind gerade schläft, und tauschen momentanen Frieden gegen eine Atmosphäre von Misstrauen. Ich würde Ihrem Kind sagen: „Ich bringe dich ins Bett und Großvater wird hier sein und ich gehe dann ins Kino und später komme ich wieder nach Hause.“
Im Laufe der Jahre habe ich viele Kinder in Kinderzentren beobachtet. Ich kann immer diejenigen Kinder, deren Eltern ihnen sagen, wenn sie weggehen, von denen unterscheiden, deren Eltern das nicht tun. Es kann sein, dass Kinder, denen es gesagt wird, vielleicht gar nicht reagieren, wenn ihre Eltern weggehen, oder sie weinen oder „flippen aus“. Aber es ist schnell vorbei und dann spielen sie ruhig weiter. Kinder, denen es nicht gesagt wird, haben einen ängstlichen Gesichtsausdruck und schauen sich vielleicht noch stundenlang nach ihren abwesenden Eltern um.
Es ist ein Zeichen gesunder Anhänglichkeit, dass Ihr Kind weint, wenn Sie gehen. Falls es aber stundenlang weint, wenn es in der Kindergruppe bleibt, dann schauen Sie sich diese Einrichtung näher an, ob es dort vielleicht irgendwelche Probleme gibt. Vielleicht müssen Sie auch überprüfen, ob Ihr Kind für diese Art Betreuung bereit ist oder vielleicht zu viele Stunden dort verbringt.
"Ich bin in etwa 15 Minuten wieder da"
Seien Sie respektvoll zu Ihrem Kind, indem Sie ihm sagen, wenn Sie weggehen: „Ich gehe jetzt in die Stadt“ oder „Ich gehe auf die Toilette“; sagen Sie auch, wann Sie wieder da sind: „Ich bin in etwa 15 Minuten wieder da“, auch wenn es nocht nicht weiß, was 15 Minuten sind. Wenn Sie ausgehen, dann sagen Sie ihm, wer auf es aufpassen wird: „Onkel Steven wird hier bei dir sein, wenn ich weg bin. Vor dem Essen bin ich wieder zurück.“ Seien Sie aufrichtig, damit es seine Erwartungen auf das richten und sich auf das einstellen kann, was geschehen wird (es wird Mama vor dem Essen wiedersehen), statt ängstlich darauf zu warten, dass Sie wiederkommen. Seien Sie ohne Ausnahme zuverlässig, denn damit helfen Sie Ihrem Kind sich sicher zu fühlen. Sie möchten, dass es Ihnen vertraut. Wenn Sie sagen, Sie werden zu einer bestimmten Zeit wieder da sein, dann planen Sie das auch so ein.
Lassen Sie ihrem Kind seine Gefühle und sein Recht sie auszudrücken. Babys sollten nicht dauernd lächeln und glücklich sein müssen, damit die Eltern sich besser fühlen. Sie sollten auch traurig oder wütend sein oder sich unwohl fühlen dürfen. Wenden Sie sich Ihrem Baby wirklich zu, damit Sie sehen, wie es sich fühlt. Trennungen sind ein Teil des Lebens. Ihr Kind lernt, dass Sie wiederkommen, wenn Sie weggehen.
Vermeiden Sie Etiketten
Bemühen Sie sich keine Etiketten zu benutzen, weder positive noch negative, wenn Sie mit Ihrem Kind oder über es sprechen, wie zum Beispiel: „Rebecca ist jähzornig“ oder „Josh ist schüchtern“ oder „Susan, morgens bist du immer so mürrisch“ und auch nicht „Dani ist ein Frühaufsteher“ oder „Kim, du bist so eine gute Rednerin“. Ich habe das Gefühl, dass Etiketten respektlos sind, weil sie Urteile über den Charakter eines Kindes darstellen. Ein Etikett kann auch zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden. Ein Kind, dem gesagt wird, dass es schüchtern sei, kann dahin gelangen, selbst zu denken, dass es schüchtern ist. Wenn einem Kind dauernd gesagt wird, wie klug oder wie tapfer es sei, bekommt es vielleicht das Gefühl, dass es keinen Raum dafür hat, langsam oder ängstlich zu sein.
Ihr Kind ist ein einzigartiges Individuum, dessen Einzigartigkeit Sie mehr und mehr erkennen werden, wenn Sie seine besonderen Fähigkeiten wahrnehmen. Wenn Sie diese Weise einer freien und aufrichtigen Beziehung auch in späteren Jahren fortführen, werden Sie entdecken, dass es leicht ist mit Ihrem Kind zu sprechen. Und für Ihr Kind wird es leicht sein mit Ihnen zu sprechen. Wenn Sie diesen wertvollen Kanal der Kommunikation offen halten, investieren Sie in Ihre Beziehung, für jetzt und für die Zukunft.
Entscheidungsmöglichkeiten anbieten
Gute Kommunikation bedeutet, eine angenehme Beziehungsebene aufzubauen, sodass beide Seiten sich verstanden fühlen. Wenn Ihr Kind heranwächst und um seine Unabhängigkeit kämpft, ist es ein positiver Schritt zur Unterstützung seiner Autonomie, wenn Sie ihm Entscheidungsmöglichkeiten anbieten, gleich wie klein oder unbedeutend sie zu sein scheinen. Es ist hilfreich, schon früh im Leben Ihres Kindes damit anzufangen, weil es später, wenn es laufen kann und sein Hauptziel ist, sich von Ihnen abzulösen, eine besondere Unterstützung darin finden wird. So wird es sich mehr verstanden fühlen.
Sie können damit anfangen, einem Baby zwei Decken anzubieten, von denen es sich eine aussuchen kann. Wenn Sie ihm ein Getränk anbieten, dann fragen Sie es, ob es lieber Apfelsaft oder lieber Birnensaft möchte. Das blaue Lätzchen oder das rote? Ob es den grünen oder den gelben Eimer in den Park mitnehmen möchte. Wenn Sie es entscheiden lassen, wird es mit der Zeit die Gewohnheit annehmen seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Das ist eine nützliche Fähigkeit, die es im Leben zu entwickeln gilt.
Sie können Entscheidungen einbeziehen, die auf Ihr Ziel hin ausgerichtet sind: „Wir müssen los, Papa abholen. Möchtest du deinen blauen Pullover anziehen oder deinen gelben?“ Oder: „Es ist Zeit für das Bett. Möchtest du, dass ich dir diese Geschichte vorlese oder jene?“ Wahlmöglichkeiten vermitteln einem Kind ein Gefühl von Freiheit und Kontrolle über sein Leben.
Die Sprachentwicklung unterstützen
Im ersten Lebensjahr begreifen Kinder viel mehr, als sie ausdrücken können. Sie verstehen Sprache, bevor sie selbst sprechen können. Sie müssen Sprache hören, um sprechen zu lernen. Das geschieht langsam und natürlich in einer sozialen Umgebung.
Am Ende des ersten Jahres kann Ihr Kind vielleicht seine ersten Wörter sagen („Mama“, „Dada“ oder „Baba“). Oder es spricht erst später, wie Einstein. Wenn Sie genau wahrnehmen und zuhören, werden Sie die Bedeutung seiner Worte – oft nur einsilbige Laute – entdecken. Sie ermutigen es vielleicht, indem Sie wiederholen (spiegeln), was es zu sagen versucht. Wenn es zum Beispiel „Ba“ sagt, während es einen Ball anschaut, können Sie „Ball“ sagen oder „Du siehst den blauen Ball“. Wenn es „Bi“ sagt, während es eine Birne isst, können Sie sagen: „Birne. Du isst eine Birne.“
Kinder lernen sprachliche Fähigkeiten, indem sie zuhören und wiederholen, was sie hören. Alle Kinder, die in einem Umfeld leben, in dem Menschen miteinander reden, lernen mit der Zeit sprechen und es sollte beim Sprechenlernen weder Eile noch Druck geben. Seien Sie mit Ihrem Kind respektvoll, indem Sie sich an dem freuen, was es lernt und sagt. Lassen Sie Ihrem Kind die Zeit, die Sprache in seinem eigenen Tempo zu entwickeln.
Erschienen in der Zeitschrift "Mit Kindern wachsen", Ausgabe:


